12 Oaks Ranch - Mehr als "nur" Reiten
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Kleine Päckchen fürs Pferd

Kennt ihr den Spruch, dass das Pferd all die Bücher über Pferdeausbildung nicht gelesen hat? Absoluter Blödsinn: Ich habe ein Pferd, da gehe ich jede Wette ein: Die hat das gelesen – zumindest das Parelli-Programm kennt sie ganz genau, denn jedes Mal, wenn wir irgendeinen Zwischenschritt vergessen haben, dann sagt sie auf ihre pferdische Art: “MOMENT – da fehlt doch etwas.”

Das fing schon beim Einreiten an: Weil unsere Queenie so eine coole Socke ist, neigen wir gelegentlich dazu, ihr etwas zu viel auf einmal zuzumuten. Beim 1. Mal aufsteigen, blieb sie so gelassen stehen, dass ich die glorreiche Idee hatte, dass wir es doch mal probieren könnten, ein paar Schritte loszulaufen. Tja, das waren Schritte und was für welche. Schritte trifft es vielleicht nicht so ganz. Das waren eher Sprünge, um genau zu sein. Bocksprünge und zwar solche, die zeigten: Wenn es mit der Reitpferdkarriere nicht klappt: Rodeopferd könnte Queenie auch werden. Es gibt ja bei Parelli den Satz: “Horses teach humans and humans teach horses”, den haben wir dann erst einmal brav im Folgejahr beherzigt, weil Larissa das irgendwie doof findet mit dem Sand fressen.

Nach der Grundausbildung kommt ja bekanntlich die Spezialausbildung und was ist da eindrucksvoller als der rasante Spin und da waren sie wieder, unsere drei Probleme. Queenie buckelt, Queenie streikt, Queenie steigt, um uns mitzuteilen: MOOOOMENT. DA-FEHLT-EINE-ÜBUNG. Ihr wisst ja: Sie hat zumindest das Parelli-Buch Natural*Horse*Man*Ship gelesen und anscheinend wollten wir mal wieder zu viel zu schnell. Zum rasanten Spin hat es dann erstmal nicht gereicht: Dafür hat Queenie uns gezeigt, dass sie durchaus Talente zum Zirkuspferd hat: Das Steigen unter dem Reiter ist ja auch eindrucksvoller als so ein Spin – besonders, wenn es kerzengerade ist.

Wir mussten also extra nach Florida zum Parelli-Campus fliegen, um die fehlenden NHS-Bausteine zum Spin zu finden, damit dieser nicht im zirensischem Steigen endet – was für ein Glück, dass Larissa einen der kostenlose Plätze bei einem “Level-4-&-beyond-Kurs” gewonnen hatte. Endlich ging es also voran mit Queenies Reining-Training und zum Glück entsprachen die Hälfte der gelernten Übungen exakt denen, die wir auch zuhause bei unserem Reining-Trainer Elias Ernst gelernt hatten. Aber Parelli schickt dem Ganzen noch einige Übungen voraus bzw. hat noch ein paar weitere Zwischenschritte im Sortiment. Wer jetzt denkt, dass es ja ewig dauert, wenn man für jede Endübung zwölf Vorübungen braucht, der irrt. Die Idee des Kleine-Päckchen-packens (und wegen der Päckchen schreibe ich den Blog-Eintrag auch an keinem anderen Tag als Weihnachten), ist folgende:

Ich gehe in der Tat in Babyschritten vor und komme so in die Situation, dass ich genau weiß, dass das Pferd mit der an es gestellten Frage auf keinen Fall überfordert ist und damit kann ich das Verlangte auch durchsetzen. In Queenies Fall wäre es also sinnvoll gewesen beim Einreiten erstmal für ein, zwei, drei Tage aufzusteigen, das Pferd zu streicheln, ein wenig den Kopf nach rechts und links zu biegen und wieder abzusteigen, bevor wir sie fragen, den ersten Schritt nach vorne zu gehen. Hinterher ist man ja immer schlauer. Jetzt wissen wir: Verlangt man zu schnell zu viel, führt das zu Widerstand und kostet im Endeffekt viel mehr Zeit, weil man sich auf einmal mit Problemen konfrontiert sieht, die man vermieden hätte, wenn man von Anfang an die richtige Reihenfolge eingehalten hätte.

Fazit: Mehr Übungen zu machen, geht dann schneller, wenn sie sinnvoll aufeinander aufbauen und vom Einfachen zum Schwierigen führen. Dann muss man auch die einzelnen Übungen nicht so oft wiederholen und das Lernen wird interessanter fürs Pferd, weil es nicht Dutzende Male ein und dieselbe Übung machen muss: Todlangweilige Trainingswiederholungen führen wohl kaum zum motivierten Pferd. Jetzt kommt aus einer anderen Ecke vielleicht der verständliche Einwand, dass ich mit diesem Vorgehen, Streit vermeide, statt den Konflikt zu lösen. Ganz so ist es aber nicht: Denn den klitzekleinen Babyschritt nach vorne, DEN setze ich durch, komme, was da wolle. Und wenn es auf diesem Niveau Widerstand gibt, dann habe ich die 100prozentige Gewißheit, dass das Pferd versteht, was wir von ihm wollen und dann bleiben wir stoisch und ohne Schuldgefühle und Zweifel am Ball, bis das Pferd das gewünschte Verhalten zeigt. Pat Parelli nennt das “passive Beharrlichkeit“.

Das nächste Mal, wo es bei Queenie knifflig wurde, war, als wir das Alleine-ins-Gelände-gehen geübt haben. Unsere anderen vier Pferde haben die Grundausbildung bei mir genossen und bei Queenie gebe ich mein Wissen und meine Erfahrung soeben an meine Tochter Larissa weiter, die topfit in der Spezialisierung ist, es sogar bis zur deutschen Meisterschaft gebracht hat, (Bericht bei Hufgefluester.eu: Hier) aber das Fundament zum Pony mitgeliefert bekommen hatte. Als Larissa den kleinen Lucky übernommen hat, hatte ich bereits das bronzene Westernreitabzeichen und den Level 3 bei Parelli mit ihm absolviert.

Bei Queenie fängt Larissa ganz vorne an: Sie hat sich alles selbst erarbeitet, ist mehrfach abgebuckelt worden und hat Nerven wie Stahlseile gehabt, als Queenie stieg. Queenie ist jetzt auch nicht unbedingt das einfachste Pferd zum Üben, denn sie ist ein Cutting-Pferd und hat somit ein Selbstbewusstsein, das durch keine Tür passt. Wenn man bspw. eine gelbe Plane auf den Reitplatz legt, wo andere Pferde panisch die Flucht ergreifen, rennt Queenie los und wälzt sich mitten in der Plane. Queenie hat eigentlich vor nichts Angst: Autos, Lastwagen, Traktoren … da zuckt sie nicht einmal mit der Wimper. Es gibt nur eine Ausnahme und da verhält es sich ganz ähnlich wie bei den Galliern in dem kleinen, bekannten Dorf, die vor nichts Angst haben, als das ihnen der Himmel auf den Kopf fällt … Queenie hat vor allem Angst, das irgendwie natürlich ist: Unsere Hunde, die Geräusche im Wald und Lebewesen jeglicher Art – vom harmlosen Spaziergänger bis zum vorbei hoppelnden Hasen.

Und nicht nur, dass Queenie augenscheinlich heimlich Pferdebücher liest; die kann sogar zählen: Solange wir zu dritt sind, dann fällt das in die Kategorie “Herde” und alles ist gut. Kombinationen wie Larissa auf dem Pferd und ich auf dem Boden klappen genauso vorbildlich und unaufgeregt wie ich auf dem Pferd und Larissa auf dem Boden. Aber wehe, das Dreiergespann löst sich auf, dann hört Queenie im wahrsten Sinne des Wortes die Flöhe husten, scheut vor vorbeischwadronierenden Spaziergängern oder anderen Geistern im Wald, die nur Queenie sehen kann. Wie das aussieht, könnt ihr Euch in der folgenden Youtube-Playlist ansehen:

Dort seht ihr auch die anderen Babyschritte, die wir mit Queenie gemacht haben: Zuerst haben wir sie zu dritt geführt, beim nächsten Ausritt haben wir uns für ein paar Meter getrennt. Frei nach Zirkustrainer Freddy Knie, der ja sagt, dass jeden Tag ein Zentimeter irgendwann zum Meter wird,  wird der symbolische tägliche Meter auch irgendwann zum Kilometer (den haben wir übrigens heute am Heiligen Abend geschafft: Video folgt). Und nicht nur die Meter lassen sich steigern: Man kann das Pferd ja auch gesattelt spazieren führen und sich dann drauf setzen. Das erste Mal für einen bis siebenundzwanzig Metern … oh, ich glaube, jetzt wiederhole ich mich.

Wir waren etwas mehr als ein Dutzend mal mit Queenie unterwegs und heute kam der Durchbruch sozusagen als Queenies Weihnachtsgeschenk an uns. Wie genau das war muss ich Euch erzählen: Zuerst war ich eine halbe Stunde lang fast einen Kilometer hinter Larissa und dann haben sich unsere Wege für eine Viertelstunde völlig getrennt: Ich bin durchs Dorf gegangen und Larissa & Queenie waren (völlig außer Sicht- und Hörweite) oben auf dem Waldweg. Queenie war so cool, dass Larissa sogar seelenruhig ihren Hals fotografieren konnte, um mir eine Whats App Nachricht zu schicken und lieb wie ich bin, habe ich ihr ein Bild zurück geschickt: Die Hunde waren so nett und haben dafür Modell gestanden:

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Das hier ist übrigens mein erster Beitrag bei WordPress, aber wenn es Euch gefällt werden es mehr, z.B. den Werdegang von unserem Junghund Idgie (ich sage immer: Queenie ist der Border Collie unter den Pferd und Idgie widerum ist ein Border Dobby: Ihr Vater ist ein Border-Collie und sie hat Ohren wie Dobby aus Harry Potter).

Ich habe auch noch einen Artikel in der Schublade, in dem es ums Thema Rollkur geht bzw. vielmehr darüber, ob es jedes Mal schon Rollkur ist, wenn das Pferd einmal für Sekunden oder eine Minute hinter die Senkrechte kommt .

Dann wollte ich eigentlich auch noch die Ideen zur Pferdepsychologie niederschreiben, die Larissa mir neulich im Wald erzählt hat. Ich bringe immer Larissas Gedanken zu Papier, aber in diesem konkreten Fall, frage ich mich die ganze Zeit: Was genau hat sie mir da eigentlich erzählt????Deswegen muss ich bis zum nächsten Eintrag auf meine Homepage www.12oaks-ranch.de vertrösten …. oder auch meine Artikel bei blogger.com, z.B. der Erfahrungsbericht vom Jungpferdenachmittag bei Parelli-Top-Instructor & Horse Development Specialist David Zünd. Dort geht es auch um Queenie und ich hoffe, dieser Artikel ist ebenfalls ein wenig zum Schmunzeln – mit anderen Worten ausgedrückt: Wehe, ihr habt beim Lesen dieses Blog-Eintrag nicht wenigstenseinmal müde gelächelt ….

Wenn Euch der Artikel gefallen und Ihr keinen Blogeintrag (oder kein Video) verpassen wollt, dann freue ich mich darüber,  wenn ihr mich hier oder auch meinenYoutube-Kanal abonniert.

UPDATE vom 6. Januar 2015:

Jippieh, jetzt kann man mit Queenie auch alleine ausreiten: Larissa ist in den letzten Tagen ein paar Mal mit Queenie spazieren gegangen und heute hatte ich ihr vorgeschlagen, doch mal beim Spazierengehen den Sattel drauf zu tun. Wer Larissa kennt, der wundert sich nicht, dass sie sich dann auch drauf gesetzt hat und eine Runde im Wald gedreht hat. Das hat auch ganz gut geklappt und Queenie ist auch nur einmal stehen geblieben … ach ja, ein bißchen gescheut hat sie auch mal, weil ein Spaziergänger im Wald herumstiefelte: Das frage ich mich allerdings auch, was der Spaziergänger im Wald zu suchen hat :-P :-P :-P :-P
Hier das Foto, was Larissa mir während des Ausritts per Whats App geschickt hat:
 

Keinen passendes Buch gefunden: Hier können sie bequem selbst bei Amazon suchen

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