12 Oaks Ranch - Mehr als "nur" Reiten
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Freestyle-Reiten & Parelli-Pattern fördern Beziehung und geben dem Pferd Verantwortung: Wenn es seinen Job macht, dann lässt man es in Ruhe

Update von Nicola (25.10.2015): "Eine Freundschaft ist nicht übertragbar: Man pflegt Freundschaften, indem man sich selbst um den anderen bemüht"

Bei Fancy und mir ist im Moment der Wurm drin. Es hat sich ja erst mal bei ihren Turnierleistungen gezeigt, die im Vergleich zum Vorjahr wirklich mäßig waren. Und da grübelt und spekuliert über Globulis, Bachblüten, Reithallenphobien, aber auf das Naheliegende kommt man einfach nicht. Mir hilft da manchmal die Frage, was ich einem Kunden sagen würde, wenn er mich nach einem ähnlichen Problem fragt und ich würde natürlich sagen, dass alle Probleme sich in Luft auflösen, wenn man dem Parelli-Programm folgt. Diese Erfahrung habe ich ja schon mehrfach gemacht: Nicht so geradlinig denken und nicht versuchen unmittelbar am Problem zu arbeiten.

Aber ihr kennt bestimmt die Geschichte vom Schuster, der Löcher in den Sohlen hat. Ich glaube so ähnlich ging es auch mir: Ich habe – wie wir alle - ja auch nicht unbegrenzt Zeit: Kinder, arbeiten, Geld verdienen und dann noch fünf Pferde. Da schien sich Folgendes anzubieten und ich dachte mit blütenreinem Gewissen: „Mit Fancy muss ich ja keine Bodenarbeit machen, da spielen ja Reitbeteiligung und Sohn mit, dann kümmere ich mich um die anderen“ - auf den ersten Blick eine faire Lösung. Fancy wurde diesen Sommer zwar von mir trainiert in Sachen fliegender Wechsel, Spin und „Rücken wölben“, aber über ein Jahr lang nicht bespielt (das Video oben ist aus dem Vorjahr und da hat es auf den Turnieren noch gut geklappt: Egal wieviele Starter, wir wurden Dritte).

Man kann jetzt auch nicht sagen, dass wir uns gar nicht mehr verstanden haben. Sie kam wohl noch zu mir und war zutraulich, aber dieses Gefühl der ganzen tiefen Verbundenheit .. das war es nicht mehr, also auch dieses Dirigieren aus dem Bauchnabel heraus .. nichts zu machen: Die Zeiten scheinen vorbei.

Vielleicht hat es sich für Fancy so angefühlt, als wären wir dicke Freunde gewesen und auf einmal lässt einen die beste Freundin von heute auf morgen fallen wie eine heiße Kartoffel. Immerhin haben wir im Sommer vor einem Jahr (2014) sehr viel zusammen gemacht: den Level 4 im Reiten bestanden und am Boden für Online und Liberty geübt – auch viel Spaß miteinander gehabt und von heute auf morgen, mache ich nichts mehr mit ihr, weil sie ist ja „versorgt“. Aber das würde ja auch in einer Ehe nicht klappen, wenn der Ehemann ein Jahr lang nicht mit der Frau spricht, weil die ja mit ihren Freundinnen „gut versorgt“ ist. Hat es sich für Fancy vielleicht so angefühlt, als hätte ich ihr die Freundschaft gekündigt?

Wir Menschen neigen bei Pferden ja manchmal dazu, dass alles, was man einmal beigebracht hat ie beim Auto jederzeit abrufbar zu sein hat. Als neulich unser Hundetrainer bei uns war, war ich somit festen Glaubens, ich könnte mal eben auf die Schnelle zeigen, wie toll Fancy und ich im Reiten ohne Kopfstück sind, aber Fancy sagte klipp und klar: „Kannst Du voll vergessen“. Sie rannte in einem Stechtrab los, sobald ich die Zügel locker ließ und an Lenken ohne Zügel war ja mal gar nicht zu denken. Ich habe es immer noch nicht geblickt und stand einige Tage später so sehr auf der Leitung, dass ich erneut dachte, ich könne mit Fancy und einer Bodenarbeitsschülerin in nur einer Einheit sowohl Falling Leaf Pattern als auch fliegende Wechsel am Boden und Sprünge über stehende Fässer zeigen. Pustekuchen: Was vor einem Jahr noch ohne mit der Wimper zu zucken geklappt hätte, ging erst mal voll in die Hose: Fancy riss sich los und das mir als Bodenarbeitstrainerin. Peinlich. Daraufhin habe ich Janik gefragt, ob sie bei ihm auch so ein Theater an stehenden Fässern macht. 2Nö“, sagt der, gar kein Problem für Fancy, wenn er mit ihr spielt. Na ja, wenn man ein System unterrichtet, wo die Beziehung an erster Stelle steht, dann muss man sich irgendwann eingestehen: Es gibt da wohl ein Beziehungsproblem, das sich gewaschen hat. Um nicht zu sagen: Fancy ist stinksauer auf mich und zeigt mir das unmissverständlich, so als würde sie sagen: „Ein Jahr lässt Du Dich nur blicken, wenn Du Turniertraining willst, und jetzt denkst, ich soll mal eben funktionieren? Nicht mit mir.“

Vor einer Woche auf der Messe habe ich meine Parelli-Instruktorin getroffen und sie gefragt, ob das sein kann, was ich mir da so zurecht fantasiert habe. Für die instruktorin war das keine Frage, denn sie hat Ähnliches mit ihrem Wallach nach der Babypause erlebt und auch hier das Gefühl gehabt, ganz von vorne anfangen zu müssen. Ich habe ihr von meinem Zeitproblem berichtet und sie erzählte mir, dass Top-Instruktor David Zünd (der uns auch schon mal bei Queenie geholfen hat, Artikel hier) gar nicht so viel Bodenarbeit macht, sondern die (Beziehungs-)Probleme eher im Reiten zu lösen sucht. Nicht so sehr nach dem Motto: „Ich trainiere, gymnastiziere und forme das Pferd (was natürlich auch richtig und wichtig ist), sondern auch mal zwischendurch Parelli-Pattern reiten und Verantwortung ans Pferd abgeben, indem man es nicht „micromanaged“ oder „babysittet“, sondern quasi sagt: „Hier ist der Trampelpfad, bitte folgen und solange Du das machst, bleiben die Zügel locker und ich gehe ins reiterliche Neutral, indem ich das Pferd in Ruhe lasse.“ (kennen wir am Boden ja vor allem im Circling Game).

Wieder zuhause, habe ich zunächst andere Methoden ausprobiert die ich bei einer anderen Parelli-Instruktorin gelernt hatte. Bei einem Kurs mit Lucky sollte ich damals so viel Druck vom Pferd nehmen, bis dieses so sehr entspannt, dass es den Kopf von sich senkt. Habe ich bei Fancy als Allererstes versucht – der Kopf blieb oben, als wäre er hoch gebunden.

Also habe ich mich den „stehenden Fässern“ gewidmet und mich dabei erwischt, dass ich beinahe versucht hätte, solange Druck zu machen, bis Fancy endlich springt. Denn das haben wir ja damals in der Reitschule gelernt: Durchsetzen um jeden Preis. Aber dann fiel mir ein, dass es ja eigentlich gar nicht um die Fässer geht (Pats „It's not about the gate“ klingelte mir im Ohr), sondern um die gebrochene Beziehung. Deswegen habe ich die Aufgabe leichter gemacht und in Babysteps aufgeteilt: Liegende Fässer, Lücken zwischen den Fässern und ihr werdet es nicht glauben: Nach weniger als 10 Minuten ist Fancy auch über die Stehenden gesprungen und, was für mich das Faszinierendste war: Als ich danach den Druck von ihr nahm und mich abwendete, senkte sie den Kopf: ganz entspannt.

Ähnlich lief es beim Reiten. Meine erste Idee war das so genannte „Zero Brace“ bzw. auch Passagierlektionen mit ihr zu machen, um sie emotional ins Gleichgewicht zu bringen: Völlig entspannen im Trab und nicht lenken. Das war ja mal gar nichts: Fancys Stechtrab war nicht zu sitzen und an Entspannung war nicht zu denken. Weil ich ja aufhören wollte, Fancy an Zügelhifen zu „babysitten“, habe ich mir einen Stick genommen und über ein Driving Game seitlich am Hals rhythmische Signale für „Bitte langsamer“ gegeben. Kombiniert mit den unterschiedlichen Parelli-Pattern führte das in wenigen Minuten dazu, dass ich Fancy im ruhigen Trab auf den verschiedenen Pattern nicht nur reiten, sondern sogar anhalten konnte, ohne Zügel, ja sogar ohne „Whoa“ zu sagen. Auch zum Lenken musste ich nicht mehr den Zügel aufnehmen.

Natürlich ist mit dieser einen Session nicht auf wundersame Weise unsere Beziehung repariert, aber wir sind wieder auf einem guten Weg und den werde ich den Winter über beschreiten, um nächstes Jahr beweisen zu können:

Wenn man Natural Horsemanship mit seinem Pferd betreibt, dann klappt es vielleicht nicht mit dem Nachbarn, aber immerhin mit dem Turniererfolg. Wetten?

 

Hier das Video von unserer Freestyle-Audition vor einem Jahr:

"Fancy im Turnierfieber" aus Larissas Sicht erzählt

"Es ist wirklich ein Vergnügen, ein Pony wie Lucky zu reiten. Er gibt sich richtig Mühe, will gefallen und ist auch talentiert – zumindest für ein Pony. Es macht auch einfach Spass, wenn man bei jedem Turnier eine bis fünf Schleifen mitnimmt – besonders schön ist, es wenn einige der Schleifen blau, rot oder lila ist.

Somit kann ich eigentlich nur den Hut ziehen vor meiner Mutter und meinem Bruder, weil sie sich das „Jedes-zweite-Turnier-ohne-Schleife-nach-Hause-kommen“ so kontinuierlich mit Fancy angetan haben (ich konnte einfach nicht anders, als beiden auch mal meinen Lucky zu leihen, um die letzten fehlenden Punkte zu ergattern).

Lucky war ja beim Kauf vor zehn Jahren mein Pony: Weil er mich gebissen hat, als ich klein war, war er dann zu Erziehungszwecken das Pony meiner Mutter und als wir beide mit ihm die ersten Turnier bestritten haben und ich einen 2. Platz gemacht habe, habe ich zu meiner Mutter gesagt: „Wehe, du machst jetzt auch den zweiten Platz“. Sie hat dann gesagt, dass sie mir Lucky schenkt (wie kann man mir etwas schenken, was mir schon gehört?) und hat dann brav den 3. Platz gemacht und sich mit Feuereifer darauf gestürzt unser damals recht neu gekauftes Painthorse Fancy in vier Wochen zur Turnierreife zu bringen, was erwartungsgemäss in einem Desaster endete. (WEITERLESEN AUF BLOGSPOT)

Drei Jahre nach dem 1. Turnierstart: 1. Superhorse & 1. Westernriding.

Blogeintrag vom 31.8.:

Also die Fancy hätten wir gestern echt zuhause lassen können: Ich habe ja schon viel erlebt, aber in einem einzigen Trail 30 Penaltys - das hatte ich echt noch nie. So viele Stangen hat ein Trail überhaupt nicht. Fancy fing schon vor dem Start das Hampeln an, das hat sie seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht - noch nicht einmal Beine ran hat geholfen, da rannte sie dann rückwärts. Es ist mir so gesehen, schon ein Rätsel, dass es mir überhaupt gelungen ist noch in die Prüfung rein zu reiten und dann sogar noch einen wertungsfähigen Ritt zu erhalten (auf dem Scoressheet erkennt ihr mich am R2 - für Reservesieger 2). Es fand sich auch jemand, der nach dem Ritt sagte, dass es echt ein Wunder wäre, dass man jede Stange mitnehmen kann und das Pferd so an und man den Ritt zu Ende bringt. Danke für die Blumen, aber ich hatte gewaltig den Kaffee auf und habe dann kurzerhand im Horse & Dog Trail Lucky genommen. Das war zwar ursprünglich geplant und dann wieder spontan umgeándert und dann wieder zurück geändert, so dass ich vorher mit Lucky gar nicht geübt hatte. Daher haben wir uns im Rückwärts-Seitwärts-Hindernis auch ein kleines bisschen vertuckt, aber egal: Das ist der beste Score, den ich im Horse-Dog-Trail jemals hatte (3. Platz). Besonders stolz bin ich auf Lucy, die normalerweise berühmt-berüchtigt dafür ist, dass sie sich auf dem Turnier als Mischung zwischen Hund und Flummi präsentiert. Gestern hat sie das soooo toll gemacht. Wenn ihr auf die Zeichnung der Pattern schaut (Fotos), seht ihr, dass man den Hund auf der linken Seite der Reithalle ableint und ablegt, mit dem Pferd úber die Brücke reitet bis fast zum Tor, dann erst den Hund ruft, der dann auf der rechten Seite der Halle wieder abgelegt wird: Und Lucy hat das so toll gemacht. Larissa konnte nicht so gut filmen, weil sie Fancy an der hand hatte und ein anderes Pferd im Weg stand, aber die Passage vom Tor, zeige ich Euch morgen. Apropos Larissa: Die ist zum dritten Mal in Folge allround-Champion der LK 2 B geworden: 1. in der Superhorse, 2. im Trail, 2. in der Reining und 3. in der Westernriding. Von den letzten beiden Ritten gibt es sogar Videos, die ich morgen einstelle. Da Larissa wegen der eher geringen Starterzahlen wieder gegen LK-1-Reiter und sogar gegen Erwachsene geritten ist (eigentlich fast immer in dieser Saison), bin ich mal wieder ganz die stolze Mama.

Ach so, was Fancy betrifft: Aus dem Augenwinkel habe ich gesehen, dass da ein Tor war, wo Hunde unten drunter her gelugt haben - ob sie das so aufgeregt hat? Oder hat sie eine Hallenphobie unter der Lucky letztes Jahr auch noch gelitten hat?? Egal, für mich ist die Turniersaison gelaufen, ich habe meine Punkte für den Klassenerhalt und werde die nächste Saison mit Lucky beginnen. Nicht nur, weil die Top-Horse-and-Dog-Trail-Frau Jutta Brinkhoff uns so gelobt hat: "Warum bist Du da nicht eher drauf gekommen - Du solltest immer das Pony nehmen. Mit dem kannst Du die deutsche Meisterschaft mitreiten ..", sondern auch, weil wir zufällig darüber gestolpert sind, dass man sich das silberne Reitabzeichen über Turniere erreiten kann. Man muss in den Leistungsklassen 1 oder 2 jeweils 25 Punkte in folgenden Kategorien erreiten. Kategorie 1: Westernhorsemanship, Pleasure und Trail (die ersten beiden lasse ich mal gepflegt weg) / Kategorie 2: Superhorse, Reining, Westernriding (wenn das nicht passt, wie Faust aufs Auge). Das bietet sich an, weil im nächsten Jahr Larissa auch Queenie erstmals auf Turnieren vorstellen möchte und der Larissa kann ja nicht viel passieren: Sie ist LK 1 und im schlimmsten Fall rutscht sie in die LK 2 zurück. Die Gefahr sehe ich allerdings nicht, weil sie ja die Qualiprüfungen mit Lucky reitet und für den Klassenerhalt "nur" 20 Punkte benötigt. Höher als LK 1 geht ja nicht. Da Fancy so überaus deutlich gemacht hat, dass sie kein Trailpferd sein will, werden wir sie nächsten Jahr auch in anderen Disziplinen vorstellen. janik übt schon Ranch Riding und Westernhorsemanship und Larissa stellt Fancy Ende September in der Superhorse und der Westernriding vor - da gibt es nicht so viel Stangen: um genau zu sein mindestens eine, aber höchstens acht, wenn wir mal die Pattern 2 annehmen, die häufig vorkommt.

Mit Reitbeteiligung Essie: Hopp oder Topp, Erste oder Zweite oder gar nicht

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