12 Oaks Ranch - Mehr als "nur" Reiten
12 Oaks Ranch - Mehr als "nur" Reiten

In der linken Spalte finden Sie nach Monaten geordnet den Blog aus dem Jahr 2014 - siehe Punkte - einen Vorgeschmack mit dem Besten aus dem jeweiligen Monat gibt es hier:

DEZEMBER: Adventsspiel und Jahresrückblick (Best of-Video)

OKTOBER: Fotoshooting von www.pony-galopp.de

Als wir Fancy bekommen haben, war sie schon sechs Jahre alt, aber so gut wie ungeritten. Oft wird in Social Community gefordert, man solle mit dem Einreiten beginnen, wenn das Pferd ausgewachsen ist. Bei manchen Rassen also erst wenn das Pferd sechs ist, denn erst dann werde die letzte Wachstumsfuge geschlossen. Ich bin kein Befürworter dieser These und vergleiche dies immer gerne damit, dass ja auch unsere Kinder viel, wenn nicht sogar das Rüstzeug fürs Leben im Kindergarten lernen und mit sechs Jahren bereits einen Schulranzen tragen. Das übliche Einschulungsalter würde einem anderhalbjährigen Pferd entsprechen, da hier mit dem Faktor "4" gerechnet wird. Ein sechsjähriges Pferd entspricht also einem Menschen, der bereits 24 Jahre alt ist. Man stelle sich vor, man würde einen 24jährigen in die Grundschule schicken. Seine Lernbereitschaft wäre wahrscheinlich gleich null und genauso so verhielt es sich auch bei Fancy. Es hat unendlich lange gedauert ihr die Dinge beizubringen, die ihre Tochter, die jetzt dreijährige Queenie, mit Leichtigkeit und in einem unglaublichen Tempo lernt. Bei einer der unzähligen Diskussionen auf Facebook hat jemand heute folgenden Artikel gepostet, den ich sehr interessant finde. Leider ist dieser Artikel auf Englisch. Auf Deutsch können Sie allerdings auf unserer Unterseite Jungpferdeausbildung lesen, was Horseman Alfonso Aguilar zu diesem Thema in seinem Buch "Professionelle Ausbildung ..." geschrieben hat.

SEPTEMBER: Jede Menge Parelli-Auditions (Level 3 u 4)

Der September stand ganz im Zeiche der Parelli-Auditions: Janik hat seinen Level 3 vollendet - es fehlte nur noch Online und da hat er sogar gleich ein "Plus" erhalten - damit ist er nur stolzer Besitzer eines roten Strings für den automatisch bestandenen Level 1, einen blauen für den Level 2 und einen grünen für den Level 3. Ich habe ebenfalls an meinen Auditions rumgedoktort und die beiden Reitprüfungen im Level 4 bestanden - das Video vom Freestyle seht ihr unten. Essie hat mit Fancy das Freestyle-Reiten auf Level-3-Niveau bestanden und mit der 3jährigen Queenie Liberty eingerecht, wo sie als Resubmit noch einige wenige Aufgaben nachreichen musste. (Einen Teil dieser Videos findet ihr allerdings im August oder gar im Juli - siehe Kasten rechts.

AUGUST: Parelli in Aachen / Ponyfamilie & der Hänger

Beim August konnte ich mich so gar nicht entscheiden, was ich hier auf die Best-of-Seite stelle, da war so viel: Parelli in Aachen, die Landesmeisterschaft in Langenfeld und, und, und ...

Aber da hier insgesamt vier Videos sind, wo wir die Ponys verladen, dachte ich, dass die Zusammenfassung davon vielleicht am Ehesten hierhin passt

Wenn ihr einen Blick in die einzelnen Monat 2014 bzw. ins Archiv werfen wollt: einfach die Monatsnamen in der Spalte links anklicken.

JULI: Training bei Elias Ernst mit Queenie & Lucky

JUNI: Janiks 1. Turnier: 1. Platz / Equitana Open Air

MAI: Artikel zur Kopfhaltung / Serie: Queenie einreiten

In welcher Haltung läuft ein Pferd am gesündesten? Die Westernreiter reiten ihre Pferde ausschließlich in Dehnungshaltung, wobei die Ohrenspitzen nicht tiefer sein sollten als der Widerrist, aber auch nicht viel höher. Ein Zeitlang war die umstrittene Rollkur in absoluter Aufrichtung populär. Hier an Gerd Heuschmann über die fatalen Folgen für die Muskulatur aufgeklärt und sich für eine so genannte relative Aufrichtung (auch Arbeitshaltung) ausgesprochen, in der das Pferd weniger bzw. gar keinen Schaden nimmt. Ich möchte das Thema anatomisch richtige Haltung heute aus der Sicht einer Physiotherapeuten beleuchten und zitiere aus dem Buch "Biomechanik und Physiotherapie für Pferde" von Helle Katrine Kleven (S. 50 f).

"Das Nackenband:

Wie bereits erwähnt, bildet das Nackenband die Oberlinie des Halses (...). Im Halsbereich gehört zusätzlich die Nackenplatte dazu. (...) Dank der Länge der Brustwirbelfortsätze kann das Band passiv, aber sehr effektiv den Hals und Kopf des Pferdes tragen und aufrecht halten, ohne viel Muskelkraft einzusetzen. (...)

Die Tragfähigkeit des Pferdes:

Wichtig für das biomechanische Konzept der Rückenfunktion ist der Einfluss der Kopf- und Halsbewegungen. Wenn der Kopf absinkt, zieht das Nackenband am Widerrist, die Dornfortsätze richten sich auf. Der weitere Verlauf des Nackenbandes, das Oberdornfortsatzband, wird ebenso gespannt und wölbt somit den Rücken nach oben. Die erfolgt bis zur Mitte der Sattellage. Für die restliche Wirbelsäule sind die Lenden-Becken-Muskeln und die Bauchmuskeln verantwortlich. Spannen Sie sich, richtet sich das Becken auf, das Oberdornfortsatzband bekommt Zug von hinten (daher die verschiedenen Dornfortsatzrichtungen) und der Rücken wölbt sich auf.

Genau das Umgekehrte passiert, enn das Pferd den Kopf hebt. Die Dornfortsätze am Widerrist verlieren den Zug vom Nackenband und kippen wieder nach hinten und der Rücken senkt sich. Im Beckenbereich passiert genau dasselbe. Durch das Hochheben des Kopfes verlieren die Bauchmuskeln die Spannung und das Becken kippt ab. Die Hintergliedmaßen können nicht mehr untertreten (durch zu viel Spannung an den Gliedmaßenstreckern (...) und die hintere Brustwirbel- und Lendenwirbelsäule hängt durch.

Wie Sie sehen, hat das Nacken- und Oberdornfortsatzband eine starke Auswirkung auf die Tragfähigkeit des Pferderückens. Durch diese Konstruktion sind die Pferde erst in der Lage, uns nahezu ohne Kraft zu tragen. Mit diesem Wissen wird uns auch klar, warum junge Pferde oder Pferde nach einer Verletzungspause in Remontestellung geritten werden sollten. Erst durch das Vorwärts-Abwärts-Reiten fördern wir den "passiven" Tragemechanismus, mit dem der Rumpf Gewicht tragen kann und die Gliedmaßen sich frei bewegen können." Auf Seite 50 wir ein Pferd gezeigt, das den Hals in der Waagerechten trägt, Pfeile zeigen die Wölbung des Rückens und das Untertreten der Hinterhand. Die Bildunterschrift hierzu ist: "Durch die tiefe Einstellung des Halses und die aktive Hinterhand kann das Pferd dank seiner Bandkonstruktion uns Reiter fast ohne Muskelkraft tragen." Auf dem Bild daneben sieht man wie der Kopf des Pferdes nach oben geht, das Nackenband gerät unter Spannung und die Hinterhand tritt nach hinten heraus. (Seite 51 der Quelle)

Inhaltlich entspricht dies exakt dem, was meine Osteopathin Silja Klenk zu diesem Thema sagt, aber die hat leider noch kein Buch geschrieben.

APRIL: Artikel "Was ist Natural Horsemanship?"

Was ist Natural Horsemanship? Manche sagen, dass es immer dann Natural Horsemanship sei, wenn man einfach ruhig mit dem Pferd umgeht, andere verteufeln das System und behaupten, es sei nur Gewedel mit dem Seil oder dem Stick. Ich habe sogar schon gehört, dass der orangene Stick im Natural Horsemanship bedeuten würde, dass man die Lösungen immer mit der Möhre suchen soll. Eigentlich ist es genau das nicht: Man soll weder alles mit Nettsein und Futter versuchen, noch Probleme mit dem Pferd grundsätzlich mit dem Stock und Härte behandeln. Es geht um einen goldenen Mittelweg, wo man sehr wohl ein Vorgesetzter des Pferdes ist - aber einer, dem das Pferd gerne gehorcht. Für mich persönlich ist es ein Grundlagensystem, wo ein Lernschritt auf den anderen aufbaut, mit dem man sich jahrelang, wenn nicht sogar sein Leben lang beschäftigen kann oder auch sollte, so dass man einen Riesenpool aus Methoden erlernt und auch lernt, sein Pferd so zu lesen, dass man aus dem Pool die richtige Methode herausfindet, um sein Pferd ins Gleichgewicht zu bringen. Und basierend auf diesen Grundlagen kann man in jeder Reitdisziplin aufs allerhöchste Niveau kommen, ohne jemals von den NHS-Prinzipien abweichen zu müssen: Oberstes Gebot ist, dass es fürs Pferd natürlich ist, das muss nicht immer nur sanft sein, aber auf jeden Fall fürs Pferd folgerichtig und verständlich. Aber diese Art der Kommunikation muss man lernen und das lernt man genauso wenig in drei Wochen, wie man auch in drei Wochen nicht das Reiten lernen kann - sonst wäre es ja auch gar nichts mehr wert. Der Begriff "Natural Horse*Man*Ship" wurde von Pat Parelli geprägt, der bei einer Vielzahl von Horsemen pferdegerechte Methoden gelernt, gesammelt und systematisiert hat. In meinem Buch "Westernreiten nach Natural Horsemanship-Prinzipien" (ich suche noch einen Verleger) habe ich versucht, die wesentlichen Kriterien herauszuarbeiten, die diese Methoden von anderen unterscheiden:

  1. Die Beziehung zum Pferd steht an der ersten Stelle.
  2. Wenn das Pferd seinen Job macht, geht der Reiter ins Neutral und verhält sich absolut passiv.
  3. Es gibt keinen dauerhaften Hilfeneinsatz, sondern grundsätzlich Signale, die gesteigert werden, aber in der letzten Stufe so effektiv sind, dass sie zum erwünschten Verhalten des Pferdes führen sollen. Das Pferd soll zum Partner werden, der (gerne) seinen Job macht. Der Mensch hingegen lernt mit seiner Energie zu spielen und emotionslos zu handeln, selbst wenn er das Pferd korrigiert.
  4. Jede Lerneinheit wird in möglicht viele kleine Lernschritte unterteilt - am Boden und im Sattel und man bleibt sein Leben lang ein Lernender.
  5. Wir betrachten das Wesen Pferd ganzheitlich und sehen neben den körperlichen Aspekten auch immer die mentalen und emotionalen Aspekte im Laufe der Ausbildung.
  6. Wir möchten zwar Respekt und Gehorsam, aber der soll weder auf Einschüchterung noch auf Zwang basieren, sondern im Spiel erarbeitet werden und immer freiwilliger werden.

Wenn man bedenkt, dass Parelli darüber hinaus vier Verantwortungen für den Menschen, vier Verantwortungen fürs Pferd, sieben Schlüssel zum Erfolg, zehn Qualitäten eines Horseman, sieben Spiele und acht Prinzipien herausgestelllt hat, kann meine Liste nur unvollständig sein. Aber es ist ein Versuch, es ein wenig auf den Punkt zu bringen, denn der (mittlerweile nicht mehr von Parelli geschützte) Begriff "Natural Horsemanship" (NHS) wird durch Gegner und Trittbrettfahrer häufig verwässert - oftmals bis zur Unkenntlichkeit. Manche sagen es sei nichts weiter als eine bestimmte Einstellung zum Pferd (das ist aber nur einer von sieben Schlüsseln), andere reduzieren es auf die Techniken (ein weiterer der sieben Schlüssel) und wieder andere sagen, jegliche Form der Bodenarbeit sei NHS. Dabei bildet im NHS die Bodenarbeit die Grundlage fürs Reiten: Das am Boden Gelernte wird in den Sattel übertragen und das ist gar nicht so einfach: Wer schafft es denn absolut passiv zu sein, solange das Pferd seinen Job macht? Das liegt nicht in der Natur des Menschen, der ja eher ein Raubtier ist. Wer traut sich eine effektive Phase 4 anzuwenden, wo wir als zivilisierte Wesen doch unserem Pferd nicht weh tun wollen? Kann ich ein streitsüchtiges Pferd ins Leere laufen lassen und so lange auf all seine Ideen eingehen, bis es selbst den Wunsch äußert, dass ich sage, was es tun soll? Kann ich einem ängstlichen Pferd Sicherheit geben, weil ich ein souveräner Leader bin? Und dann muss man auch noch erkennen, welches Pferd, welche Strategie benötigt, zumal die oben genannten nur ganz wenige Beispiele sind. Es ist eben viel mehr als nur eine Einstellung und ein paar Techniken: Es ist ein ausgefeiltes Programm.

PASSENDE PARELLI-ZITATE (ebenfalls aus April):

  1. Da ich gestern meine Gedanken zum Natural Horsemanship kommt, hier nieder geschrieben habe und gerade das allererste Buch von Pat Parelli lese, möchte ich in den nächsten Tagen daraus zitieren. Hier ein Ausschnitt aus dem Kapitel übers Reiten zum Schlüssel "Phantasie":

    "Der Schlüssel zu alldem (imaginären Turnieren, Simulations-Spielen und Isolationen) liegt darin, dass Dein Pferd wirklich auf Dich lauschen muss und auf die Signale Deiner Körpersprache achten. Dein Pferd verlässt sich auf Dich als den Verantwortlichen und folgt Deinen Vorschlägen. Das ist es, was Du in einer lebenslangen Partnerschaft möchtest. Wenn Du nun alle 6 Schlüssel (Einstellung, Wissen, Ausrüstung, Techniken, Zeit und Phantasie) zusammengetan hat, dann gib einen Zweck dazu, damit das Ganze Sinn bekommt. Gib Deinem Pferd eine Aufgabe zu tun. Hast Du einen Rancher-Freund, dann hilf ihm bei jeder sich bietenden Gelegenheit bei der Herde. Markiere die Strecken für Wander- und Distanzritte und nimm an ihnen teil. Nimm Dein Pferd zu Wettbewerben mit, wie Turnieren, Spieletagen, Ropings etc. Geh los und mache etwas mit Deinem Pferd.

  2. Fortführung des Zitates aus Pat Parellis Buch "Natural Horse*Man*Ship":

"Von Anfang dieses Buches bis zu seinem Ende habe ich versucht, die drei Lügen zu zerstreuen, die da lauten:

  • Sattle einfach und steig auf
  • Kick, damit es losläuft
  • Zieh an den Zügeln, damit es anhält

Meine Absicht war es, die drei Lügen zu ersetzen, durch die Wahrheiten und Konzepte Natürlichen Umgangs mit dem Pferd (...) Das ist die Grundlage allen guten Reitens. Ich möchte gern, dass Du verstehst, dass Du um ein Horseman zu werden - "Herz" haben musst, und Einstellung, Gefühl, Timing, Balance, Weisheit und Erfahrung, damit Du Deines Pferdes "Herz" bekommst, und Respekt, Antrieb und Flexibilität. Füge diese Prinzipien und Qualitäten gekonnt zusammen und Du hast NATURAL HORSE-MAN-SHIP.

MÄRZ: Gedanken zum Gebiss / Fancy & das Lämmchen

Letzte Zeit bin ich in einer Social Community öfter auf Befürworter der gebisslosen Reitweise gestossen, die das Reiten mit Gebiss zum Teil regelrecht verteufeln. Viele nehmen ja auch an, dass Natural Horsemanship mit dem Reiten ohne Gebiss absolut identlisch sei. Dies ist allerdings ein Irrtum und dafür gibt es Gründe, denn das Reiten ohne Gebiss soll eigentlich hier zu einem gutem Reiten mit Gebiss hinführen. Es ist letzte Zeit zur Mode geworden zu denken, dass nur wer ohne Gebiss reitet, sich dem Pferd gegenüber fair verhält. Mein Standpunkt ist hier differenzierter: Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass Reitanfänger weder mit Sporen noch mit Gebiss reiten, weil sie sich ihrer Hilfen und Bewegungen auf dem Pferd nicht immer bewusst sind. Deswegen sollen Pferd und Reiter lernen, dass sich das Pferd ohne Kopfstück anhalten und lenken lässt (Videos finden Sie auf den Natural Horsemanship Unterseiten). Das heißt aber nicht, dass wir, weil wir ohne Gebiss reiten können, das Gebiss nicht mehr nutzen. Manche Videos zeigen leider, dass Pferde, die ausschließlich ohne Gebiss geritten werden, meist weniger untertreten und öfter den Rücken wegdrücken, den Hals also nicht mehr mit dem Nackenband tragen, das widerum eine Verbindung zur Hinterhand hat.

Ein Pferd ist halt nicht zum Reiten gemacht, deswegen muss es Ziel einer jeden Reitweise sein, die Muskulatur der Pferde so aufzubauen, dass es das Reitergewicht tragen kann, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Viele sagen dann, dass das aber auch ohne Gebiss geht. Dem stimme ich einerseits zu (auch wenn es deutlich länger dauert), ich bin aber andererseits nicht sicher, ob das Gebisslos-Reiten wirklich immer und in jedem Fall die sanftere Methode ist. Manche gebisslose Zäumungen haben ein Rad und je nachdem wie man Zügel und Kopfstück einschnallt, hat man eine Hebelwirkung auf die Nase, das Genick und das Kinn. Andere gebisslose Zäumen wirken nur auf die Pferdenase. Wenn Sie einmal mit Ihrem Finger auf die Nase drücken und das Gleiche im Mundwinkel machen, werden Sie merken, wo die meisten Nerven verlaufen und die größte Schmerzempfindlichkeit entsteht.

Egal, welche Zäumung ich auf dem Pferd habe, es kommt immer darauf an, wie ich diese einsetze: Ein Halsring, der dauerhaft hoch angesetzt wird und auf die Kehle des Pferdes drückt, kann auch sehr scharf wirken. Ich persönlich reite häufig mit Gebiss, zum Teil am langen Zügel, aber z.T. auch mit konstanter Anlehnung und da finde ich das Gebiss einfach besser geeignet, weil es feiner ist. Auch wenn mein Pferd sich schwer damit tut, den Hals fallen zu lassen, kann ich es aber mit einem Impuls im Maulwinkel in die Entspannung bringen (später geht das auch übers Bein): Wenn das Pferd seinen Job macht, hängen die Zügel wieder durch. Dieser Wechsel aus Kontakt und durchhängendem Zügel kann man natürlich auch ohne Gebiss praktizieren, aber ohne Gebiss am dauerhaften anstehenden Zügel ... möglicherweise ein Ziehen und Zerren an der angeblichen so sanften gebisslosen Zäumung. Mein Fazit ist: Egal, welche Ausrüstung, der Mensch muss richtig viel Zeit investieren und so gut werden, dass selbst das Pferd denkt das er gut ist und dann ist es gar nicht mehr so wichtig, ob mit oder ohne, weil die Verbindung weich ist und die Zäumung nicht der Kontrolle dient, sondern dazu das Pferd zu formen.

Bei der Ausbildung unseres Jungpferdes Queenie (Foto) reiten wir zur Zeit auch mit Knotenhalfter, weil sie im Zahnwechsel ist, aber sie hat schon vor einem Jahr das Gebiss kennen gelernt und zwar auf Natural Horsemanship Art: Sie hat gelernt, das Gebiss zu suchen und akzeptiert es genau wie all unsere anderen Pferde ... und bei der wissen wir: Die kann auch anders.

Na ja: Das Foto zeigt dennoch nicht Queenie, sondern Fancy ... ihre Mutter, die gerade ein Lämmchen adoptiert hat.

APRIL: Mach ein Spiel draus - Abwechslung & Spass

Gestern hat mir ein Artikel über das Natural Horsemanship fast die Zornesröte ins Gesicht getrieben. Darin schreibt eine Horsemanship-Trainerin: "Ich versuche gerade herauszufinden welchen Nutzen unser Pferd aus unseren Spielen hat. Den Spaß, den wir ihm gerne unterstellen wollen, hat es sicher nicht." Tja, kein Mensch weiß, woher die Autorin diese Information hat, weil ja noch niemand ein Pferd dazu befragt hat. Deswegen sind wir alle darauf angewiesen über das, was Pferde wollen, nicht wollen, denken und fühlen zu spekulieren. Manchen ist dies bewusst, andere nehmen für sich in Anspruch genau zu wissen, was ein Pferd denkt. Dennoch spekuliere ich jetzt mal eifrig mit und mein Eindruck ist, dass Pferde es lieben zu spielen, sie spielen z.B. sehr gerne miteinander und es macht mir unendlich viel Spaß den Pferden beim Spielen zuzusehen. Dafür bräuchte ich allerdings kein eigenes Pferd, denn ich könnte ja auch die Pferde beim Bauernhof nebenan beobachten. Warum gebe ich also jeden Monat ein paar Hundert Euro aus, um ein eigenes Pferd zu  besitzen? Ich denke, es ist dieses Wahnsinnsgefühl, wenn sich so ein scheues Wesen wie das Pferd dem Menschen anschließt. Diese Euphorie, wenn sich zwei Seelen berühren und dieses Miteinander-verschmelzen, wenn dieses Wesen es erlaubt, dass man sich auf seinen Rücken setzt. Es gibt Menschen - meist Horse(wo)men genannt -, die finden intuitiv diese Beziehung und diese Bindung - andere Menschen möchten aber auch diese Verbindung finden und tun sich damit aus unterschiedlichen Gründen schwer. Haben diese Menschen jetzt Pech gehabt und geben ihr Geld aus, ohne diese Euphorie und Verbundenheit zu erleben oder gibt es Hilfe? Tja, meine Meinung ist: Die sieben Spiele nach Parelli helfen denjenigen, die es nicht intuitiv im Blut haben. Es ist ein Lernprogramm für den Menschen, damit es Pferden besser geht und man eine enge Bindung zum Pferd findet. Was wäre denn eigentlich die Alternative zum Spiel? Arbeit?? Und worum geht es, wenn der Begründer des Natural Horsemanship Pat Parelli seinen Schülern ans Herz legt: "Mach ein Spiel daraus." Hier meine Spekulation:

  • Die Einstellung zum Pferd ändert sich, weil man ein Spiel einfach nicht zu ernst nimmt.
  • Im Spiel gibt es zwar Regeln für beide Seiten, aber jeder darf mal einen Vorschlag machen und je weiter ich im System bin und je mehr ich weiß, dass ich notfalls und aus Sicherheitsgründen, dem Pferd Stopp sagen könnte, desto öfter kann ich auch zum Pferd sagen: "Was sollen wir heute spielen?"
  • Ein Spiel bedeutet Spaß und ist auf den ersten Blick das Gegenteil von Arbeit oder Training.
  • Wenn ich trotzdem mein Pferd reiten will und ihm etwas beibringen will, dann mache ich ein Spiel daraus, kann darüber lachen, wenn etwas nicht klappt und sagen: "Okay, Punkt für Dich".

Auch wenn die Autorin, die ich zitiert habe, behauptet, dass ein Pferd "ganz sicher keinen Spaß" an meiner Art des Spiels hat - seitdem ich es mache, ist vieles mit meinen Pferden so viel leichter geworden: Sie sind weniger ängstlich, sie sind selbstbewußter und sie kommen mir entgegen, wenn ich mich dem Weidetor nähere. Wir reiten ja bekanntlich Turniere, wo wir auf höchstem Niveau sehr schwierige Manöver wie den fliegenden Galoppwechsel oder den Sliding Stop erarbeiten - und das tun wir in der Tat spielerisch.

Als Lucky einmal eine Woche wegen Krankheit nicht geritten werden konnte, hat er immer versucht, sich durchs Tor zu mogeln, damit wir uns mit ihm beschäftigen, er verstand die Welt nicht mehr. Für mich war das aber ein Beweis für folgendes Zitat von Pat Parelli:

"Sorge dafür, dass Deine Gedanken die Gedanken Deines Pferdes werden, doch verstehe zuvor seine Gedanken." Mehr Zitate von Parelli und einen Artikel von mir, was Natural Horsemanship ist, finden Sie, wenn hier weiter nach unten scrollen.

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