12 Oaks Ranch - Mehr als "nur" Reiten
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Die 12-Oaks-News: All unsere Blogs an einem Ort vereint

Equitana Open Air

- Vom MMO verfolgt

 

Und da hatten wir gerade im Auto beschlossen, dass wir uns die Mustangs nicht ansehen, weil wir dieses unnötige Hauruck nicht unterstützen wollen, da sahen wir uns vom Mustang Makeover regelrecht umzingelt. Wir wollen uns Parelli-Instruktoren ansehen und vorher ist das MMO. Wir haben uns gerade die Shettys angesehen und schon wieder tauchen Mustangs auf. Sehr unangenehm aufgefallen ist mir Rabea Schmale. Das Erste, was man von ihr sah, war, dass ihr Mustang mehrfach nach ihr austrat, womit er entweder deutlich macht, dass er mit ihren Trainingsmethoden nicht einvertanden ist ODER dass er gestresst ist. Trotz alledem setzt Rabea Schmale durch, dass die Mustangs jetzt - entgegen der Anweisung an den Moderator - auch noch dem Applaus ausgesetzt wird, worauf der Mustang einer Sina "ausrastete". Rabea Schmale bestand dann darauf, dass so lange geklatscht wird, bis der Mustang still steht, wozu er nicht bereit war - 4 Wochen nach Ankunft aus den USA und Wasserverlust auf dem Flug, was Teilnehmer Luuk Teunissen berichtete. All das habe ich in einem Video fest gehalten, was eigentlich morgen in meinem Youtube-Kanal erscheinen sollte. Das muss ich jetzt ein paar Tage schieben, weil mir ein Video zugespielt wurde, wo sich eine Teilnehmerin der VOX-Pferdeprofis "auskotzt": "Nie wieder - ist alles nur Show - mein Problem wurde in den 3 Monaten Beritt nicht gelöst - nicht einmal ansatzweise", um ihre Worte kurz zusammenzufassen, das zeitnah nach der Sendung morgen erscheint. 

Deswegen kommt das Equitana-Video erst Donnerstag (zwischenzeitlich erschienen - unter den Fotos) und darin eingefangen haben wir Rabea Schmale, wie sie ihr Gesicht in die Kamera meiner Freundin "hält" und ihr zuruft "Posten nicht vergessen." Angenehm aufgefallen ist mir Birger Gieseke an dessen Stand wir waren und der erzählte, dass er seinen Mustang im Vorjahr nicht reiten konnte, weil dieser schwer krank war und derartige Schmerzen hatte, dass er nur im Schritt, nicht aber im Trab geritten werden konnte. Deswegen hat Birger sich entschieden, den Mustang am Boden vorzustellen. Bemerkenswert fand ich, dass ja im Vorfeld immer gesagt wird, dass die Mustangs nicht geritten werden MÜSSEN und man dann hört, dass die Richter (u.a. Mustang Maddy) doch versuchen die Reiter dahingehend versuchen zu überreden mit Worten wie: "Willst du dann nicht vielleicht ohne Sattel reiten?

Shoppen waren wir auch und ich durfte den Automatik-Mercedes einer Freundin fahren - echt cool.

Das Video zeigt natürlich nicht nur MMO, sondern Freiberger, Shire Horses, Dülmener Wildpferde, Islandpferde in rasantem Pass und Tölt und, und, und ... ein Follow-Me-around halt. Mein Highlight - die Parelli-Instruktoren - seht ihr allerdings in einem Extra-Video - ich konnte das einfach nicht kürzen, weil ich das so als Kontrastprogramm empfunden habe, dass da noch zwei Pferde ein erstes Mal auf der Messe waren und statt schneller, besser, weiter wie beim MMO hat Instruktorin Elena Bader dem Pferd am Boden das gegeben, was es braucht und ein angehender Instruktor ist mit seinem Appaloosa auch nur ruhig durch die Arena geritten: beim 1. Mal muss man nicht auch noch den Zuschauern irgendwelche Tricks und Showeffekte zeigen.

Post aus Brasilien

 

Ich liebe Überraschungspakete und habe mich total gefreut über diese Mitbringsel aus Brasilien - eine Deutsche ist auf eine Kokosnussinsel ausgewandert. Ihr erinnert Euch letztes Jahr hatte ich ihr NHS-Unterrichtsstunden als Videoanalysen gegeben und sie hat mir Fotos geschickt

Noisy, Fancy & me

 

Da geht einem ja manchmal echt das Herz auf, wenn die Tiere zu einem kommen. Fancy hat sogar geblubbert, als sie zu mir an die Bank kam und verfolgt mich dieser Tag, nachdem ich Liberty mit ihr gespielt hatte. Und von Stallkatze Noisy bin ich überhaupt der größte Fan - die hat sich dann auch dazu gesellt, nachdem sie ihren Mittagsschlaf im Heu beendet hatte.

Cheerleader wären vor Neid erblasst über die Stimmung bei uns im Dorf

Warum küsst der junge Mann den Pokal? Und was soll dieser Karnevalsumzug, wo doch Karneval längst vorbei ist? Mädchen in Luftballons, Bollerwagen voller Bierkästen - was geht da ab?

Queenies erster Pokal

 

Queenies 1. Turnier der Saison war mit Buckeln & Steigen ja ein Schlag ins Wasser und das Zweite begann ganz ähnlich: Mit Steigen. Bei der Westernhorsemanship vermeinte ich einen Außengalopp zu sehen (Brille verlegt) und dann kam die Siegerehrung - von sechs Startern wurden fünf platziert und dann wurden sie der Reihe nach aufgerufen: Fünfter, Vierter, Dritter, Zweiter - Larissa strahlte voreilig, aber ich fragte mich:Ist sie jetzt Erste oder Letzte? Den ganzen Ritt hier:

Zu doof die Actioncam zu bedienen: Mehr Fotos als Videos /ganz unten mehr

Auch wenn ich schwer mit der Technik kämpfe und die Helmkamera zu tief eingestellt war, kommen meine Streifzüge (PLAYLIST) mit der actioncam GoPro hero 4 black https://amzn.to/2JYGKOM durchs bergische Land gut bei meinem Youtube-Publikum an. Ich freue mich riesig über die Kommentare. Ich übe fleißig und meine Kinder helfen mir beim Einstellen der Helmkamera, so dass ich die kleinen Frau-und-Technik-Probleme bald in den Griff bekomme: Zubehör-Paket ist schon bestellt: Unboxing-Video folgt .

Eene Besuch im Zoo, oh, oh, oh - Zoom Erlebnispark Gelsenkirchen

Janik hat sich zum Geburtstag einen Zoobesuch gewünscht: Begleitet uns durch Alaska, Afrika & Asien - zu Fuß und im Boot. Seid bei der Stinktier & Affenfütterung dabei und geht mit uns in die Steppe zu Zebra, Giraffe, Nashorn & Co. Außerdem gab es ein lautstarkes Froschkonzert und jede Menge Babys: Mini-Eisbär, kleine Enten und Affen, die sich in Mamas Fell klammern.

Unten sind sämtliche Fotos - als Best-Of sortiert bekommt ihr sie nächsten Sonntag im Zirkus-Vlog-Kanal und sogar mit affiliate-Links: 

Gefilmt habe ich mit der GoPro hero 4 black, die ihr über folgenden affiliate-Link bestellen könnt: https://amzn.to/2JYGKOM
Larissas Fotos (die letzten 26 in der Bildergalerie) wurden mit der Huawei P 9 titanium geknipst, die ihr mit diesem Link https://amzn.to/2IlmSFn kaufen könnt, falls ihr unsere Blogs und Kanäle unterstützen möchtet. Die meisten anderen Fotos stammen vom Samsung Galaxy A 3 blau: https://amzn.to/2KWCxwx
Janik hat zu seinem Geburtstag ein Handy bekommen, womit er den Regenstein im Streichelzoo fotografiert hat, das Sony Xperia XZ forest blue https://amzn.to/2ICZHcF
Das Foto vom Janik auf dem Spielplatz wurde mit meinem alten Handy gemacht, das ursprünglich auch gute Bilder gemacht hat, aber ich habe wohl das Display zerkratzt - liegt nicht am Samsung Galaxy s 3: https://amzn.to/2wAQqxh

Bald im Turnierblog: Queenie hat ihren 1. Pokal gewonnen - 1. Platz WHS

Der Blogbeitrag zum 1. Turnier der Saison ist weiter unten. Beim 2. Turnier wurde Queenie erstmals einhändig vorgestellt: 1. in der Westernhorsemanship, je 5. in Reining & Ranchriding. Nächstes Turnier: 10.6. Ratingen

Gelöschtes MMO-Video ist wieder hergestellt

 

Meine Gegendarstellung gegen das Löschen meines React-Videos über das Mustang Makeovers war erfolgreich. Das MMO war nicht berechtigt, das Video unten zu löschen. Details im Monat April des 12-Oaks-Blogs (bitte nach unten scrollen: Dort ist die Vorgeschichte, die Rechtsgrundlage und der eMail-Verkehr zwischen mir und Youtube - meine eMails ans MMO könnt ihr zudem HIER nachlesen)

Unterhalb sind unsere externen Blogs integriert: Im Turnierblog gibt es nicht nur den Bericht übers letzte Turnier (Samstag ist schon das nächste), sondern auch brandneu einen Produkttest (wir testen ein Stangengebiss von Mr. T - Texan Natural Horsemanship) sowie einen Themenmonat "Anekdoten vom Training bei Elias Ernst). Ein weiterer Themenmonat  ist im Horsemanship-Blog und zwar zum Mustang Makeover: Dieses Mal war nicht ich die Autorin, sondern Hardy Lahn, der in den USA lebt und selbst mehrere Mustangs adoptiert hat.

Ganz neu im Horsemanship-Blog ist der Beitrag zum Making-Of des folgenden WDR-Videos, denn der WDR hat zum vierten Mal bei uns gedreht. Ihr kennt die Beiträge schon? Dann ist ganz, ganz unten unsere Twitter-Timeline und darunter Janiks ebenfalls hier integrierter Gamer-Blog - einfach den Beitrag anklicken und dort zum The-Bomber-Blog wechseln.

Ein schöner Wald (alle Bildtitel von Lisa E.) Eigentlich ist dies ja ein Natural-Horsemanship-Blog. Aber getreu Parellis Motto "Keep it natural" geht es heute um Umwelt- und Klimaschutz. Hier ein weiterer Gastbeitrag von Lisa Eggert, die bereits in den letzten Monaten einen kulturwissenschaftlichen Blick auf die VOX-Pferdeprofis geworfen hat (Hier geht es zu TEIL 1, in dem es um Bildsprache geht, TEIL 2 mit dem Fall Hidalgo von Bernd Hackl & TEIL 3 mit zwei Fällen von Sandra Schneider, u.a. ihr wahrscheinlich letzter Fall: Der Haflinger Nero), aber jetzt zu einer spannenden Reportage mit dem Hashtag: Hambi bleibt Was war das nervenaufreibend. Erst heißt es: Großdemo wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Dann am Freitag die unfassbare Erleichterung. Das Oberverwaltungsgericht Münster urteilt, dass die Rodung des Hambacher Forstes erst einmal gestoppt wird. Und einige Stunden später kippt das Verwaltungsgericht Aachen das Demonstrationsverbot. Wahnsinn. Aber der Reihe nach. Neue Barrikaden (Fotos vom 6.10.2018) Vor zwei Wochen, am 23.09., fuhr ich zu meinem ersten Waldspaziergang nach Buir. Zusammen mit 7.500 weiteren Menschen, die dem furchtbar schlechten, kalten, regnerischen Wetter trotzten. Die Stimmung war gedrückt, was nicht nur dem Dauerregen geschuldet war. Viele Baumhauscamps standen noch und die Spaziergänger*innen halfen den Campbewohner*innen bei der Befestigung und beim Barrikadenbau – mit dem Mut der Verzweifelten. Die Polizei ließ uns nur nach vorheriger Kontrolle in den Wald, der nur noch ein Bruchteil dessen ist, was dort einmal stand. Aber trotzdem ist es ein unglaublich schöner Mischwald. Der Gedanke, dass diese alten Bäume den Kohlebaggern weichen sollen, die man nach kurzem Weg durch den Waldstreifen sieht, machte traurig. Die Berichterstattung zum Thema, die Äußerungen von Politik und RWE sowie die massive Polizeipräsenz und die Art wie mit den Demonstrant*innen umgegangen wurde, verstärkten das Gefühl der Hilflosigkeit. Hier war mal ein Baumhaus Die Baumhäuser, wunderschöne, kreative und liebevoll errichtete Formen von Protestkultur, Wohnräume für Menschen, machten mir einen ganz anderen Aspekt deutlich, der mir vorher nicht klar war: Neben dem Verlust eines Waldes, neben den Auswirkungen für unser Klima, ist die Räumung selbst ein persönlicher Verlust für die Aktivist*innen, die teilweise seit Jahren in diesem Wald leben. Sofort machte sich – nicht nur bei mir – das Gefühl der Solidarität mit diesen mutigen Menschen breit, die nicht wie ich später in eine warme Badewanne steigen und in eine Decke gekuschelt im Sessel einen heißen Tee trinken würden, sondern seit Jahren da draußen leben und dadurch den Wald beschützen. Beim Barrikadenbau, der zwar verboten war, aber von der Polizei toleriert wurde, brach sich diese Solidarität Bahn. Menschen jeden Geschlechts, jeden Alters und jeder sozialen Herkunft packten mit an, schleppten zusammen Bäume durch den Wald, halfen sich gegenseitig und trotzen Regen und Brombeersträuchern. Das waren keine Aktivist*innen. Das waren Menschen, die man täglich auf der Straße trifft.  Auch hier war einmal ein Camp Von den idealistischen Jugendlichen über Familien mit Kindern, bis zu den Rentner*innen in Funktionskleidung – irgendwann rannte eine kleine Oma neben mir mit erhobenem Regenschirm auf die Polizist*innen zu und skandierte laut „Hambi bleibt! Hambi bleibt! Hambi bleibt!“. Diese Menschen wurden immer wieder kriminalisiert, ihre Meinung nicht ernst genommen und ihre Solidarität mit den Aktivist*innen für aussichtslos erklärt. Als später die Polizei in den Wald einrückte und Pfefferspray gegen eben jene Menschen einsetzte, stand ich gerade mit vielen anderen an der Gedenkstätte für den gestorbenen Journalisten Steffen Meyn. Ich weiß nicht, was passiert ist, dass es zu dem Einsatz von Pfefferspray kam und will daher nicht darüber urteilen. Aber auch hier hat mich der Mut und der Zusammenhalt der Menschen berührt, die sich den Polizist*innen, die in voller Kampfmontur in den Wald kamen, entgegenstellten. Dennoch hing die ganze Zeit eine bleischwere Verzweiflung und Hilflosigkeit über dem Wald. Vom Bahnhof Buir zur Demo  Unfassbar dagegen die Stimmung am gestrigen Tag, dem 06.10.. #Hambibleibt ist nicht mehr nur ein Hashtag, nicht mehr nur die Forderung so vieler Menschen, sondern – wenn auch nur vorerst – Realität. Und das ist ein Grund zu feiern. Über 50.000 Menschen reisen also gestern nach Buir. Die Bahn setzt mehr Züge ein, es gibt Shuttlebusse und dennoch ist die Anreise für viele schwierig. Ich habe Glück, komme ganz gut durch und bin überwältigt von der Veranstaltung. Mit unglaublicher Kreativität und Freude wird hier der Rodungsstopp gefeiert. Ein Klavier steht auf dem Feld, eine Brass-Band spielt und viele sind verkleidet – zum Teil auch als Bäume, witzige Idee. Es gibt Essenstände und Stände vom BUND und von Greenpeace, eine Bühne und ein riesiges Transparent „We will end coal.“ Als hätte das Wetter sich anstecken lassen von der ganzen Euphorie, strahlt die Oktobersonne ausgelassen auf das Feld vor dem Hambacher Forst. Und auch gestern ist das Publikum breit gemischt. Einig sind sich alle in ihrer Erleichterung und vielleicht auch ein wenig im Siegesgefühl – auch wenn die Proteste juristisch nichts mit dem Urteil zu tun hatten.  Menschen unterwegs zur Demo Die Polzist*innen stehen gelöst in T-Shirts an ihren Mannschaftswagen und wirken viel freundlicher als noch vor zwei Wochen. Auch für sie geht eine schreckliche Zeit zu Ende. Der Einsatz war sicher Kräfte zehrend und ich bin auch nicht der Meinung, dass so mit Polizist*innen, die genauso Menschen sind, wie die Demonstrant*innen, umgegangen werden sollte.  Die Opposition „Wir, die Polizei“ und „Die, die Protestler“, haben viele von ihnen sicher nicht gewollt und einigen konnte man auch vor zwei Wochen in den Gesichtern ablesen, dass sie nicht gern taten, was sie taten. Umso schöner ist es zu sehen, wie auch diese Grenze sich gestern langsam wieder auflöste. Auch die Landwirte sind dabei Überhaupt ist es ein Tag, der in aller Symbolhaftigkeit Grenzen und Gräben aufweichte. Ein Vertreter der Landwirte, die mit aufgehübschten Treckern angereist sind, spricht von den Konsequenzen des Klimawandels für Landwirtschaft. Landwirte, die ja nicht unbedingt immer auf der Seite des Naturschutzes stehen, solidarisieren sich mit dem BUND – verrückt. Motorradfahrer in voller Kluft wippen zu politischen Songs des ehemaligen Wise Guys-Sängers Eddi Hüneke, Rentnerinnen probieren zum ersten Mal veganes Chili-sin-Carne und urteilen „Sehr lecker. Merkste gar nicht, dass da kein Fleisch drin ist.“ und nicht zuletzt wird die Grenze zum Wald wieder geöffnet. Der Morgen der Demonstration der Erleichterung und des Triumphes: Der Demoplatz ist noch ziemlich leer  ... aber es werden immer mehr Ohne Polizeikontrollen gehen wir einfach beschwingt hinein – vor fast allen anderen. Ein komisches, schönes Gefühl. Traurig macht dann aber der Anblick der ehemaligen Camps. „Guck mal, da hängt noch die Schnur, die ich vor zwei Wochen im Regen mit meinem Feuerzeug abgetrennt habe.“ „Hey, das ist doch die Astgabel, in die wir den Baum gelegt haben, damit das eine solide Barrikade wird.“ „Wo war denn nochmal das Camp Beech Town, mit der Gedenkstätte.“ An letzterer angekommen, kippt zumindest meine Stimmung. Das war unnötig. Die Räumung, der massive, superteure Polizei-Einsatz, die vielen Verletzten (Polizist*innen wie Aktivist*innen) und nicht zuletzt wohl auch der Tod von Steffen Meyn. Das hätte alles nicht sein müssen, wenn man das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes abgewartet hätte, statt zu versuchen, vollendete Tatsachen zu schaffen. Trotz aller Euphorie, trotz dem Gefühl von Stärke durch Solidarität, trotz der Erleichterung, bleibt der Hambacher Forst auch ein Ort, der viel von Verletzung, Wut und Trauer erzählt. Die Stimmung ist gut und das Wetter herrlich Am Waldesrand dann unglaubliche Bilder: Tausende von Menschen, die lachend und feiernd in den Wald strömen: Der Wald ist Natur, die gehört uns allen und nicht einem Konzern. Fast 15 Minuten lang reißt der Strom an Menschen nicht ab. Auf dem Feld vor der Bühne ist es immer noch voll und selbst am abseitigsten Dixie-Klo gibt es eine Schlange. So sehen also 50.000 Menschen aus. Als ich mich auf den Weg zurück Richtung Buirer Bahnhof mache, kommen mir immer noch Menschen entgegen. Bis in meine Heimatstadt im Ruhrgebiet fahren Leute, die #Hambibleibt-Aufkleber auf der Kleidung tragen. Wahnsinn, wie groß das Interesse für dieses kleine Waldstück geworden ist, dem ich jetzt erst einmal Ruhe wünsche. Tausende Menschen waren da, um den Hambacher Forst zu retten, jetzt soll er sich erholen von dem Stress, sollen die Tiere wiederkommen und die Pflanzen die Wege überwuchern, die für die Räumung befestigt wurden. Dann hätten wir alle genau das erreicht, was wir wollten und ganz nebenbei mit dem Hambacher Forst ein Symbol geschaffen – für Klima- und Umweltschutz und gegen die Macht großer Konzerne. Nach dem Video, das Lisa Eggert am Hambacher Forst gedreht hat, seht ihr weitere Fotos von Lisa und ganz oben ein React-Video von mir, in dem sich mein eigener Besuch am "Hambi" mit dramatischen Szenen aus einem WDR-Beitrag abwechselt und ganz unten ein Video darüber, wie der Klimawandel zu uns ins Bergische eingezogen ist: Die Wiesen verdorren und es herrscht Heunot. (Bildtitel: Überall im Wald hängen solche Zettel - mit Mausklick vergrößern) Blick auf die Mondlandschaft des Tagebaus Genau Links der Waldrand, rechts Braunkohlebagger
09.09.2018
Nicola Steiner Horsemanship
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Warum gibt es die Sendung "VOX-Pferdeprofis"? Und für wen soll das eigentlich sein? In Teil 1 ging es allgemein um die Sendung und die Elemente, mit denen offenbar ein gewisser Eindruck vermittelt werden soll. Teil 2 und 3 befassen sich nun mit einer bestimmten Folge – die Folge mit dem Connemara-Mix Hidalgo und der Stute Emmy Lou (Erstausstrahlung am 21.04.2018). Emmy Lou, Galoppbuckeln und die Traumaerzählung Sandras Fall wird in dieser Folge zur Kulisse ungefähr aller weiblichen Klischees. Los geht’s damit, dass der Kommentator uns darauf hinweist, dass Sandra heute einen Ausflug in die Englischreiterei macht. Ich habe ja noch nicht verstanden, welche Reiterei normalerweise ihre ist – per Ausschlussverfahren der Reitereien, in denen ich mich genau so viel auskenne, um zu erkennen, dass Frau Schneider sie nicht betreibt (Western, Englisch und Akademische Reitweise), bleibt vielleicht noch Gangpferdereiten, aber das scheint mir auch falsch. Nachdem wir nun wissen, dass wir in Bochum sind (Ganz kurz als Kind des Ruhrgebiets: Seht ihr? Es ist überhaupt nicht nur grau und hässlich hier!), erzählt uns Sandra in die Kamera, dass die Stute Emmy Lou „in ihrer frühen Jugend eigentlich eine erfolgreiche Karriere als Springpferd begonnen hat, jetzt aber gar nicht mehr so richtig reitbar ist.“ Nennt mich pingelig, aber das klingt doch fast als hätte Emmy Lou damals nach erfolgreich abgeschlossenem Remonte-Abi beschlossen Springpferd auf Bachelor zu studieren. Was heißt in ihrer frühen Jugend? Da wären vielleicht mal genauere Angaben sinnvoll. Und soll das jetzt sowas werden wie: Sie hatte eine großartige Karriere als Ballett-Tänzerin vor sich, aber dann kam da dieser Unfall und jetzt kämpft sie sich zurück? In TEIL 1 dieser Serie befasst sich Autorin Lisa Eggert mit dem Vorspann &assoziert von der Bildersprache eine Art Geschwisterpaar, das Pferde trainiert Das gar nicht mehr so richtig reitbar, wird sich in den nächsten Minuten allerdings zu einem definitivem Unreitbar auswachsen. Sandra hofft allerdings, dass sie Emmy Lou und ihrer jungen (wichtig, denn das wird später noch bedeutsam) Reiterin helfen kann. Jetzt sehen wir eine Videosequenz mit Grauschleier und erfahren, dass das Mädchen die Stute vor zwei Jahren bekommen hat (also, als das Mädchen 13 war) und dass diese ihr Nachwuchspferd werden sollte. Ich tippe jetzt mal einfach, dass das eine sehr merkwürdige Verwendung des Begriffs „Nachwuchspferd“ ist. Der bezeichnet ja generell Jungpferde, die man vielleicht schon parallel zu seinem Turnierpferd ausbildet, damit sie turnierfertig sind, wenn das ältere Pferd verrentet wird. Hier meint er wohl eher, das erste Pferd mit dem man als Jugendliche Turniere startet. Hoffentlich war die Idee nicht, dass die 13-Jährige die Stute selbst ausbildet. Allerdings reitet die heute 15-Jährige nach eigener Aussage länger als ihr Leben und hat auch schon länger als ihr Leben Pferde. Okay, das ist ein Teenager-Mädchen, das den Traum lebt und auf einem Reitstall großgeworden ist und immer schon Ponys hingestellt bekommen hat. Allerdings passt die Aussage nicht zu der mangelnden Erfahrung, die sich in den folgenden gut 20 Minuten zeigt. Damit meine ich nicht den wirklich bewundernswerten Sitz der Reiterin, sondern die Tatsache, dass niemand – weder sie selbst noch ihre Eltern, die ja offenbar auch Pferde haben zumindest seit ca. 16 Jahren, wegen „länger als mein Leben“ und so – auf die Idee kommt, mal jemand über den Rücken des Pferdes schauen zu lassen. Und nein, man muss echt kein Tierarzt sein, um auf diesen Gedanken zu kommen. Das Pferd läuft spannig, klemmig und bockt ganz offensichtlich nicht bösartig. In TEIL 2 geht es um einen Fall von Bernd Hackl. Gastautorin Lisa Eggert vergleicht dort Bildsequenzen mit dem Spielfilm "Pferdeflüsterer" Auch Sandra, die doch mit Sicherheit das Video gesehen hat, schaut sich die Stute nicht erstmal so an, tastet den Rücken ab, bewegt sie ein wenig am Boden oder lässt sie sich mal ohne Reiter in allen Gangarten an der Longe zeigen. Nein nein, sie will sich, so der Kommentator, das Pferd „ganz genau ansehen, deshalb reitet die Besitzerin das Pferd vor“. Witzig unter „genau ansehen“ hätte ich das verstanden, was ich vorher aufgezählt habe und noch einiges mehr (z.B. Gesamtzustand, Beweglichkeit im Hals anschauen, Sattel, Haltungsbedingungen, Futter ... ach, es gibt so vieles was man sich anschauen kann, aber nochmal das Gleiche wie in dem Video ist auch okay). Eine Szene aus dem Spielfilm "Der Pferdeflüsterer" von & mit Robert Redford Emmy Lou marschiert dann auch direkt nach dem Aufsteigen los. Sandra fragt, ob sie das immer mache und rümpft die Nase als die Antwort „Ja.“ lautet. Stimmt, das ist nicht schön. Das ist eine Unart. Ich würde das immer unterbinden und absolut üben. Aber mit Blick auf das Bewerbungsvideo ist das ja wohl das kleinste Problem. Und dann dramatisieren Sandra und der Kommentator als hätten sie sich abgesprochen gemeinsam die ersten Schritte auf dem Reitplatz. Das Pferd macht sich fest – stimmt. Es beißt die Zähne aufeinander – stimmt. Und ist ganz unzufrieden, gar außer sich – puh, joa, nö! Ist es Zufall, dass die Bildsprache der VOX-Pferdeprofis so sehr an den 1998erschienen Spielfilm "Pferdeflüsterer" erinnert (Regie: Robert Redford) Bis hier hin könnte es auch folgendes sein: Es ist kalt, das Pferd kommt nicht viel raus und läuft jetzt ausnahmsweise mal wieder auf dem recht windigen Springplatz. Da werden Pferde schon mal spannig und Emmy Lou ist dabei zunächst noch recht nett. Sandra schlägt einen Trab vor und der Kommentator raunt „Ob das so eine gute Idee ist?“ Aber die Reiterin gibt sich Mühe und kann die Stute untermalt von dramatischer Musik antraben. „Lange macht Emmy Lou das aber nicht mit.“ Ne, dann fängt sie an zu hüpfen und macht genau das Gleiche wie in dem Bewerbungsvideo. Zwei-Longen-Technik & der "Pferdeflüsterer" mit im Wasser - wie im Film Sandra klärt uns auf, dass das nicht als Reiten zu bezeichnen ist und dass es so auch weder für Pferd noch Reiterin schön sei. Da hat sie Recht. Aber niemand hätte diese Information gebraucht. Das Mädchen hatte ja eben deshalb um Hilfe gebeten, weil sie es nicht schön findet und wer Augen hat, sieht auch, dass das nichts mit harmonischem Reiten zu tun hat. Dann kommt der Witz mit dem Galoppbuckeln und die Schneidersche Diagnose, dass da einiges im Argen ist. Und nun sind Besitzerin und Sandra beide besorgt. Die Profi-Meinung zur Ursache: Ein Trauma! Reiten bedeutet für Emmy Lou generell Stress und sie erwartet immer etwas Schlimmes, sobald da jemand draufsitzt. Aber, es liegt auf keinen Fall an der Reiterin. Das wird ganz zu Beginn schon klargemacht, die Absolution erteilt und die Besitzerin von aller Verantwortung freigesprochen. Dafür braucht man die Trauma-Erzählung. Wir erinnern uns an den „Pferdeflüsterer“. Auslöser war dieser wirklich schlimme Unfall – dessen recht realistische Darstellung und die Tatsache, dass ich zwölf war als ich den Film gesehen habe, dazu geführt haben, dass ich wohl nie im Schnee ausreiten werde; das und die Tatsache, dass es hier so wenig schneit. Auf jeden Fall kann niemand etwas dafür, das bestätigt auch später im Film Robert Redford und der ist extrem vertrauenswürdig. Unfälle, Traumata und solche Dinge liegen außerhalb unseres Einfluss- und damit unseres Verantwortungsbereiches. Diese erste Einschätzung wird in der ganzen Folge nicht mehr revidiert. Es bleibt dabei: Du bist nicht verantwortlich. Du bist ja auch noch so jung. Jetzt kommt Emmy Lou aber erst einmal auf den Rosenhof. Neben dieser ist nun auch die Chiropraktikerin und Physiothearpeutin angekommen, weil Sandra jetzt doch physische Gründe ausschließen will. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, Frau Neeff zu googeln und zu schauen, wieviel weiter ihre Anfahrt nach Bochum gewesen wäre als zum Rosenhof. Tja, es wären zwar so um die 25 km mehr gewesen, aber steht das in irgendeinem Verhältnis dazu, das Pferd zu Sandra zu karren? Hätten nicht auch Tierärzt*innen vor Ort mal schauen können? Für das Pferd war das vermeidbarer, unnötiger Stress. Zumal Sandra zwar davon spricht, dass Emmy Lou erst seit zwei Tagen auf dem Rosenhof ist, wobei es allerdings nun schon mindestens später Frühling ist; eher sogar Sommer, wenn man sich die Bäume anschaut. Das erste Treffen war eindeutig noch im sehr frühen Frühjahr – es war offensichtlich sehr kalt. Es sind also nochmal einige Wochen ins Land gegangen, ehe jemand mal geschaut hat, ob da vielleicht körperlich was nicht in Ordnung sein könnte. Das ist unverantwortlich. Bei sowas krieg ich echt Blutdruck. Und dann kommt von Frau Neeff der einzig richtige Vorschlag: Ab in die Klinik und mal alles abklären. Jetzt wird man plötzlich hektisch und beruft die Besitzerin und ihre Mutter noch am gleichen Tag ein – wir wissen, auch das nur für’s Fernsehen. Das hätte man auch telefonisch klären können. Mutter und Tochter geben sich überrascht. Hier weiß man einfach nicht, was „scripted“ und was „Reality“ ist. Diese ganze Sequenz ist auf Kosten des Pferdes inszeniert worden. Es gab keinen Grund, die Stute zu Sandra zu bringen außer die Dramaturgie bzw. die Erzählung, dass nur unter Sandras Fittichen alles gut wird. Und dann klingt es fast wie Hohn, wenn der Kommentator bei der Ankunft in der Tierklinik betont, dass Sandra Emmy Lou direkt vom Rosenhof dorthin gebracht hat, damit schnell Klarheit über deren Zustand herrscht. Warum Frauen nicht einparken können ... – VOX inszeniert Sandra Schneider als kleines Mädchen und nicht als kompetente, souveräne Trainerin In der Klinik gibt Sandra alles an die Physiotherapeutin ab, die sowohl beim Röntgen das Pferd festhält als auch später bei der Nachbesprechung dabei ist. In den folgenden Szenen wird Sandra Schneider durch die Sendung nun schrittweise immer weiter demontiert. Sie wirkt wie eine überforderte Besitzerin, die etwas naiv hofft, dass gar nichts bei der Untersuchung rauskommt. Dank des Teasers wissen wir schon, dass diese Hoffnung enttäuscht wird und so wird Sandra einmal mehr als kleines Wendy-Mädchen vorgeführt, dass naiv glaubt, Daumen drücken würde etwas bringen. Nein, sie wirkt in dieser Folge nicht einmal wirklich kompetent, sondern beinahe ebenso mädchenhaft und unerfahren wie Emmy Lous junge Reiterin. Während des Gesprächs mit den Tierärzten – zwei ernsten, vernünftigen und sehr professionell wirkenden Männern, schlägt Sandra immer wieder die Hände vor den Mund, schaut entsetzt und wirkt fast dümmlich, wenn sie fragt, ob das Pferd, das chronische Rückenschmerzen hat, wohl reitbar ist. Ich mag mich irren, aber in meiner Vorstellung sind Trainer*innen Menschen, die wahnsinnig viel Erfahrung mit Pferden haben, tausend Geschichten und Krankheiten kennen und einfach rund um das Thema Pferd eine Menge Wissen angehäuft haben. Das ist der Grund warum manche Menschen ihre Trainer*innen mit in die Klinik nehmen, weil die kompetenter sind als man selbst. Hier wird aber eine Trainerin präsentiert, die weder professionelle Souveränität im Umgang mit einem Pferd in einer Kliniksituation ausstrahlt, noch im Kontakt mit den Ärzten als gleichberechtigte Gesprächspartnerin auftritt. Zu allem Überfluss wird nun noch das Überbringen der schlechten Nachricht besonders theatralisch inszeniert. Zum Glück regnet es und Sandra findet den bestmöglichen Platz zum Telefonieren: Auf Emmy Lous Heuraufe. (Sollte das der einzige Platz mit gutem Empfang sein, an dieser Stelle: Mea Culpa. Bei uns am Stall telefoniert es sich am allerbesten auf dem Misthaufen) Im Gespräch betont Sandra, wie sehr ihr das leidtut, weil sie die Emmy Lou auch so gerne mag, und bricht am Ende quasi zusammen mit der Besitzerin in Tränen aus. Klar, niemand überbringt gerne schlechte Nachrichten und so weiter. Und wir können uns alle vorstellen, wie niederschmetternd so eine Diagnose ist und deshalb wäre dieses Telefonat definitiv nicht der richtige Zeitpunkt, aber hätte da nicht einmal bitte irgendwer zu irgendeinem Zeitpunkt sagen können: „Leute, das Pferd hat eine hochgradige Spondylose. Die hat es nicht erst seit gestern. Ihr habt die Schmerzensäußerungen dieses Pferdes Ewigkeiten ignoriert. Das ist nicht gut. Ehrlich gesagt, ist das Scheiße! Und von Leuten, die schon ewig Pferde haben, erwarte ich mehr.“ Nein, denn das macht das kleine Mädchen Sandra nicht, die ist nicht so böse. Die heult lieber ein Ströphchen mit. Zurück in Bochum treffen wir nun die Besitzerinnen von Emmy Lou wieder, die der Stute jetzt einen Platz auf einer Weide am alten Hof eingerichtet haben. Klasse, da steht sie jetzt wohl alleine, wie es aussieht – jedenfalls wird nichts Gegenteiliges erwähnt. Toll für das, laut Kommentator, „gehandicapte Pferd“. Die Mutter klopft sich dafür auf die Schulter, schließlich wäre die Stute woanders ja viel schlimmer dran und man wüsste ja jetzt nun auch was mit ihr ist und so. Wahnsinn, wie man sich doch Sachen zurechtlegen kann. Ich erwarte echt nicht, dass sich jemand im Fernsehen öffentlich selbst zerfleischt vor Schuldgefühlen. Es wäre dennoch angebracht gewesen, jetzt sowas zu sagen wie: „Wir haben die Zeichen übersehen und wenn Emmy Lous Geschichte irgendwas Positives bringen soll, dann, dass vielleicht Leute, die das sehen, demnächst schneller einen Tierarzt holen.“ Sowas wäre ganz schön gewesen. Aber nichts davon. Stattdessen wird klar, dass die Stute nur stundenweise auf der Wiese steht, ansonsten in der Box und das ist angeblich das, was sie braucht. Und nun kommt die Stimme der Pferde und weint, weil es so traurig ist, dass es Pferde wie Emmy Lou gibt. Und naja, weil es Menschen gibt, die das Schmerzverhalten abtun – genau wie Sandra zu Beginn der Sendung. Aber es ist ja so schön, dass das Pferd jetzt trotzdem bleiben darf. Ja, die einfühlsame Frau, sensibel und nah am Wasser gebaut. Die wird nicht wütend bei so viel Ungerechtigkeit dem Pferd gegenüber. Klar, man kann sich als Trainer*in auch sicher nicht alles anmaßen (dazu aber weiter unten noch ein kleiner Abschnitt). Nur dann hätte sie gar nichts sagen sollen, oder sich professionell verhalten bzw. die Sendung hätte ihre Profi-Trainerin als professionelle Person zeigen müssen. So wird Sandra Schneider tatsächlich zur Wendy, zum kleinen Mädchen. Bei allen offensichtlich inszenierten Momenten dieser Sendung, kann man nicht davon sprechen, dass damit „Realität“ abgebildet wird. Es wird ein Bild von Sandra Schneider konstruiert, das weibliche Klischees im Übermaß bedient und das sie in absolut kein gutes Licht rückt. Bloß keine Kritik an den Besitzer*innen – obwohl, manchmal doch! Im Folgenden werfe ich noch einen kurzen Blick darauf, wie die beiden Beispielfälle (und ein weiterer am Rande) in Bezug auf Ursachenforschung oder besser Schuldzuweisung erzählt werden. Erinnern wir uns an Hidalgo. Ich fand den vom ersten Moment an toll. Das ist ein richtig nettes, lustiges und schlaues Pony. Ich kenne mich mit Pat Parellis Horsenalitys nicht wirklich aus, ich würde aber behaupten, der ist ein extrovertiertes, sorgloses und cleveres Pferd, also ein Left-Brain Extrovert. Ich steh auf solche Pferde. Und naja, vielleicht ist der auch echt ein Lump, der sich schnell was einfallen lässt, wenn ihm langweilig wird. Aber sicherlich kein böses Tier. Und so schlau dieses Pferd auch ist, was seine Besitzerin da einfordert, er möge sich doch bitte äußern, wie man mit ihm umgehen soll, kann auch der nicht leisten. Oder besser: Hat er ja gemacht – allein, sie hat’s nicht verstanden. Mir fehlte bei diesem Fall einfach die klare Korrektur der Erzählung vom bösen Pony. Warum können nicht Kommentator und / oder Bernd Hackl mal sagen: „Hey, das ist kein gemeines, hinterhältiges Verhalten. Das ist ein schlaues Pferd mit einer großen Portion Charakter, der braucht klarere Grenzen und abwechslungsreiches Training. Grundsätzlich ist der aber nett und kooperativ und eigentlich auch potentiell ein guter Kumpel. Dass da was schiefgelaufen ist, liegt an der unsicheren und vielleicht auch etwas unerfahrenen Besitzerin.“. Stattdessen wird nicht einmal nach der Verantwortung der „jungen Reiterin“ gefragt. Die ist einfach eines Tages zum Stall gekommen und hatte ein brutal gefährliches Pferd und das war’s dann für die nächsten zweieinhalb Jahre und dann kam der Cowboy aus Bayern und hat die Sache gelöst. Viel schlimmer ist es noch bei Sandras Fall. Ich weiß, ich wiederhole mich. Aber das darf doch nicht sein, dass eine Trainerin, die sich selbst als die Stimme der Pferde bezeichnet, in einer Sendung, die sich zumindest anheischig macht, irgendwie tierfreundlich zu sein, nicht mal sagt: „Leute, wenn sowas ist, holt den Tierarzt.“. Klar, ich frage mich auch schon immer, wie es sein kann, dass auf so einem verhältnismäßig großen Hof niemand mal sagt: „Also, ich würd‘ ja mal den Doc. drüber schauen lassen.“ Ich kenn das nicht anders. Manchmal ist man ja selbst betriebsblind und dann sind solche Stallkolleg*innen Gold wert und man sollte auf sie hören. Aber statt eine heulende Sandra hätte VOX mal eine kämpferische Sandra zeigen sollen, die sich wirklich dafür ausspricht, dass erst alle körperlichen Ursachen abgeklärt werden. Man weiß halt nicht, ob sie den Besitzerinnen nochmal ins Gewissen geredet hat oder nicht. Es wird in jedem Fall nicht gezeigt. Damit sendet diese Folge in beiden Fällen eine ganz falsche Botschaft: Selbstkritik, Selbstreflexion und Ursachenforschung sind nicht notwendig. Das Verhalten der Besitzerinnen ist ganz normal und überhaupt nicht fragwürdig. Es sind die Pferde, die nicht funktionieren. Im krassen Gegensatz dazu steht Sandras Verhalten im Fall „Nero“, der einige Wochen später ausgestrahlt wurde. (Unterhalb der Playlist zum Haflinger Nero geht es weiter mit der Analyse) In dieser Folge wird die Besitzerin von Anfang an als unfähig dargestellt. Sandra fährt ihr über den Mund und zweifelt direkt alles an, was sie sagt. Der Haflinger-Wallach ist „nabbelig“ bzw. „oral-fixiert“. Das kann nur daran liegen, dass er immer so viele Leckerchen bekommt. Kurze Anekdote: Ich kenne mindestens ein Pferd, von dem ich ganz sicher weiß, dass es nie aber auch wirklich nie etwas aus der Hand bekommt und auch noch nie bekommen hat und, das trotzdem alles „annabbelt“. Manche Pferde sind so. Übrigens scheint auch Hidalgo so ein Typ zu sein – da wird das aber von Bernd als spielerisches Verhalten gedeutet und zugelassen. Man muss sich nicht vom Pony auffressen lassen, klar. Aber eine deutliche Zurechtweisung wäre auch okay gewesen. Das ist, meiner Erfahrung nach, bei solchen Pferden zwar nicht immer nachhaltig, aber zulassen tu ich das auch nicht. Außerdem wird bezweifelt, dass die Zähne gemacht wurden. Die, im Verlauf der Sendung hinzugezogene, Pferdezahnärztin hat dann tatsächlich noch etwas gefunden, aber gut, das kann passieren, dass der Zahnarzt der Besitzerin nicht gut gearbeitet hat. Alle überlegen jetzt mal fünf Minuten, wie viele Geschichten ihnen spontan einfallen, in denen jemand sich auf Tierärzt*innen, Hufschmied*innen, Sattler*innen oder Trainer*innen verlassen hat und enttäuscht wurden. Von der falsch diagnostizierten Lahmheit über das mysteriöse Verschwinden von Trachten am Huf bis zur Odyssee einen für Pferd und Reiter*in passenden Sattel und dann auch noch effektiven Unterricht zu finden ist doch alles dabei. Das passiert. Da muss man nicht unterstellen Neros – tja, vielleicht nicht mehr ganz so junge – Besitzerin würde sich nicht kümmern. Im Gegensatz dazu wurde bei Emmy Lou ja nie thematisiert, ob die tierärztlich durchgecheckt wurde. In dieser Folge erfüllt Sandra ein weiteres weibliches Klischee: Sie ist zickig. Sie rollt mit den Augen, wirkt schnippisch und überheblich. Da ist nichts mehr zu sehen von der weichen, sensiblen Frau, die ach so mitfühlend ist. Immerhin ist auch Neros Besitzerin sichtlich verzweifelt. Das wird aber ignoriert. Diese offensive Inszenierung der Besitzerin als unfähig und nicht vertrauenswürdig sticht aus meiner Sicht deutlich gegenüber den anderen Folgen hervor. Zwar werden die Besitzer*innen häufig passiv und wenig kompetent gezeigt, aber selten so direkt angegangen. Das empfinde ich als unfair. Im Fall Emmy Lou, in dem man zurecht hätte kritisch sein können, wird geschwiegen bzw. nur geheult. Währenddessen muss sich Neros Besitzerin unverhältnismäßig viel von Sandra Schneider und dem Kommentator gefallen lassen. Die Gründe dafür sind mir schleierhaft. Außerdem halte ich es für extrem übergriffig beim (vielleicht auch nur inszenierten) ersten Zusammentreffen direkt mit solchen Geschützen aufzufahren und eine – trotz allem und immer noch – Kundin so zu behandeln. Das macht man nicht und das wäre für mich an Stelle der Besitzerin auch schon ein Grund diese Trainerin nicht mehr kommen zu lassen. Über die Art und Weise wie hier weiter trainiert wird, will ich nicht mehr urteilen – das würde zu weit führen. Was lernen wir denn jetzt daraus? Ich habe versucht grundsätzlich und an konkreten Beispielen sehr detailliert zu zeigen, wie in dieser Sendung vom Pferd erzählt wird. Die Sendung will natürlich in erster Linie unterhalten. Manchmal gelingt das ja auch ganz gut. Sie hat überhaupt nicht den Anspruch, Pferdetraining zu zeigen – das sind keine Lehrvideos. Aber es wird vollkommen ignoriert, dass die Art wie erzählt wird, die Botschaften, die mitgeliefert werden und die häufig unkommentierten Aussagen von Besitzer*innen und Trainer*in ein Bild von Pferden und der Reiterei konstruieren. Mit diesem Bild wird eine Haltung dem Tier gegenüber als normal erklärt, die ich absolut furchtbar finde. Die Tiere müssen funktionieren - völlig unabhängig davon, wie mit ihnen umgegangen wird. Man muss nicht an sich, sondern am Pferd arbeiten. Es gibt auch nicht so etwas wie eine Sorgfaltspflicht dem Lebewesen gegenüber, für das man die Verantwortung übernommen hat. Zugespitzt könnte man sagen, dass sich das Format dann doch nicht so sehr von gängigen Help-Formaten unterscheidet: Du hast dein Wohnzimmer vergammeln lassen, hast dich nie darum gekümmert mal eine Wand zu streichen, oder das uralte Regal zu ersetzen? Nicht so schlimm, sind ja nur Sachen. Wir reparieren das schon und machen es dir wieder schick. Und dann gibt es mal einen Fall, zum Beispiel „Nero“, da wird dann ein Exempel statuiert, da wird dann auf der Besitzerin rumgehackt. Das muss reichen als kritische Haltung, als Tierschutzgedanke, für eine Sendung auf einem Privatsender. Noch ein paar Worte zum Schluss: Ich habe mich kritisch über die beiden Profis geäußert (um jetzt mal den Kommentator zu machen) – könnte man meinen! Die beiden realen physischen Personen kenne ich nicht. Ich habe sie nie arbeiten sehen und weiß auch nicht, wie sie mit Pferden umgehen und ob sie vielleicht im echten Leben sagen: „Pass auf, das ist nicht das Pferd, das bist du. Wir arbeiten jetzt mal an dir.“ Kritisch geäußert habe ich mich über die inszenierten Figuren in der Sendung. Ich habe mich bemüht, die Momente, in denen VOX inszenierend eingreift, darzustellen. Durch die Erzählweise entstehen Charaktere wie in einem Film oder einem Theaterstück, die aus meiner Perspektive nicht mit den realen Personen identisch sind. Das ist bei vielen Personen des öffentlichen Lebens so. Wir denken auch nicht, dass die Queen immer milde lächelt und immer kontrolliert ist, auch wenn wir sie nie anders sehen. Was ich kritisiere, ist eben die Art, wie die Sendung die beiden zeigt, sie kommentiert und sie bewertet. Es gibt sicherlich Dinge, die gar nicht gehen und auch nicht an der Inszenierung hängen. Man arbeitet nicht mit offensichtlich lahmen Pferden, man zieht auch keine Longenkarabiner durchs Pferdemaul etc. Für sowas müssen sich dann tatsächlich die realen Personen verantworten. Das war nur nicht mein Punkt. Gerade im Fall von Sandra Schneider geht die Sendung auch nicht nett mit ihr um, wie ich versucht habe zu zeigen. Wie viel Einfluss die beiden auf den Schnitt und die Kommentare haben, weiß ich nicht (edit: siehe mein Nachsatz). Ob sie sich wohl auch häufig falsch dargestellt fühlen und diese Kröte für die Publicity schlucken, kann ich auch nicht beurteilen. Ich beurteile nur, was mir die Sendung zeigt und das entspricht leider allzu oft nicht meiner Vorstellung davon, wie man mit Pferden umgehen sollte. Ich mag die Geschichte nicht, die da vom Pferd erzählt wird. Und wenn ich mir die Kommentare zum Beispiel in der „Pferdeprofis an der Bande“-Gruppe anschaue, dann scheine ich damit nicht allein zu sein. Edit von Nicola: Diese Facebook-Gruppe wurde einmal von mir für die Satire-Schreiberin Georgia Schulze-Lefert geschrieben, die sich Gerüchten zufolge zurück gezogen hat, weil sie massiv angegangen wurde. Als diese anlässlich der Futurefolge ihre erste Satire schrieb, betrachtete auch die Reiterrevue die Sendung mit kritischem Auge und hat nicht nur Martin Plewa einen Blick auf die Sendung werfen lassen, sondern auch die VOX-Pferdeprofis selbst interviewt - mit einem überraschenden Ergebnis, denn laut Bernd Hackl haben die Profis Mitspracherecht beim Schnitt, aber Sandra Schneider bestreitet dies vehement. Ich kann gar nicht glauben, dass der Bernd gefragt wird beim Schnitt und die Sandra nicht: Geschlechterklischees auch im realen Leben oder hat sich einer von beiden einfach nur verplappert und die weltbeste Ausrede kaputt gemacht: Es liegt alles nur am Schnitt. Mehr krititische Beiträge zu den VOX-Pferdeprofis gibt es nicht nur in TEIL 1 & TEIL 2, sondern auch hier: MEIN SENF ZU DEN VOX-PFERDEPROFIS: FÜR THEMENMONAT KLICKEN Von Lisa gibt es leider keine Bücher, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Bis dahin tröste ich Euch mit meinen - viel Spaß beim Lesen: Tod eines Pferdes: Zirkuslektione... Steiner, Nicola8,99€BuchJetzt probelesen ZUM BoD BUCHSHOP esen Post per E-Mail versendenBlogThis!In Twitter freigebenn Facebook fAuf Pinterest  Der Film "Der Pferdeflüsterer" ist von 1998 und Regie führte Robert Redford 
Ein kulturwissenschaftlicher Blick auf die Vox-Pferdeprofis Teil 2 (Teil 1: HIER) Warum gibt’s die eigentlich, diese Vox-Pferdeprofis? Wieso geht ein Fernsehsender wie VOX hin und legt solch ein Help-Format auf? In Teil 1 ging es allgemein um die Sendung und die Elemente, mit denen ein gewisser Eindruck vermittelt werden soll. Teil 2 und 3 befassen sich nun mit einer bestimmten Folge – die mit dem Connemara-Mix Hidalgo und der Stute Emmy Lou (Erstausstrahlung am 21.04.2018). Vom Pferd erzählen – ein genauer Blick auf die Folge mit Hidalgo und Emmy-Lou In Teil 1 erinnert das Bild die Gastautorin Lisa Eggert an ein Geschwisterpaar, das gemeinsam Pferde trainiert. Dort wird die Bildsprache analysiert. Ganze 45 Minuten gibt VOX beiden Fällen, um erzählt zu werden – Nettozeit, ja ich habe mal alle Dopplungen etc. rausgestoppt. Das sind gerade einmal 22,5 Minuten pro Fall. Das mag als Werberahmenprogramm für einen Privatsender viel sein. Wer mal am Stall diese Geschichte erzählt hat, wie das erste eigene Pferd / die letzte Reitbeteiligung / das Pony einer Freundin mal eine Unart entwickelt hat und wie man die dann wieder raustrainiert hat, wird sich vielleicht daran erinnern, dass das Ganze irgendwie auch schon so fast zwanzig Minuten gedauert hat. (Vielleicht liegt es daran, dass an Reitställen generell schwarze Löcher sind, die Stunden schlucken, während man nur kurz mal eben dem Pony guten Tag sagen will oder heute echt mal nur das Allernötigste macht). In jedem Fall ist das nicht massiv viel Zeit, die da zur Verfügung steht. Erzählt werden müssten eigentlich: die Vorgeschichte, der Status quo, die Problemdiagnose, der Lösungsansatz, die Arbeit zur Lösung des Problems, dann die Lösung selbst bzw. die Situation nach dem Training und schließlich wie es dann am Ende mit Pferd und Besitzer*innen weitergeht. Den letzten Punkt verschweigt uns die Sendung grundsätzlich – vielleicht aus gutem Grund, ein Schelm, wer ... und so weiter. Auch die Problemdiagnose kommt häufig zu kurz, ebenso wie ein klar erkennbarer Lösungsansatz. Andere Help-Formate sind da deutlich praxisorientierter: Du hast von Oma (Vorgeschichte) eine hässliche Küche mit Fronten aus den 90ern geerbt (Status quo) und leider kein Geld für eine neue (Problemdiagnose). Wir gehen jetzt hin und überstreichen einige Fronten und ein paar bekleben wir mit Deko-Folie (Lösungsansatz). Ich zeige dir, wie du das machst, ohne dass es am Ende schlimmer aussieht als vorher (Arbeit). Und dann packen wir noch ein paar Deko-Elemente aus schwedischen Möbelhäusern rein (Lösung), machen ein paar Vorher- / Nachher-Bilder und du bist super glücklich mit deiner neuen Küche (Situation nach der Lösung des Problems). Die Pferdeprofis halten sich eher an ein Spielfilmskript, das davon lebt, möglichst mystisch zu sein. Während ich in Renovierungsshows gelernt habe, etwas auf Gehrung zu sägen, wie man ordentlich abbeizt und, dass man zum Aufbringen von Klebefolien immer mit einer Rakel von innen nach außen die Luftbläßchen rausstreicht, gab es bei den Pferdeprofis wirklich bislang keinen brauchbaren Praxistipp – und das obwohl ich etwa tausend Mal häufiger einen Führstrick in der Hand halte als eine Gehrungssäge und eine Rakel zusammen. Schauen wir uns jetzt mal ganz genau die besagte Folge an – auch mit Blick darauf, wie hier Frauen und Männer dargestellt werden, das ist nämlich auch interessant. Es geht los mit dem Teaser: Dramatische Musik, Stimme aus dem Off „Und jetzt ... !“ noch dramatischere Pause. Und dann sieht man einen rotzigen Connemara-Mix durch die Halle kartoffeln. Der Kommentator und die junge Besitzerin – es scheint in dieser Folge extrem wichtig zu sein, darauf hinzuweisen, dass beide Besitzerinnen jung sind – reden irgendwas von Herzenspferd und als Mensch mit etwas Pferdeverstand sieht man einfach nur ein Pony, das gelernt hat, dass abhauen und buckeln ein zielführendes Verhalten ist. Dass das Pferd auch Bernd Hackl ein wenig Wasserski fahren lässt, überrascht wohl auch niemanden, der mal versucht hat, ein Shetlandpony durch bloßes Ziehen vom Grasen abzuhalten – die sind uns einfach alle über. Schnitt zum Fall von Sandra Schneider. Wieder eine junge Besitzerin, diesmal reitend, und das auf einem so offensichtlich nicht gesunden und von Schmerzen geplagten Pferd, dass es schon beim Zuschauen weh tut. Der Kommentator macht uns schon ganz gespannt, indem er sagt „Die Stute Emmy Lou hört nicht auf ihre junge Reiterin – könnte man meinen.“ Dann kommt Frau Schneiders Diagnose „Ich nenne es mal Gallopbuckeln“, gefolgt von einem kleinen Kichern. Die nächste Einstellung zeigt die sehr ernste Physiotherapeutin, die ausspricht, was Pferdemenschen auch direkt sehen: „Da stimmt was nicht.“ Ebenfalls in TEIL 1: Vorspannbild erinnert an Parelli Es wird von einer erschütternden Diagnose gesprochen und davon, dass die Stute kein Einzelfall sei und man sieht Frau Schneider unter Tränen davon berichten, dass es so viele Pferde wie Emmy Lou gibt, die ihr so leid tun. Erschütternd ist eigentlich, dass die Sendung, wenn man es mal ernst nimmt, einen ihrer Stars – nämlich Sandra Schneider – bereits im Teaser selbst zerlegt. Denn genau das, was sie am Ende so rührselig anprangert – sie, die sich andernorts als Stimme der Pferde bezeichnet – macht sie mit ihrem gekicherten Kommentar zu Beginn selbst. Sie nimmt die Schmerzen und das Leid des Pferdes nicht ernst. Wer sehr kritisch ist, braucht ab hier nicht weiter zu gucken. Dann kommt der im ersten Teil besprochene Vorspann. Ich habe – damit das jetzt nicht zu viel Text auf einmal wird – die beiden Fälle getrennt. Wir starten mit Hidalgo, der auch in der Sendung zuerst dran darf. Die Fälle sind ja eigentlich in einander geschnitten, werden durch Wiederholungen einzelner Szenen und Ausschnitte aus dem Vorspann künstlich verlängert. So soll vielleicht der Eindruck erweckt werden, man würde die „Problempferde“ und ihre Entwicklung wirklich viel und intensiv begleiten. Hidalgo ist nicht nett – oder einfach richtig clever! Als erstes spricht Bernd Hackl in die Kamera. Hier wird auch wieder schnell geschossen, indem Hackl schon – unbesehen wohlgemerkt – die Diagnose stellt: "Hidalgo spinnt nämlich komplett.“ Damit ist auch die gesamte Interpretation dessen, was wir im Folgenden zu sehen bekommen vorweggenommen. Wenn man wenig Ahnung hat, kann man fast gar nicht mehr anders als ein komplett spinnendes Pferd sehen. Das kennt man ja von sich selbst, wenn man über eine Person schon eine Menge Schlechtes gehört hat und sie dann trifft. Manchmal empfindet man dann schon die Art, wie die jeweilige Person „Hallo“ sagt als nervig, ätzend, anbiedernd. Kurz, weder diese Person noch Hidalgo haben die Chance, dass man sie unvoreingenommen kennen lernt. Dann werden wieder Bilder aus der Reithalle gezeigt, durch die das Pferd zugegeben recht ungestüm, aber vor allem übermütig, brettert. Der als „nicht-händelbar“ bezeichnete Wallach bekommt vor allem nichts entgegengesetzt, als er mal an der Longe zieht. Es folgt sofort ein „Ich kann nicht mehr“, und schon wird losgelassen. Man fragt sich, wozu überhaupt die Longe? Man könnte die Geschichte auch so erzählen: Der clevere Hidalgo hat gelernt, was er machen muss, damit seine unsichere und unerfahrene Besitzerin möglichst schnell aufgibt. Die berichtet im Folgenden Bernd und den Zuschauer*innen davon, dass sie das Pferd mit sechs Monaten von einer Stutenmilchfarm gekauft haben, er super funktioniert hat, auch beim Reiten ein halbes Jahr lang und dann „von einem Tag auf den anderen ging gar nichts mehr“. Das kommt mir schon merkwürdig vor. Die wenigsten Pferde kippen grundlos von einem Tag auf den anderen komplett um. Es fragt vor allem niemand – auch der Pferdeprofi nicht – wie es sein kann, dass man mit einem Pferd, das man fast dessen ganzes Leben lang hat, so massive Probleme bekommt und die zwei Jahre lang verschleppt. Als Hidalgo von der Besitzerin in die Halle gebracht wird, kommt es zum ersten Fall von „Der Kommentator sieht was, was ich nicht seh‘.“ Nämlich, dass das Pferd gesittet hinter seinem Frauchen her in die Halle geht. Der pöbelt die schon fast mit seiner Energie zur Seite, macht sich groß, macht sich stark und hat seine Aufmerksamkeit überall nur nicht bei ihr – da wundert es wenig, wie es nachher weitergeht. Auch das angesprochene frühe Kastrieren, mit sechs Monaten, bleibt unkommentiert. Hier könnte man zumindest mal sagen, dass das extrem früh und die Ausnahme ist – oder es vielleicht auch erklären (Unfall, Klopphengst etc.). Tom Booker (Robert Redford) ist Held im Spielfilm "Der Pferdeflüsterer" -auch hier fand die Autorin Parallelen in der Bildsprache (Teil 1 & unten) Und dann kommt die Szene, die Bernd Hackl absolut als Pferdeflüsterer in einem Tom Booker-Sinn ausweist. Hidalgo haut ab, oder besser wird losgelassen und bockt sich fröhlich durch die Halle. Zu keinem Zeitpunkt wirklich aggressiv gegen die Menschen. Hackl pfeift – manchmal ja auch eine gute Idee, weil man mit dem ungewohnten Geräusch die Aufmerksamkeit des Pferdes bekommt. Das interessiert das Pony zwar nur so mittel, aber nach seinem kurzen Ausbruch, kommt er brav auf den lustig wippenden Mann zu. Der Kommentator behauptet, dass es daran liegt, dass Bernd Hackl die Pferdesprache spricht, was wie eine coole, magische Fähigkeit wirkt. Ich würde behaupten, dass dieses Pferd einfach neugierig ist. Hackl stoppt ihn etwas mit der Körperachse und in dem Moment wird er für Hidalgo spannend und er kommt mal gucken. Das kann man vielleicht auch schon als Sprechen der Pferdesprache bezeichnen, wenn man das Pferd stoppen kann und erkennt, dass dem vor allem auch ein bisschen langweilig ist. Man kann aber auch erklären, was da passiert und man kann auch mal deutlich machen, dass das kein gefährliches Pferd ist. Stattdessen wird Hidalgo als Stinkstiefel bezeichnet, der Besitzerin über den Mund gefahren und sie in die Ecke geschickt. Hey, alles Verständnis für Letzteres. An dieser Stelle meine Hochachtung an alle Trainer*innen und Reitlehrer*innen, die sich mit Leuten rumschlagen, die überfordert sind und sich das nicht eingestehen können, sich maßlos selbst überschätzen und in vielen Fällen einem guten Training ihrer Pferde eher im Weg stehen. Ich könnte das nie. Ich hätte nie die Geduld. Und diese spezielle Besitzerin hat sich bestimmt weh getan im Umgang mit dem recht frechen Pony, das definitiv mal ein paar Ansagen braucht. Sie hat auch sicherlich kein Bock mehr als Flummi auf seinem Rücken zu hüpfen oder als Fähnchen an der Longe zu hängen. Aber sie tut auch nicht viel, um etwas an diesem Zustand zu ändern und sie hat wohl auch die Situation nicht so ganz gut eingeschätzt, dass sie in der Lage sei, ein Pferd selbst auszubilden. Es ist nämlich absolut nie die Schuld eines sechs Monate alten Fohlens, dass es bei Leuten landet, die nicht mehr mit ihm umgehen können, wenn es vierjährig voll im Saft steht. Aber zurück zu Bernd Hackl, der jetzt erstmal ein bisschen an dem Pferd rumdrückt. Auch die Idee ist ja gar nicht so blöd, aber was mache ich dann daraus? Das Tier hat wohl Schmerzen im Kieferbereich und im Genick. Ist es jetzt eine sehr gute Idee an diesem Kopf mit einer Longe, also einem recht langen Hebel rumzuziehen? Ich würde ja sagen, nein. Als das Pony nun von Hackl longiert wird, schluckt der erstmal in guter alter Cowboy-Manier Staub – also fast. Mann gegen Tier. Das ist es, was hier erzählt wird. Und im Gegensatz zu dem Mädchen, das sofort losgelassen hat, beißt sich der Cowboy da durch. Der hat laut Kommentator aber auch kein Patentrezept für dieses schwierige Tier. Naja, doch. Oder zumindest hat er einen Trainingsplan, den er ja im Laufe der Sendung irgendwie verfolgt. Aber er will das Pferd dazu bei sich haben. Auch das ist vielleicht nicht ganz doof, wenn man bedenkt wie groß die Überforderung auf Seiten der Besitzerin ist. Die, die mit den Pferden sprechen – oder über sie Interessant ist es auch einmal zu schauen, wie die beiden Profis mit und über ihre vierbeinigen Schützlinge sprechen. Bernd Hackl „kumpelt“ erst einmal alle ein bisschen an. „Dickerchen“, „mein Bur“, „Burschi“, „mein Freund“ und so. Sandra gurrt „Mein Schaaaatz“, „Oh Maus“ etc. häufig in Kombination mit ihrem unverwechselbaren „Prüüüüüma!“ (Okay, die T-Shirts sprechen schon für ein gewisses Maß an Selbstironie – und natürlich Geschäftstüchtigkeit). Jaja, der coole Bernd mit seinen Kumpels und die feinfühlige Sandra mit ihren armen, traumatisierten Schützlingen. Auch das macht ja eine Menge mit unserer Wahrnehmung. Stellt euch vor, ihr seht ein Pony, das mit geblähten Nüstern und hoch erhobenem Kopf eine Mülltonne anstarrt, hinter der es einen Gepard vermutet. (Ich denke, jede*r hat ein Bild vor Augen!) Jetzt geht jemand hin und sagt: „Ach komm, mein Burschi! Auf geht’s. Wir gehen da jetzt vorbei! Brauchst dich nicht so anstellen, Dickerchen.“. Wir sind geneigt, die Reaktion des Ponys als übertrieben zu bewerten, es für unangebracht hysterisch zu halten und zu denken, dass ein Cowboy mit festem Schritt dem Tier jetzt guttut. Gleiche Situation, aber diesmal steht – oder besser kauert – eine Frau daneben und sagt: „Oh, armer Schaaaatz. Hast du so Angst vor der Mülltonne? Hat die Mülltonne dir mal was getan? Komm ein bisschen draufzugehen, ja? Ein Schrittchen nur. Schaffst du das? Dankeschön! Prüüüüümaaa!“ Zumindest Leute mit weniger Erfahrung denken jetzt vielleicht: Mann, das Pferd hat echt Angst vor der Tonne, es ist bestimmt traumatisiert und nur Sandra konnte ihm die Sicherheit geben, damit es daran vorbeigeht. Diese Art der Ansprache lenkt unsere Wahrnehmung einerseits und andererseits bedient sie ganz schlimme Geschlechterklischees: Die sorgende, empathische Frau und der handelnde, vernünftige Mann. Das zieht sich vor allem durch diese Folge durch, wie ein roter Faden. Wie man ein Pferd durchcheckt, wie man es „resettet“ aber leider nicht: Warum es keinen Vet-Check vor der Sendung gibt. Zunächst aber einmal zurück zum Fall von Bernd Hackl, der als erstes den Tierarzt geholt hat. Tja, Männer sind halt vernünftig. Der Doc bemängelt erstmal die leichte Fettleibigkeit des Wallachs und checkt dann mal Wirbel, Zähne etc. durch. Wir erfahren, dass ein beherzter Osteopath ein blockiertes Kiefergelenk schnell wieder reinschiebt, und dann kann’s auch direkt losgehen mit dem Training. Gut, ich kenn' das so: ein paar Tage locker longieren, spazieren gehen etc., aber egal. Die Herren haben’s repariert, jetzt läuft der Gaul wieder, zumindest körperlich, nur erzogen werden muss er noch. Grundsätzlich gibt es an den folgenden Szenen erstmal insofern nicht so viel zu meckern, als hier genau das passiert, was ich erwarte: Hackl erklärt, was er tut, das wird gezeigt und er erklärt auch, warum er das tut – nämlich um Hidalgo zu „re-setten“, weil irgendwo auf dem Weg der Ausbildung was schief gelaufen ist. Tatsächlich wäre es wohl unsinnig, jetzt zu versuchen, den irgendwo abzuholen, da man nicht den Eindruck gewinnen konnte, dass das Pony konsequent trainiert wurde. Die Idee ist, ihm über Druck und Nachgeben, das unerwünschte Verhalten auszutreiben und ihn auf Spur zu bringen. Ist jetzt nicht komplett blöd. Über die Ausführung lässt sich dann streiten. Aber, und das finde ich wichtig, das ist ja auch okay. Und in dem Fall kann man auch streiten: Der Trainer hat eine Einschätzung gegeben, die kann ich teilen oder nicht. Er schlägt eine Lösung vor und zeigt seine Arbeit. Das kann ich plausibel und zielführend finden, oder auch nicht. Das kann ich nicht, wenn mir quasi magische Fähigkeiten der Profis vorgegaukelt werden und mir niemand erklärt, was das soll. Im 3. Teil gibt es eine Bildreihe vom Wassertraining, was ebenfalls an den "Pferdeflüsterer"-Spielfilm erinnert, denn im Wasser trainiert Hackl auch Nervig ist natürlich, dass permanent vom Cowboy gesprochen wird und auch die Zeitlupenszenen mit der musikalischen Untermalung sind mir ein Tacken zu ästhetisch. Da kippt es wieder ins Spielfilmhafte eben ins Fiktionale. Nicht überraschend, gibt es doch auch im „Pferdeflüsterer“ diverse Join-Up ähnliche Szenen in Zeitlupe. Auch die Szene, in der Hackl der Besitzerin erklärt, wie er mit ihrem Pferd gearbeitet hat, ist grundsätzlich okay. Allein der Kommentator versaut’s, indem er mutmaßt, dass die Erinnerungen an ihr durchgedrehtes Pferd (mit dem ja nun auch erst einmal gearbeitet wurde) der Grund sind, weshalb die Besitzerin es nicht direkt hinkriegt. Es ist ja gar nicht schlimm, dass irgendwas nicht direkt klappt, vor allem wenn es etwas Neues ist. Aber so wird nur wieder darauf verwiesen, wie gefährlich und gemein das Pferd ist. Bernd nimmt Hidalgo in Schutz, ist ganz begeistert, von dem „schlauen Bur‘“ und freut sich, dass er schon jetzt wieder die Fehler seiner Besitzerin ausbügelt. Und die? Naja, die bezeichnet es als unfair von ihrem Pferd, dass es sich nicht präziser ausgedrückt hat, was genau sein Problem ist. Aber sie hofft, dass Hidalgo wieder ein Freund zum Reiten werden kann. Oha, ich hoffe, das war nur ungeschickt ausgedrückt. Ansonsten noch mal von hier aus: „Nein, dein Pferd ist nicht unfair. Pferde sind nie unfair. Der hat einfach nur gelernt, welches Verhalten zielführend ist. So sind die nun mal. Du hast das Pferd, seit er ein halbes Jahr alt ist, das heißt, dass er beinahe sein komplettes Verhalten Menschen gegenüber von dir gelernt hat.“ Hidalgo und seine Besitzerin sind vielleicht ein gutes Beispiel für den gepatzten Immenhof-Traum. Sie wollte einen Freund und das hat nicht geklappt. Und das kann nur sein, weil das Pony gemein ist. Zum Glück ist jetzt der Bernd da. Auf dem Weg zu einem Happy-End wird vor allem an den Pferden gewerkelt. Der möchte jetzt beim nächsten Besuch, dass Hidalgos Besitzerin ihren „Burschi“ über Fässer springen lässt. Man kann sich jetzt fragen, was das soll. Mein Tipp: Das soll die Besitzerin trainieren, dass sie genauer in ihrer Hilfengebung wird und sieht, dass, wenn sie sich richtig anstellt, der kleine Wallach eigentlich ganz nett ist. Während Bernd beständig das Pony lobt, bleiben Kommentator und Besitzerin stur bei der Geschichte vom wilden Hidalgo, der sich nicht halten lässt. In jedem Fall fehlt hier die Einsicht, dass ein grundsätzlich braves Pony verzogen wurde. Das wäre allerdings auch dem Mythos von Bernd, dem Cowboy, der auf magische Weise mit dem Pferd kommuniziert, etwas abträglich. Zu Hackls Ehrenrettung muss man sagen, dass er in dieser Folge zumindest auch nicht von sich behauptet, der große Cowboy-Horsewhisperer-Guru zu sein – das macht diese Sendung aus ihm. Im nächsten Schritt wird aus Hidalgo nun ein Reitpferd. Also zumindest setzt sich „der Cowboy“ mal drauf. Allerdings passiert das eher so indianermäßig ohne Sattel und nur am Knotenhalfter. Ob das sein muss, bleibt auch hier die Frage. In erster Linie ist „der Horseman“ mal wieder verdammt cool. (Gut, Chapeau, für das draufspringen ohne Sattel, ich würde hoffnungslos vor den Bauch hüpfen und in 100 Jahren nicht hochkommen. Ob das jetzt bei dem recht kleinen Pferd und dem doch recht wuchtigen Mann so eine gute Idee ist, wage ich allerdings zu bezweifeln). Wie gesagt, über die Methode lässt sich streiten. Wenn man jedoch das, was der Hackl selbst sagt und erklärt und macht von dem trennt, was der Kommentator daraus macht, sieht das zumindest nach einer Lösungsstrategie und einem Ausbildungskonzept aus. Das kann man und muss man manchmal natürlich kritisieren, aber das kann man bei der Farbauswahl für neue Küchenschränke auch. Nach dem sehr emotionalen Finale bei Sandra Schneider, das in Teil 3 genauer betrachtet wird, wirkt das Ende von Bernds Fall wie ein merkwürdiger Wurmfortsatz. Dort steht nämlich noch der abschließende Reitversuch an. Nach zwei Jahren soll sich die Besitzerin das erste Mal wieder auf ihr Pferd setzen. Sie ist nervös. Das ist verständlich. Wäre ich auch, wenn mein letzter Reitversuch so böse geendet wäre. Es bleibt aber dabei, dass die komplette Schuld dafür dem Pferd gegeben wird. Ob der dicke „Burschi“ wohl endlich wieder funktioniert? Erst reitet Bernd und das sieht einigermaßen gesittet aus. Unter seiner Besitzerin ist das ach so böse Pony so vorsichtig, dass es einen wirklich rührt. Sie sitzt – wie gesagt, durchaus verständlicher Weise – recht spannig und verkrampft oben drauf, lässt ihm kaum Zügel und fällt viel nach vorne. Und der Bur‘? Der ist sockencool und extrem brav. Zum Glück bemerkt das Bernd zumindest nebenbei: „Er nutzt nichts aus.“ Genau, im Gegenteil, Hidalgo ist gefällig und kooperativ und gibt sich alle Mühe seiner „jungen Reiterin“ alles Recht zu machen. Lieb trägt er die unsichere Reiterin auch im Trab und Galopp, reagiert auch auf die durch den unruhigen Sitz etwas unverständlichen Hilfen fein und ohne Widersetzlichkeit. Tja, und dann sind auch schon alle wieder glücklich. Noch ein paar weibliche Tränchen von Hidalgos Besitzerin. Dem Pony wird noch schnell attestiert, dass es ein Lump mit „Scheiße im Kopf“ sei, aber alles nicht so wild, das wird schon. Mit gutem Unterricht für die Besitzerin glaube ich das auch. In Teil 3 wird dann die Darstellung des Falls Emmy Lou genauer betrachtet. Dabei geht’s auch um die Inszenierung von Weiblichkeit. Wie Bernd Hackl immer wieder als Cowboy und Chef im Ring dargestellt wird, so zeichnet die Sendung ein Bild von Sandra Schneider, das veraltete Frauen-Klischees aufruft. Die finde ich gerade in der Pferdewelt besonders deplatziert. Zwar wird Reiten immer noch als „Mädchen-Sport“ wahrgenommen – oder direkt mal gar nicht als Sport. Aber es ist eine der ganz wenigen Disziplinen, in denen Frauen gegen Männer antreten. Der Umgang mit Pferden ist körperlich, was auch eher männlich konnotiert ist. Reiten ist für Mädchen eine der wenigen Gelegenheiten viel unbeobachtete Zeit außerhalb des Hauses zu verbringen. Und Reiterinnen sind häufig hart im Nehmen. Man könnte – und sollte sich vielleicht – mal länger Gedanken über den emanzipatorischen Charakter der Reiterei machen, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein ander‘ Mal erzählt werden. Mehr krititische Beiträge zu den VOX-Pferdeprofis gibt es nicht nur in TEIL 1 & TEIL 3, sondern auch hier: MEIN SENF ZU DEN VOX-PFERDEPROFIS: FÜR THEMENMONAT KLICKEN Von Lisa gibt es leider keine Bücher, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Bis dahin tröste ich Euch mit meinen - viel Spaß beim Lesen: Tod eines Pferdes: Zirkuslektione... Steiner, Nicola8,99€BuchJetzt probelesen ZUM BoD BUCHSHOP esen Post per E-Mail versendenBlogThis!In Twitter freigebenn Facebook fAuf Pinterest  Der Film "Der Pferdeflüsterer" ist von 1998 und Regie führte Robert Redford 
01.10.2018
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Erst bitter enttäuscht, dann Ende gut, alles gut Nach Frust am Morgen, kam nachmittags das Glück zurück Larissas erstes Jahr bei den Erwachsenen ist zuende. Eigentlich wollte sie ja nur zum Spaß reiten und hat sich nicht viel ausgerechnet, weil sie erst mitten in der Saison eingestiegen ist; aber dann lag sie zwischendrin mal in Führung in einer Disziplin der Highpointliste und bei drei anderen war sie auf dem 2. Platz, also nah dran: Knapp vorbei, ist aber bekanntlich auch vorbei: Das ist bitter, aber dazu unten mehr (bzw. Zwischenstand HIER). Steigen wir ein mit dem Sonntagmorgen des Championats der Westernreiter Rheinland. Der Turniertag fing zwar für Larissa gut an mit einer Bronzemedaille für Queenie, aber dann jagte ein Frust den anderen. Sie hat sich mit Lucky im Trail verritten, die Reining lief mit beiden Pferden mehr als mäßig und Larissa war bitter enttäuscht, weil es nun das zweite Turnier war, bei dem Lucky im Spin einen Freeze hatte (alle vier Beine auf dem Boden) und im Zirkel gekickt hat. Als ich sagte, dass es mal passieren könne, erwiderte Larissa: "Aber jedes Mal?" Kann man gut verstehen, denn letztes Jahr um diese Zeit ist Larissa noch Deutsche Meisterin mit der Jugendmannschaft geworden (HIER nachzulesen). Da das seinerzeit ihr letzter Ritt als Jugendliche war, gab es das buchstäbliche lachende und weinende Auge, denn wer bei der EWU Rheinland bei den Erwachsenen reitet, reitet gegen die Top-Trainer Deutschlands, z.B. die Schwestern Leckebusch im Allroundbereich oder die Brüder Ernst in der Reining, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Lucky & Larissa: Vizerheinland-Champion Ranchriding & Westernriding; mit Queenie: Bronzemedaille im Trail. Außerdem wurde Queenie Fünfte in der Reining, Sechste in der Westernhorsemanship, Siebte in der Ranchriding, Lucky hatte im Trail einen Nullscore & Queenie wurde Fünfte, Lucky Sechster in der Reining. Haul: Leckerlis, Fliegenfransen & mehr Queenies Mutter Fancy - ein Painthorse zwischen Pleasure & Vollblut - Fancy geht 3 x mal auf QH-Gründerhengst Three Bars zurück. Queenies Vater istCutting gezogen, was ein entsprechend ungünstiges Gebäude für andere Disziplinen bedeuten kann Wenn man bei den Erwachsenen in der EWU Rheinland "nur" ein Pony und ein Zufallsprodukt von einem Fohlen wie Queenie hat, ist es so als würde man mit einem Fiat Panda gegen einen Ferrari ein Wettrennen veranstalten, denn o.g. Trainer haben neben Können auch ein ganz anderes Pferdepotential. Natürlich hat man seine Pferde noch genauso lieb, auch wenn es mal nicht klappt. Wenn man aber weiß, wie gut es zuhause funktioniert, ja sogar noch auf dem Abreiteplatz lief, dann bleibt dennoch ein Gefühl der Enttäuschung nicht aus, der ein mütterliches Herz schier zerreißen lässt. Deswegen habe ich spontan zu "unlauteren" Methoden gegriffen, die das Blatt wenden sollten, es aber eher schlimmer als besser gemacht haben. Frei nach dem Motto aus dem Themenmonat "Esoterik im Turniersport" habe ich versucht, Queenie gedanklich zu beschwören, sie intensiv angeschaut und Gedanken wie "Sei lieb, geb' dein Bestes" zu ihr rüber geschickt, wo man ja eigentlich glaubt, dass das Firlefanz ist, aber Pustekuchen:  Wir hatten Besuch (nächstes Foto) und der hat Larissa fotografiert Immer wenn ich diese Gedanken hatte, starrte Queenie mich vom Abreiteplatz aus an und ich Idiot konnte es auch in der Prüfung nicht lassen, worauf Queenie aus lauter Verwirrung im Galopp einen derartigen Zahn zulegte, dass es vorbei war mit ersten und zweiten Plätzen in der Westernhorsemanship (HIER & HIER). Über die Ritte will ich gar nicht mehr schreiben, denn die Dame von der Meldestelle hat gesagt, dass sie meine Blogbeiträge immer gerne liest, selbst wenn sie etwas lang sind, aber die Zeit würde sie sich immer nehmen. Deswegen hat Larissa in Videoform die Frust-Ritte mit Lucky kommentiert und ich habe mir Queenies Ritte vorgenommen (außer Ranchriding & Westernriding: dort ein Video für beide Pferde - "nur" mit erklärenden Untertiteln und Siegertreppchen-Szenen vorab bzw. regulären Siegerehrungen am Ende) - siehe Playlist: Freunde & Besucher werden eingespannt: Nicht nur zum Fotografieren, sond-ern auch beim Grasen lassen - im Hintergrund baut Janik den Paddock ab Das Gespräch mit der Meldestellendame war herzerfrischend, denn als ich einen klitzekleinen Kritikpunkt hatte, hat sie mich gleich gebeten, eine eMail mit Verbesserungsvorschlägen zu schicken. Beim WRR würde man sich freuen, wenn aus Seiten der Reiter ein Feedback käme, denn im Vorstand reite man keine Turniere - gesagt, getan: Mail ist raus und die Begeisterung für den kleinen, feinen Verein wurde durch diese angenehme Kritikfähigkeit noch getoppt und das, obwohl ich ja schon im letzten Beitrag den WRR über alle Maßen gelobt hatte. Aber nicht nur die Vorstandsmitglieder sind menschlich nett und bemüht. Gleiches trifft auch auf die Reiter zu. Zwar wurde Larissa ihre Führung in der Westernriding-Highpointliste "vor der Nase" weg geschnappt, aber das macht nichts, denn die Siegerin hat die Führung nicht nur verdient, sondern ist auch richtig nett. Sie sagte zu Larissa: "Dein Ritt sah besser aus, als sich meiner angefühlt hat, aber das habe ich dir ja schon beim letzten Mal gesagt." Unserer Meinung nach hat der Schein getrogen: Auf dass die Bessere gewinnt. Und rückblickend war dieser kleine Moment der Enttäuschung eigentlich ein bißchen dumm, denn immerhin ist Larissa ja mit ihrem "Nur-ein-Pony" in drei Disziplinen auf dem zweiten Platz gekommen ist und das obwohl sie zumindest mit Lucky die ersten beiden Turniere der WRR-Saison ausgelassen hat. (Für dieses Turnier gab es kein eigenes FMA, denn das gibt es schon von unserem 1. Turnier beim WRR: einfach Bild rechts anklicken & Video startet) Larissa war zwar punktgleich mit der Highpoint-Siegerin, aber am Ende zählt die höchste Einzelwertung und das war 1,5 Nur ein Punkt zur Ersten, aber Larissa ist die ersten zwei Turniere nicht gestartet - nächstes Jahr lässt sie kein Turnier aus In der Horsemanship hat Queenie auch ganz vorne mitgemischt - wir sind ganz stolz In der Reining ist Larissa immerhin auf dem 3. Platz in der Highpointliste gelandet Auch in der Gesamtwertung kann sich Larissa mit beiden Pferden sehen lassen: Mit Lucky auf Platz 9 und mit Queenie auf Platz 11 - bei diesen Listen ist natürlich zu bedenken, dass sie mit Queenie ein Turnier mehr gestartet ist als mit Lucky. Erfolg hat auch ein bisschen was mit "Fleiß" zu tun. Insgesamt sind in dieser Liste 89 Starter, aber die bekommt man nicht auf einen Screenshot, s. wrrev.de - ganz unten  Am Ende einer Saison steht immer auch die Analyse, die Kritik und was man besser machen kann. Larissa hat z.B. beim Reining-Training etwas geschlampt, denn das Vorwegnehmen, wo die Korrektur zum Kicken führt wie auch das Anhalten nach vier Umdrehungen ist ja auf ein Auswendiglernen zurückzuführen (2. Video in der Playlist oben). Deswegen muss man zuhause immer deutlich mehr als drei Galoppzirkel reiten analog im Spin mehr als vier Umdrehungen, denn die Pferde sollen ja selbstständig galoppieren / drehen. Was Larissa aber viel wichtiger ist, ist die Angespanntheit von Lucky - bedingt durch ihr Abitur hat sie letzten Winter wenig mit ihm gemacht - vor allem keine Bodenarbeit nach Natural Horsemanship-Prinzipien, was ja unser Steckenpferd ist, wie ihr es in meinem Büchern nachlesen könnt ... Wer wissen will, was wir treiben, wenn wir nicht auf Turnieren sind, schaut hier nach www.12oaks-ranch.de/blog/ (Mit Klick aufs Bild links öffnet sich das Video von der Quadrille, die das Pferdesportzentrum Krefeld in der Mittagspause aufgeführt hat): Tod ei­nes Pfer­des: Zir­kus­lek­tio­ne... Steiner, Nicola8,99€BuchJetzt probelesen ZUM BoD BUCHSHOP iesen Post per E-Mail versendenBlogThis!In Twitter freigeben
06.09.2018
12oaksTV Turnierkanal
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Haul: Zwei 1. Plätze für Lucky (blaue Schleife Trail &Westernriding), zwei 2. Plätze für Queenie (rote Schleife im Trail und der Westernhorsemanship) und jede Menge Sachpreise (das gewonnene Knotenhalfter liegt im Auto) Larissa & Janik warten nicht auf Godot, sondern auf die nächste Prüfung "Wenn dir beim Championat der Hut weg fliegt, kriege ich fünf Euro von dir", zog der Doorman Larissa zwischen zwei Ritten augenzwinkernd auf. Aber wir hatten noch mal Glück: war nur Spaß und Larissas Taschengeld ist gerettet. Der buckelnde und durchgehende Hut zog auch keine Penaltys (Fehlerpunkte) nach sich, denn wenn man mit Hut in die Prüfung reitet, gibt es noch nicht einmal Punktabzug, wenn der Hut während des Ritts von dannen fliegt. Der Neudellerhof in Ratingen ist einfach ein Traum - mehr Fotos ganz unten Aber erst mal zum im Titel angekündigten Wunder, denn unser Nachwuchspferd Queenie hat auf diesem Turnier nichts Gravierendes angestellt: Es ist weder ein Panel mit ihrem Kopfstück durch die Gegend gezogen worden, weil sie sich dran geschubbert hat (Blogbeitrag HIER), noch ist sie buckelnd durch die Showarena wie beim ersten Turnier der Saison (HIER), noch hat sie die Flucht vor Kühen ergriffen (HIER) und sie ist auch nicht in der Reining gestiegen (HIER), sondern hat "nur" für diverse kleinere Schandtaten Penaltys in den Prüfungen kassiert - zumindest in der Reining und der Westernriding, die Larissa für Euch kommentiert hat unter der Prämisse: Wie wird diese Disziplin bewertet? Beim letzten Mal hat Larissa HIER die Ranchriding anhand von Luckys Ritt erklärt. Dieses Mal erklärt sie es an Luckys ersten und Queenies letzten Platz, weil man Queenies Ritt wohl kaum unkommentiert ins Netz stellen könnte - weil peinlich. In Pausen lass' ich die Pferde grasen, wenn möglich: Sonst dösen sie am Rand Abgesehen von der vermasselten Westernriding hat Queenie dieses Mal sogar zwei zweite Plätze geholt: Im Trail und in der Westernhorsemanship - bei sieben Startern. In der Ranchriding hat zwar Kumpel Lucky den zweiten Platz geholt - mit nur einem halben Punkt Abstand zur Erstplatzierten - , aber der 6. Platz für Queenie bei 14 Startern hat uns ebenfalls sehr gefreut: Sie hat sogar 2 x ein halbes Plus in der Wertung erhalten: für den verstärkten Trab und den verstärkten Galopp. Auch Queenie war nicht so weit vom ersten Platz entfernt. Sie war punktgleich mit der Fünften (bei der EWU hätte es wohl zwei Fünfte gegeben) und war mit einem Score von 69 auch nur 1,5 Punkte von Lucky und zwei Punkte von der Erstplatzierten entfernt - Videos in folgender Playlist. Unterhalb der Playlist ist es dann vorbei mit den guten Nachrichten, dann folgen die schlechten und ein kleiner Ausblick aufs Championat, bei dem Larissa mit beiden Pferden Mitte September antritt. Es steht ein Pferd auf dem Flur .. äh nein ... ist kein Flur ;) Die Reining war mit beiden Pferd ein Schlag ins Wasser: Queenie hat einmal nach dem Sporen getreten, ist beim Zirkel rausgewechselt, dann über Trab wieder in den richtigen Galopp, hat beim Spin überdreht: oh weia. Angehalten ist sie immer aus dem Trab, aber das war ausnahmweise okay, weil wir das Stoppen noch nie mit ihr geübt haben. Sie hat auch keine Sliding Plates (glatte Hufeisen), so dass wir mit ihrem vierten Platz dann doch noch zufrieden waren, aber bei Lucky hatten wir uns mehr erhofft. Der 4. Platz war zwar punktgleich mit der Drittplatzierten, hatte aber Folgen. Nach dem letzen Turnier war Larissas Punktestand ganz gut in der Highpointliste der Reining, wie ihr hier seht ... Highpointwertung nach dem Turnier in Isselburg ... aber sie wurde überholt und muss sich beim nächsten Turnier ordentlich ins Zeug legen, wenn sie in der Reining noch etwas reißen will. Lucky erhielt zwei Penaltys für ein Freeze im Spin (alle vier Beine standen) und  dann auch noch zwei Gangartunterbrechungen, so dass es "nur" für einen vierten Platz in der LK-1-Reining gereicht hat. Damit wurde Larissa vom zweiten Platz in der Gesamtwertung auf den dritten Platz katapultiert - siehe aktuelle Wertung hier: Highpointwertung nach dem 5. und somit letzten regulärem Turnier, jetzt kommt nur noch das Championat Danke an den emsigen Parcoursdienst und all die fleißigen Helfer Mehr Highpointslisten findet ihr ganz unten: Larissa führt mit Lucky in der Westernriding und mit Queenie ist sie auf einem guten zweiten Platz in der Westernhorsemanship - Queenies Paradedisziplin. Aber bevor ich Euch die Highpointlisten der anderen Disziplinen zeige, möchte ich ein großes Lob aussprechen für die freundliche Atmosphäre bei den WRR-Turnieren. Nicht nur, dass der Doorman zwischendurch mit Larissa scherzt; auch alle anderen sind immer sehr bemüht und freundlich. Man hat sogar zuweilen ein Rahmenprogramm in der Mittagspause: Im Video seht ihr die Quarterhorse Ranch Linedancers, die uns beglückt haben. Es gab sogar Geschenke v.d. Meldestelle Wenn man dann bedenkt, dass all die Helfer ja dann gar nicht reiten können, weil sie irgendeinen der vielen Jobs erledigen, die so ein Turnier möglich machen: vom Doorman über die Meldestelle zum Parcoursdienst ... Das sind nur wenige Beispiele von vielen Arbeiten rundum, denn die Regeln für die Highpointwertung, fürs Championat und den Allroundchampion müssen ja auch ausgearbeitet werden - und all das geschieht immer mit Blick darauf, dass es für alle fair ist. Es gibt auch eine sehr nette Geschäftsstellenleiterin, die man immer fragen kann, wenn es irgendwo brennt. Alles in allem: Wir fühlen uns rundum wohl und müssen hier auch einmal für die Qualität der Ritte eine Lanze brechen, denn als Larissa noch bei der EWU geritten ist, gab es gelegentlich einmal jemanden, der den WRR belächelt hat. Umso erfreulicher, dass wir auf diesem Turnier von einer EWU-Richterin gerichtet wurden, die wir von der EWU kannten und die mich sogar zwischen den Ritten persönlich begrüßt hat: Keine Spur von Standesdünkeln. Queenie hat auf diesem Turnier ihren neuen Sattel eingeweiht;Lucky weit seinen neuen beim nächsten Turnier ein, ein Blogbei-trag zur Westernsattelbörse folgt im Winter "in diesem Theater" Genauso erfrischend war es, als wir neulich bei der Westernsattelbörse in Solingen waren und unser Betreuer Hajo (einer von sieben im tollen Team), der jahrelang als Trainer gearbeitet hat, uns erzählte, dass die vorderen Plätze in der LK 1 des WRR hart umkämpft und da richtig gute Reiter dabei seien. Um so stolzer sind wir, dass Larissa - obwohl sie die ersten beiden WRR-Turnier mit Lucky wegen Abi "verpasst" hat - so weit vorne mitmischt. Ob es in irgendeiner Disziplin für einen Highpoint-Sieg reicht und ob sie vielleicht sogar den Titel Rheinlandchampion erlangt, entscheidet sich beim Championat am Sonntag. Dort darf jeder mitreiten, aber den Titel kann man nur erlangen, wenn man erstens Mitglied ist und zweitens im Laufe der Saison 2 x in der jeweiligen Disziplin gestartet ist - es gilt das jeweilige Pferd-Reiter-Paar. Die qualifizierten Reiter, erkennt ihr am "Q" hinten in den Highpointlisten, die ihr im Original HIER einsehen könnt, aber jetzt noch die, wo Larissa, Lucky & Queenie zu sehen sind: Besonders stolz sind wir auf Larissas & Luckys 2. Platz in der Ranchriding, weil sie auf drei Turnieren fast so viele Punkte erritten hat, wie die Erstplatzierte mit fünf und wie immer: Ein Ponyzwerg gegen Quarters, Paints und Appaloosas. Queenies Paradedisziplin: Die Westernhorsemanship: Queenie war einmal Erste, einmal Zweite, 1 x disqualifiziert und beim 1. Turnier ist sie in der rasseoffenen Klasse des WRR gestartet und hat dort einen 5. Platz, der hier nicht einfließt. Larissa führt in der Westernriding - drückt alle Daumen, dass sie die Führung beim Championat behält Wie das mit der Highpoint-Wertung gerechnet wird, habe ich HIER erklärt, aber doppelt gemoppelt hält ja besser (Auszug aus dem WRR-Regelbuch): § 1104 Punktevergabe Für die Vergabe des High Point-Titels müssen mindestens drei Pferd-/Reiterkombinationen in der jeweiligen Disziplin starten. Die Punktzahlen errechnen sich wie folgt: Für den 1. Platz = Starterzahl minus 1 geteilt durch 2. Die weiteren Platzierten (maximal bis Platz 9) erhalten je 0,5 Punkte weniger. (Beispiel 5 Starter = 1. Platz = (5 - 1) / 2 = 2; 2. Platz = 2 – 0,5 = 1,5 usw.). Bei Punktegleichheit entscheidet die Anzahl der höchsten Einzelpunktzahl und danach die Anzahl der höheren Platzierungen. Wenn ihr wissen wollt, wie man es schafft, mit Nur-einem-Pony vorne mitzumischen (im Vorjahr wurde Larissa sogar Deutsche Meisterin mit der Jugendmannschaft: HIER) - dann lest mein Buch "Westernreiten meets Natural Horsemanship", das auch für Nicht-Westernreiter interessant ist, weil das Natural Horsemanship dort Schritt für Schritt erklärt wird. Es gibt auch ausführliche Kapitel zum Jungpferdetraining und zum Verladen. Wer das Buch schon kennt, dem lege ich meine anderen Bücher ans Herz - wer wissen will, was wir so treiben, wenn wir gerade keine Turniere reiten, der schaut HIER vorbei: www.12oaks-ranch.de/blog Tod ei­nes Pfer­des: Zir­kus­lek­tio­ne... Steiner, Nicola8,99€BuchJetzt probelesen ZUM BoD BUCHSHOP iesen Post per E-Mail versendenBlogThis!In Twitter freigeben
02.08.2018
12oaksTV Turnierkanal
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Queenie durfte nicht aufs Schleifenbild, denn sie hatte keine: Fünf Ritte, fünf Nullscores, aber Lucky hat unsere Ehre gerettet Haul: Die Sachpreise von Lucky Bevor ihr diesen Blogbeitrag lest, solltet das erste Follow-me-around meines Lebens ansehen: Ich zeige Euch hier nicht nur das Turniergelände, sondern erzähle Geschichten von freilaufenden Pferden auf dem Parkplatz und Monstern hinter der Hecke, die einige Pferde in die Flucht geschlagen haben. Auch ansonsten ist das Gelände in Isselburg wunderschön: ein Teich, jede Menge zuckersüße Fohlen und sogar eine Hüpfburg. Larissa reitet, ich schreibe und die Ritte kommentieren wir abwechselnd Das WRR-Turnier in Kombi mit einer DQHA Introductory Show fing gut an - ohne Witz: Nachwuchspferd Queenie war cool wie nie und man wähnte sich am Ziel der Pferdegewöhnung ans Turniergeschehen, aber zu früh gefreut. Die Coolness hatte sich schon nach wenigen Sekunden und bereits in der ersten Prüfung erledigt. Queenie war kaum lenkbar, ließ sich an der Brücke kaum anhalten, wollte vom Tor weg und Larissa hatte alle Mühe, den Weg einzuhalten. Als dann der Galopp kam, war es endgültig vorbei mit Queenies Ruhe: Der fiel spätestens jetzt ein, dass sie ein Fluchttier ist und sie könnte schwören, dass da gefährliche Monster hinter der Hecke lauern. Nun war die Devise: Ab durch die Mitte in Richtung Ausgang. Larissa musste mit der zweiten Hand eingreifen und am Ende absteigen - seht selbst die von Larissa kommentierten Chaosritte in folgender Playlist, denn das zog sich das ganze Turnier durch: Wir haben dann die Siegerehrungen genutzt, um ihr zu beweisen, dass da wirklich keine Monster hinter der Hecke sind, sind sogar um die Showarena drumherum gelatscht, um ihr die Kühe zu zeigen, aber dieses örtliche Denken scheint Pferden wohl abzugehen, denn Queenie hat bei jeder Prüfung irgendeinen anderen Quatsch gemacht. Sie hat Seitwärts in die Westernhorsemanship eingebaut, die Spins in der Reining wurden zur Wanderung kreuz und quer über die Showarena und in der Ranchriding hat sie aus Schrittstangen Trabstangen gemacht. Nun war unsere letzte Hoffnung die Westernriding. Ich stand gespannt mit Lucky beim Doorman, der anscheinend ebenfalls die Daumen drückte: Schritt klappte, Trab klappte, doch in dem Moment, wo der Doorman zu mir sagte: "Noch hat sie eine Wertung" geschah es und Queenie landete auf der falschen Seite der Pylone. Der Doorman erklärte mir, dass Larissa in solchen Fällen auf jeden Fall zu Ende reiten solle (war übrigens auch nett, dass Larissa den Trail zu Fuß beenden durfte und nicht vom Richter abgeklingelt wurde). Der Doorman hat mir übrigens noch ein paar Infos zur Highpointwertung gegeben. Das kommt aber erst am Ende des Blogbeitrags, denn erst mal muss ich erzählen, wie Lucky unsere Familienehre gerettet hat: Sieg in der Westernriding: Larissa war die Einzige mit wertungsfähigen Ritt -wie schwer es manchmal ist, den zu kriegen, sieht man ja an Queenies Ritten  Im Trail war Lucky auch sehr angespannt und hat sowohl beim Rechts- als auch beim Linksgalopp je einen Dreier-Penalty kassiert, aber immerhin eine Wertung. In der Reining lief er zäh und langsam, aber korrekt, so dass es für einen zweiten Platz von fünf Startern gereicht hat. Richtig stolz sind wir aber auf die Ranchriding, bei der wir allerdings zwischendurch befürchtet haben, dass sie gar nicht platziert ist: Zehn Reiter in der Arena und dann wurde der neunte Platz aufgerufen, der achte, der siebte, sechste, fünfte, vierte: Mein Gesicht wurde immer länger, aber Larissa strahlte wie ein Honigkuchenpferd und hatte Recht: Sie war Dritte und - immer wieder schön: Mit "Nur-einem-Pony" gegen Quarter- und Painthorses, gegen Erwachsene der allerhöchsten Leistungklasse: der LK 1. Hier die Playlist mit der Lucky die Familienehre gerettet hat, u.a. mit einem ersten Platz in der Westernriding. Das erste Video ist von Larissa kommentiert. Sie erklärt, worauf es in der Ranchriding ankommt: Ich wollte ja früh satteln, um noch in der Showarena abreiten zu können,aber meine Kinder kamen in der Mittagspause nicht aus dem Quark Interessant ist ja auch immer das Drumherum, z.B. das Pferd, das aus dem Paddock ausgebrochen war und sich von mir totenbrav an der Fliegenmaske über den Parkplatz führen ließ, um zurück in den Paddock gebracht, sofort wieder den gerade aufgebauten Zaun einzureißen. Da soll mal einer sagen, Turnierpferde seien eingeschüchtert: Dieses hatte ein Selbstbewusstsein, das durch keine Tür passt - genau wie unsere Queenie, aber das habt ihr ja alles schon im FMA-Video gehört. Ich nutze ja immer die Gelegenheit den Doorman zu löchern, denn wir sind ja früher in der EWU geritten und auch wenn an sich gleich gescort wird, so ist das mit den Titeln doch völlig anders. Statt beim Satteln zu helfen, äppel' ich den Paddock - fand Larissa doof Im letzten Blogbeitrag hatte ich Euch das mit den Punkten erklärt, die man für seine Platzierung bekommt und die dann in die Highpointwertung einfließen und jetzt frage ich mich, was ist das eigentlich. Bei der EWU hatte man ja die Trophyendsieger: Einen Ersten, einen Zweiten und einen Dritten in der Gesamtwertung einer Leistungsklasse sowie Disziplinensieger; beim WRR gibt es einen Highpointchampion pro Leistungklasse und in (fast) jeder Disziplin. Einen Allaroundchampion gibt es auch, aber das erkläre ich ein anderes Mal. Bei der EWU konnte man die Punkte für den Leistungsklassen- bzw. Disziplinen-Sieg auch mit mehreren Pferden erreiten - beim WRR ist dies - aus Fairneßgründen - nicht möglich. Hat Larissa da überhaupt eine Chance? Unsere Pferde rennen da nicht frei rum - da ist ein Zaun, aber Queenie kannauch gut ausbrechen (siehe Blogbeitrag: Queenie will frei sein) Mit Lucky ist Larissa zwar meistens weit vorne platziert gewesen, aber da hat sie wegen ihres Abiturs die ersten beiden Turniere ausgelassen, weil sie aus Zeitgründen keine zwei Pferde trainieren konnte. Deswegen sahen wir uns in Sachen Highpointwertung unter "Ferner liefen". Aber da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Larissa steht besser da als gedacht - siehe Tabelle unten. Es gibt übrigens noch weitere Titel, die man beim WRR erreiten kann: Im September kann man Rheinlandchampion in der jeweiligen Disziplin werden. Das aber nur, wenn man Mitglied ist und in dieser Disziplin zwei mal im Laufe der Saison gestartet ist, was beides auf Larissa mit beiden Pferden zutrifft: Da sie zwei Mal in der jeweiligen Disziplin gestartet ist, könnte sie sich das nächste Turnier jetzt eigentlich sparen, aber das tut sie nicht, denn man reitet ja zum Spaß und nächstes Mal (also jetzt am Wochenende) auf einer Anlage, die Queenie schon kennt: Der Neudellerhof in Ratingen und da hat es uns echt gut gefallen - mal abgesehen von den Panelzaunelementen, die Queenie nach dem Schubbern am Kopfstück hingen (HIER nachzulesen). Das Championat findet dann wiederum in Krefeld statt und da hat Queenie ihren ersten Pokal geholt - wenn sie diese Leistung wiederholt und kein anderer besser ist .... Aber hier erstmal Luckys Vorabübersicht in der Highpointwertung und Queenies folgt nach dem Schlusswort des Blogbeitrags. Kann kein Wässerchen trüben: Queenie wie sie leibt und lebt Um abschließend eine Lanze für unsere Queenie zu brechen, muss erzählt werden, dass auch Lucky einmal mit drei Nullscores vom Turnier nach Hause fuhr. Lucky hatte die gleichen Probleme mit der Steeldust-Halle in Kevelaer wie Queenie mit der Hecke in Isselburg und auch bei Lucky war aller Anfang schwer. Jedes Mal, wenn Larissa in eine neue Leistungsklasse aufgestiegen ist, musste ich mir auf dem Rückweg vom ersten Turnier anhören: "Ich bin noch nicht bereit für die Leistungsklasse 3" analog im Folgejahr die Leistungsklasse 2 bzw. 1 und dann war sie aus ihrer Sicht erst mal nicht bereit für die German Open, mit der sie beim letzten Mal mit einer Goldmedaille nach Hause gefahren ist. Mit einem Pony im Jugendkader: Blogbeitrag Larissa rettet Goldmedaille Luckys Anfänge gibt es auch als Video und diese Videos wird Larissa euch im Winter im Turnierkanal kommentieren. Da dies erst Queenies 7. Turnier war und Queenie bei der EWU vom Fleck weg in der Leistungsklasse 1 starten musste (Top-Konkurrenz und höchste LK) bzw. beim WRR (netterweise) in der Leistungsklasse 2 (weniger Starter, aber die sind richtig gut) und das jetzt auch einhändig, muss man ihr schon lassen: Sie macht das gar nicht schlecht - immerhin ein Pferd mit mäßigem Exterieur - da hinten überbaut, und abenteuerlichem Interieur, denn die wollte es wirklich wissen und hat nichts an Unarten ausgelassen, die ein Pferd so machen kann: Mitten beim Reiten hinlegen, buckeln, steigen, losrennen und über die Schulter ausbrechen in Richtung Ausgang. Dafür finde ich, dass Larissa mit diesem Pferd wirklich unendlich viel geleistet hat: Immerhin ist sie an zweiter Stelle der Highpoint-Liste für die Horsemanship LK 2 und hat sogar Teilnehmer überholt, die öfter als sie gestartet sind. Da Larissa zwar mit Queenie fast jedes WRR-Turnier mit geritten ist, aber entweder als Einzige nicht in die Siegerehrung durfte wie in der Ranchriding oder auf anderem Weg Letzte, Vorletzte oder Vorvorletzte wurde (außer in der Westernhorsemanship, da sind Queenie und Larissa immer vorne dabei gewesen - aber dieses Mal halt auch nicht), hatten wir uns für dieses Pferd-Reiter-Paar erst recht keine Hoffnungen gemacht. Aber in der Horsemanship hat Queenie allen gezeigt, was in ihr steckt - zumindest dann, wenn nicht gerade Kühe hinter der Hecke lauern. Die Anlage war wunderschön: Fohlen, Teich, Kühe - mehr unter Buchwerbung Queenies Schandtaten und wie wir sie motiviert haben, könnt ihr in meinem unten verlinkten Buch "Westernreiten meets Natural Horsemanship" nachlesen oder eine davon in DIESEM BLOGBEITRAG - wie wir ihr das Steigen abgewöhnt haben in DIESEM VIDEO. Was dieses Turnier betrifft, so tröste ich mich damit, dass es in der Ehe ja das verflixte siebte Jahr gibt und das war eben Queenies verflixtes siebtes Turnier: Es kann nur aufwärts gehen. Wir haben sie trotzdem lieb - ist ja auch gemein, wenn da Monster hinter der Hecke lauern und man als Pferd befürchten muss, dass es ein Puma-Tiger-Wolf ist - Fotos von diesen Monstern unter der Buchwerbung. Daily News auf www.12oaks-ranch.de/blog/
Riesenschleifenausbeute & Sachpreise: hochwertige Lederzügel, Halfter, Fliegenfransen, Fliegenspray, Heunetz, Hufkratzer Gut, dass zwei von den Dingern am Kopfstück waren ... Was für eine Begrüßung: Als ich morgens zur Meldestelle der Westernreiter Rheinland ging, wurde ich nach meinem Namen gefragt und jemand, der in der Nähe stand, sagte: "Das ist doch die Nicola." Das war echt ein netter Empfang für jemanden, dessen Tochter erst das zweite Mal in einem neuen Verband startet ... kann natürlich auch sein, dass ich wegen meiner Youtube-Videos berühmt-berüchtigt bin. In Sachen berühmt-berüchtigt stellt mich mein Pferd Queenie noch in den Schatten, denn die ist auch immer für eine böse Überraschung gut. Bei ihrem ersten Kurs hat sie zwei Paddocks zerlegt (HIER nachzulesen) und dieses Mal hat sie sich beim Schubbern so ungeschickt in der Abgrenzung der Showarena verheddert, dass sie das Zaunelement mehrere Meter über den Abreiteplatz geschleift hat - schockschwere Not (Video von den Sekunden danach in der Playlist unten). Kein Wunder, dass man uns kennt, aber anstelle des erwarteten (und wohl verdienten) Rüffels kam sofort jemand (der Doorman?) herbei geflitzt und hat sich erkundigt, ob es uns gut geht. Wir hatten tatsächlich Glück im Unglück, denn Queenie hat lediglich aus einer Zweiohrtrense eine Einohrtrense gemacht. Das eine Ohrenstück ist nämlich Gott sei Dank gerissen und damit war Queenie wieder frei. Nicht nur befreit, sondern auch erstaunlich gelassen ... so, als wollte sie sagen: "War was?" Für den Rest des Turniers wurde ihr das Schubbern an Zaunelementen natürlich trotzdem rigoros untersagt. Das Blanket, was Queenie beim letzten Turnier zu klein war, passt Lucky. Queenie hat von Lucky das geerbt, was er als Kaderpferd geschenkt bekam Queenie war insgesamt aber schon recht angespannt: Alleine aufs Turnier gehen, kann sie zwar schon ganz gut, aber ein zweites Pferd dabei zu haben, ist ungewohnt und damit aufregend. Ständig war sie am Gucken, wo denn Lucky jetzt ist, was wir sehr erstaunlich finden, weil Queenie zuhause die Hälfte ihres Tages damit verbringt, Lucky von links nach rechts und wieder zurück zu scheuchen. Luckys Leistungen hat das Beisein von Quälgeist Queenie keinen Abbruch getan, der wurde vom Fleck weg Erster im Trail und jeweils Zweiter in Reining, Westernriding und Ranchriding. Darüber freuen wir uns ganz besonders, weil er eigentlich erst seit zwei, drei Wochen wieder trainiert wird. Er hatte nämlich wegen Larissas Abitur verlängerte Winterpause. Queenie war ja stutenbissig-mäßig völlig aus dem Häuschen und war in der ersten Prüfung (dem Trail) nur mit Mühe ins Stangen-L zu dirigieren, aber hatte immerhin einen Score. Somit wollen wir nicht meckern: Es war der erste Trail in Queenies Leben, der einhändig absolviert wurde und da ist eine Wertung schon der Hit. Mit Queenies Mutter Fancy kam man mit zwei Pferden, zwei Menschen gutklar, aber bei Queenie braucht man einen dritten Mann Dieser vierte Platz war in diesem Fall aber auch ein letzter Platz und daher bin ich aufgescheuchtes Huhn von Mutter sowohl zur Meldestelle als auch zur Turnierleitung geflitzt und habe mein Leid geklagt: "Wenn Larissa in die Leistungsklasse 4 absteigt, dann geht das bei uns nicht - wir können nicht zwei Tage zum Turnier fahren - schluchz und heul." Im Schock über den letzten Platz habe ich völlig vergessen, dass Queenie im letzten Turnier ja sogar Erste in der Westernhorsemanship war (HIER nachzulesen) und damit war mein Spielen der Dramaqueen sowas von überflüssig. Queenie hat durch den Sieg Punkte in der Highpointwertung und kann gar nicht absteigen. Aber - ihr kennt das ja vom letzten Jahr: Mit diesem von mir fabrizierten Theater habe ich das Gesetz der Anziehung vom Feinsten aktiviert. Leider in die falsche Richtung und damit ging schief, was schief gehen konnte: In der Reining hat Queenie sich einen Fünfer-Penalty kassiert, weil sie gekickt hat; in der Westernhorsemanship war sie nur einen Punkt von der Erstplatzierten entfernt und es war trotzdem nur ein vierter Platz. Die Erste und die Zweite hatten beide 74 Punkte, die Drittplatzierte 73,5 und Queenie 73 und in der Ranchriding hat Larissa sich verritten: Nullscore.  Mehr Fotos rund ums Turnier findet ihr, wie gewohnt, unterhalb der Buchtipps Ihr seht also: Esoterik im Turniersport klappt auch in die andere Richtung: Zum Mißerfolg. Ich habe mich natürlich beeilt schnell wieder positiv zu denken und endlich in der Westernriding lief es wieder, wie wir es uns gewünscht haben: Queenie hat sogar die Wechsel an der langen Seite geschafft: Beim letzten Turnier hat Larissa noch mit der zweiten Hand eingreifen müssen und hat damit einen Nullscore kassiert, dieses Mal hat es für einen dritten Platz gereicht. Unterhalb der Playlist findet ihr nicht nur meine Buchtipps - oder besser: die von mir geschriebenen Bücher - sondern auch das, was ich mittlerweile über die Regeln bei den Westernreitern Rheinland gelernt habe. Ich schreibe das besser auf, sonst vergesse ich es - bin ja nicht mehr die Jüngste. Wenn ich aber Müll geschrieben haben sollte, hinterlasst mir bitte die Korrektur in einem Kommentar. Man kann im Laufe eines Jahres 6 x beim WRR starten: Fünf reguläre Turniere und ein Championat, bei dem man Rheinlandchampion werden kann. Das aber nur, wenn man vorher zwei Mal auf einem der ersten fünf Turniere in der jeweiligen Disziplin geritten ist. Die High-Punkt-Wertung wird wie folgt errechnet (Auszug aus dem WRR-Regelbuch): § 1104 Punktevergabe Für die Vergabe des High Point-Titels müssen mindestens drei Pferd-/Reiterkombinationen in der jeweiligen Disziplin starten. Die Punktzahlen errechnen sich wie folgt: Für den 1. Platz = Starterzahl minus 1 geteilt durch 2. Die weiteren Platzierten (maximal bis Platz 9) erhalten je 0,5 Punkte weniger. (Beispiel 5 Starter = 1. Platz = (5 - 1) / 2 = 2; 2. Platz = 2 – 0,5 = 1,5 usw.). Bei Punktegleichheit entscheidet die Anzahl der höchsten Einzelpunktzahl und danach die Anzahl der höheren Platzierungen. Ist halt die Frage, ob Larissa dieses Jahr in der High-Point-Wertung noch etwas reißen kann, weil Lucky ja die ersten beiden Turniere verpasst hat und Queenies Leistungen wohl eher als schwankend einzustufen sind. Aber bei Queenie muss man zugute halten, dass sie alles in allem kein einfaches Pferd ist und vor zwei Jahren noch unterm Sattel gestiegen ist, wenn sie auf etwas keine Lust hatte und diese ihre Vergangenheit sieht man ihr wirklich nicht mehr an. Wie es uns gelungen ist, sie besser zu motivieren und auch aus Nur-Einem-Pony ein so erfolgreiches Turnierpferd wie unseren Lucky zu machen, lest ihr in meinem Buch "Westernreiten meets Natural Horsemanship - wie das Turnier zum gemeinsamen Projekt von Pferd und Mensch wird". Der Bestseller unter meinen Büchern ist allerdings "Pferde vermenschlichen - aber richtig" ... Unter den Buchtipps gibt es noch ein zweites Schleifenbild, bei Queenie mir die Fliegenfransen aus der Hand klauen will. Zu Recht, denn immerhin hat sie das gewonnen und nicht ich. Das mit den Schleifenbildern ist gar nicht so einfach, weil Queenie immer irgendetwas im Schilde führt, wogegen Lucky jede Gelegenheit für ein Nickerchen nutzt. Unterhalb seht ihr noch Fotos von unserer "Wagenburg" und dem Paddockbau
03.06.2018
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Es fing mal wieder gut an. Gerade von der Autobahn runtergekommen und dann blind wie ein Maulwurf unmittelbar am Turnierort vorbei gefahren: Kilometer für Kilometer. Dann - endlich angekommen - sollten wir Parkgebühren bezahlen: Als Teilnehmer, okaaay ...Der WRR-Verband konnte nichts dafür - auch nicht für die Toilettengebühren, aber - na gut - es bringt einen auch nicht um. Dann hat Larissa Queenie ein zu kleines Blanket angezogen und wir merkten: Hoppla, wir sind ja gleich dran, Blanket noch wechseln wird knapp. Zuhause bin ich genauso schusselig und lösche die Beweisfotos von der Fest- platte - daher Screenshots aus dem Reining-Video - da sind sie noch drin Mit dem Gleich-Dran war aber auch wieder nix, denn der Zeitplan hatte sich nach hinten verschoben und Tochter Larissa sagte: Egal. Ich selbst war mit dem Ausprobieren unserer neuen GoPro beschäftigt (Video oben) und somit ist Larissa dann in die Reining geritten, als ich mich spontan entschieden hatte, jetzt doch sicherheitshalber mit ihrem Handy zu filmen und damit war das Chaos endgültig perfekt: Falschen Knopf gedrückt, Fotos gemacht und dann die umstehenden, wildfremden Leute um Hilfe bei der Handybedienung gebeten. Als ich endlich alles erledigt hatte und wieder zu Queenie sah, sah ich gerade noch wie die Vorderbeine von oben nach unten kamen - so kurz dass es nicht auf dem Film war: Queenie war beim Spin ein wenig gestiegen. Aber danach lief die Reining: bis auf kleinere Fehler und die Tatsache, dass Queenie nicht stoppen kann (noch nicht, wir haben es noch nie geübt). Hinterher haben Larissa und ich darüber diskutiert, warum sie ansatzweise gestiegen ist. Meine Theorie ist ja, dass sie mitbekommen hat, dass ich noch nicht bereit fürs Filmen war; Larissa sagt, dass sie beim Spin auch zuhause zumindest dann nörgelig gewesen sei, wenn man etwas mehr Tempo verlangt hat und jeder beharrt auf seiner Meinung - ist ja immer so. Aber ein rosa Schleifchen hat es dann doch noch für den fünften Platz gegeben. Noch ein Youtube-Screenshot - dieses Mal filmt das Handy endlich Aber dann kam die Ranchriding und da sind sich Mutter und Tochter wieder einig: Das ist Queenies Paradedisziplin - zumindest, wenn sie beim Extended Trot nicht aus Versehen in den Galopp fällt. Somit war das dann die dritte rosa Schleife der Saison, denn beim 1. Turnier in Overath war sie ja Fünfte in der Horsemanship geworden (Ranchriding & Reining mussten wir streichen, weil Larissa krank geworden ist) und dann haben wir uns eingeredet, dass sie das gewonnen hätte, wenn sie denn gestartet wäre. Nun aber in Krefeld machten sich lange Gesichter bei uns breit. Eigentlich gab es nur einen Trost: Die Leute vom WRR waren nett - wenigstens die Offiziellen, denn vor der Reining hatte es ja auch ein Dilemma gegeben, denn jemand war beim Abreiten in Queenie hinein geritten. Da war es richtig nett, dass sich der Turnierleiter im Nachhinein nach ihrem Wohlbefinden erkundigt hatte: Wir sollten uns unbedingt melden, falls Queenie lahmt.  Glück gehabt, sie hat es schadlos weg gesteckt und wir danken heute noch Gott, dass Queenie das Pferd nicht dafür getreten hat, hat ja nicht umsonst eine rote Schleife im Schweif. Wie auch immer: Es wurde jetzt aber wirklich mal Zeit, Queenie angemessen fürs Turnier einzukleiden und zur Halbzeit gab es somit ein passendes Pad: Die Horsemanship war an der Reihe. Zwar war es mir zwischenzeitlich - dank Larissas akribischen Erklärungen - gelungen, ihr Handy zu Videoaufnahmen zu überreden, aber dann sah ich Außengalopps, wo keine waren und hatte schon Angst, dass sie disqualifiziert wird, aber der Null-Score kam erst später bei der Westernriding. Wir Deppen haben nicht geblickt, dass man auch einfache Wechsel reiten darf - gibt zwar Abzug, aber wenn man nicht rein greifen muss, hat man wenigstens einen Score. Die Wechsel über die Mitte gingen ja halbwegs, dafür dass es die erste Westernriding-Prüfung in Queenies ganzem Leben war, aber die Schlangenlinien am Rand: Was war das eng und dann auch noch Außenvolten am Anfang und am Ende, die Letzte hat Larissa das Genick gebrochen: Zweite Hand am Zügel und tschüss. Ich finde Queenie sieht stolz aus: Erster Pokal ihres Lebens Aber ich greife vorweg: Es war da ja auch noch die Horsemanship, wo ich die Kamera verruckelt hatte wegen eines eingebildeten falschen Galopps. In der Siegerehrung waren sechs Reiter, fünf sollten platziert werden und dann wurden Sie alle aufgezählt: Fünfte, Vierte, Dritte, Zweite: Larissa war nicht dabei und ich hatte schon Angst, dass sie diejenige ist, die nicht platziert ist. Doch dann fiel endlich ihr Name: Sie hat die Westernhorsemanship gewonnen und Queenies ersten Pokal und ihre erste blaue Schleife an Land gezogen. Das fanden wir so toll, dass wir gleich die Mitgliedschaft beim WRR beantragt haben und beim nächsten Mal in Ratingen dann mit zwei Pferden aufkreuzen. Seit Larissa nicht mehr für ihre Abitur-Prüfungen lernen muss, wird auch Pony Lucky wieder trainiert und was bin ich froh, dass ich dann einen guten Grund habe, meinen Sohn Janik als Turniertrottel-Assistent verpflichten zu können: Der hat ein eigenes Handy und kann es auch bedienen, dann bin ich wenigstens den Filmjob los. In folgender Playlist findet ihr das, was ich mir so in Krefeld zurecht gefilmt habe und danach geht es - wie immer zu den Buchtipps. Zuhause reite ich Queenie ja auch gerne mal, aber auf dem Turnier habe ich Respekt, weil sie ja doch immer mal auf dumme Ideen kommt In "Westernreiten meets Natural Horsemanship" gebe ich nämlich nicht nur Trainingstipps, sondern erzähle auch Geschichten, z.B. aus den Zeiten als Queenie und Lucky noch jung waren. Zwei Pferde, die gegensätzlicher nicht hätten sein können. Wo Lucky damals vor allem und jedem Angst hatte, hatte Queenie ein Selbstbewusstsein, das durch keine Tür passt. Wie wir Lucky mehr Selbstbewusstsein gegeben haben und Queenie motivieren konnten, sich überhaupt auf ein Training einzulassen, könnt ihr dort nachlesen, aber auch meine anderen Bücher sind natürlich lesenswert: Versprochen.
05.05.2018
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Die großen Bilder sind vom Vorjahr (Fizzy Colours), da ist Queenie LK-1-Pattern gegangen, aber dieses Jahr? Oh weia Dann muss es am Turniertag auch noch regnen und wir hatten am sonnigen Samstag einen Paddock aufgebaut. Also: Decke gekauft, um Mittagessen zu gehen. Mittagessen dann wieder gestrichen: Larissa krank, ab nach Hause Eigentlich eine gute Idee mit der All Novice Show der DQHA, aber für Leute wie uns vielleicht mit Ende März etwas früh im Jahr, denn wir haben keinen Reitplatz und dieses Jahr hatte uns der Matschwinter fest im Griff. Das bedeutete für unser Jungpferd Queenie eine siebenmonatige Pause. Denn bevor der Dauerregen, den Reitplatz in eine Schlammwüste verwandelte, ging sie wegen einem Hufgeschwür lahm. Ganze zwei Tage konnten wir auf dem Platz üben, ansonsten bestand die Turniervorbereitung aus Konditionstraining im Gelände. Bedauerlich, wenn man dann vor den eigentlichen Turnierstarts zwei Übungstage hat. Bei manchen Disziplinen wie Ranchriding und Reining  (ausgerechnet die, die wegen Larissas Krankheit ausfielen) waren wir sogar zufrieden, zumal Queenie so langsam mal auf den Trichter kommt, dass es sinnvoll ist, wenn man die Nase einzieht, den Rücken hebt und auch die Hinterhand gebraucht. Diesbezüglich gibt es also nur noch ein Problem: Sie zieht manchmal die Unterlippe herunter, wenn man mit dem Zügel einwirkt. Die Form ist so schon genial und wenn man das kauft, wird es kunstvoll ver- ziert. Fotos im Produkttest-Blogbeitrag. Wir testen das Bit im Turnierkanal Zwar macht die das auch ohne Gebiss gelegentlich, aber wir haben ein Sponsoring von Mr. "T" bzw. Natural Texan Horsemanship für unseren Turnierkanal auf Youtube bekommen, was ihr HIER verfolgen könnt. Dieses Gebiss wollen wir morgen zumindest für eine Prüfung ausprobieren, denn dann starten wir erstmals beim WRR. Dies unter anderem deswegen, weil wir uns auf der German Open mit der ehemaligen EWU-Jugendwartin überworfen hatten. Drei mal dürft ihr raten, wer bei der All-Novice-Show in Overath Ringsteward war. Larissa ist ja am Turniertag schlecht geworden, so dass wir nach zwei Prüfungen nach Hause gefahren sind. Aber das hatte nichts mit der Ex-Jugendwartin zu tun: Larissa sagte bereits am Vorabend , dass ihr unwohl ist. Daher an dieser Stelle ein kleines Intermezzo mit dem Video zum Streit, der ja durch den Rücktritt (?) jetzt durch ist und weswegen wir eigentlich auch wieder bei der EWU starten könnten. Warum wir das zumindest in diesem Jahr noch nicht tun, verrate ich Euch unter dem Video: Aber außerhalb der Prüfungen war Queenie gechillt - außer wenn andere Pferde in der Nähe waren: Abreiten & Railwork wurde zum Katastrophenritt Wir hatten nämlich auch die Hoffnung, dass Larissa mit Queenie beim WRR beidhändig reiten darf, aber das kann man bei Larissas Erfolgen mit Lucky voll vergessen. Queenie wird dieses Jahr sieben, muss also ab morgen einhändig vorgestellt werden. Ich persönlich finde ja, dass Queenie als vier- bis fünfjähriges Pferd gelten müsste, weil wir ja keine Halle haben und nur im Sommer trainieren können, aber so sieht das ja kein Verband: Da würde dann ja in der Tat jeder kommen: Mein Pferd hatte eine schwere Geburt, es mag keine Ringelblumen, bei der Farbe gilt es noch als Baby - verstehen wir also total. Weil man das Schleifchen nicht erkennt, gibt es unten eine Bildergalerie Immerhin ist man uns beim WRR so weit entgegen gekommen, dass Larissa mit Queenie in der Leistungsklasse 2 starten darf: Danke. Mit Lucky muss Larissa aber auch beim WRR in der höchsten Leistungsklasse 1 antreten, denn wer Deutscher oder Landesmeister geworden ist, gehört dort zu den Profis - ist ja auch richtig so. Dennoch bin ich froh, dass das (noch) nicht für Queenie gilt, denn mein Eindruck in Overath war, dass sie sich - zumindest beim Trail - auch von der Schwierigkeit der Pattern überfordert gefühlt hat. Positiv überrascht waren wir von Queenies erster Reining, das ist ausbaufähig (siehe Playlist unterhalb). Und in der Westernhorsemanship war Larissa trotz Buckeln in der Railwork platziert, weil die Einzelaufgabe ziemlich gut lief. Aber der Trail war eine reine Katastrophe: Bei jedem Ritt (drei Clinicritte, eine Prüfung) hat Queenie etwas Anderes angestellt. Bei der Prüfung selbst funktionierten endlich die Passagen der Pattern halbwegs, wo Queenie am Übungstag wohl dachte: "Seid ihr doof? Das kann doch gar nicht klappen ..", dafür hat sie an anderer Stelle Quatsch gemacht - sogar bei Sachen, die Queenie wirklich aus dem Eff-Eff kann. Aber seht selbst, denn ich habe mir dieses Mal die Mühe gemacht, die Ritte auf Youtube zu kommentieren, denn unkommentiert hätte man die nichts ins Netz stellen können. Das wäre dann doch zu peinlich geworden. Unter dieser Wild-One-Playlist seht ihr noch die restlichen Fotos von der All Novice in Overath - die sind nicht so toll: Mein Handy hat es qualitativ langsam hinter sich, aber gefilmt haben wir mit Larissas Handy, das ist neu und rattenscharf.  Videos vom Bit-Test findet ihr in folgender Playlist - Blogbeiträge in DIESEM THEMENMONAT. Darunter meine Bücher
In der letzten Turniersaison hat Testpferd Queenie sich hier im Blog einen Namen als 1. WC-Ente und 2. Badewanne gemacht. Auch hier im Foto scheint sie zu fragen: "Ist das Gebiss nicht als 3. Bein zum drauflegen gedacht?" Hier seht ihr auch ein Bit mit D-Ring: Ich würde raten, damit anzufangen und erst dann zur Stange mit Shanks überzugehen Wäre das nicht toll? Pferd läuft nicht ordentlich, dann wechselt man das Gebiss und die Welt ist rosarot und alles klappt? So einfach ist es natürlich nicht, aber es ist schon erstaunlich, dass Queenie, wenn man sie mit dem Gebiss von Mr. "T" (Natural Texan Horsemanship) reitet, sofort schnaubt, sobald man sie angaloppiert, was sie mit dem Correction nicht tut und das gleich beim ersten Versuch. Somit hat Mr. Ts Stange mit Shanks den Test mit Bravour bestanden: Queenie läuft damit locker, ist frei in der Hinterhand und tritt gut unter. Was will man mehr? Doch es gibt halt Leute, die sind nie zufrieden und dazu zähle ich auch meine Tochter und mich. Obwohl jedes Kind weiß, dass eine Stange zumindest dann ausschließlich zum Einhändigreiten gedacht ist, wenn da auch noch Shanks rechts und links angebracht sind, haben wir unseren Sponsor per Whats App und Telefon gelöchert: Jedes Kindergartenkind wäre vor Neid erblasst, denn wir sind im "Warum" fragen wohl nicht zu überbieten und haben uns das Gebiss von Mr. T bis ins kleinste Detail erklären lassen. Es heißt übrigens Mona Lisa oder auch Grazer, weil es eigentlich eine Mischung aus beiden ist, aber das hindert uns nicht daran, laienhaft herumzunörgeln, wo es nur möglich ist, z.B.: Warum kommt es auch beim Mona Lisa vor, dass Queenie die Unterlippe zurück zieht? Mr. T: Das kann auch ein Memory-Effekt sein. Das Pferd erinnert sich an die Einwirkung des Corrections und reagiert in einer Art Schmerzgedächtnis. Es hilft, wenn man das Correction komplett weg lässt und in der Pferdeausbildung noch einmal alle Schritte wiederholt, um dieses Gedächtnis zu löschen. (Anmerkung von Larissa: "Ich glaube nicht, dass das Correction sooo schlecht ist: Lucky läuft damit super.") Warum ist denn die Winkelung nicht 180 Grad wie beim Correction?  Mr. T erklärt, dass ein Pferd eine dreidimensionale Zunge hat, die es verdrehen und rund machen kann. Mit diesem Zungenmuskel kann das Pferd das Gebiss balancieren und wird so im Kiefer locker, was sich von vorne nach hinten überträgt. Dass ein lockerer Unterkiefer Voraussetzung für ein lockeres Pferd ist, wissen wir spätestens seit Phillippe Karls Buch "Irrwege der Dressur", aber dass eine andere Form des Gebisses genau das auslösen kann, beweist das dritte Video in der Playlist unten. Mit Stange schnaubt Queenie (Minute 5) - mit correction bit (Minute 9) tut sie es nicht, was uns nicht davon abgehalten hat, trotzdem in Queenies Maul rein zu filmen à la "Mr. T - guck mal (Video ist noch nicht erschienen):  Warum drückt das Mona Lisa auf die Zunge? Mr. T: Das tut es ja gar nicht, denn beim Filmen wird der Pferdekopf nach oben gehalten, beim Reiten ist das Pferd in einer völlig anderen Position und dann liegt das Gebiss genau da, wo es angenehm ist. Das sei beim Correction übrigens nicht so, denn sobald der Reiter dieses annehme, würden die Ecken auf die Zunge drücken, was fürs Pferd unangenehm sei, so Mr. T von Natural Texan Horsemanship Kann man das Mona Lisa auch beidhändig nutzen? Mr. T: Es ist zwar fürs einhändig reiten gedacht, aber wenn beidhändig, sollte man schon sehr sanft und vorsichtig einwirken. Was ist, wenn die Seitengänge und fliegenden Galoppwechsel beim beidhändigen Reiten nicht funktionieren? Mr. T: Die Antwort wurde bereits bei der ersten Frage erteilt: Man müsste das Gebiss komplett neu anlernen und das Correction für einige Wochen weglassen.  Handarbeit mit individuellem Design Tja und da waren sie wieder unsere drei Probleme - frei nach Otto Waalkes Film Otto: 1. Wir hatten keine mehreren Wochen, denn das nächste Turnier für Queenie stand vor der Tür 2. Dummerweise sollte Queenie auf diesem Turnier ihre erste Westernriding gehen - also fliegend wechseln, was sie einhändig noch nicht kann, weswegen wir schon im Vorfeld gesagt hatten, dass Larissa "reingreift" und disqualifiziert wird, denn es geht bei dem Ritt nicht darum Schleifchen zu ernten, sondern das Pferd allmählich an diese neue Disziplin heranzuführen und es kam dann auch wie bestellt. Deswegen haben wir uns entschieden, Queenie nur in der Ranchriding mit dem dem neuen Bit zu showen, um es auf dem Turnier auszuprobieren und damit war sie auch gleich platziert. 3. Queenie war nicht das optimale Testpferd, weil von echter Bitreife vielleicht - zumindest jetzt noch nicht - keine Rede sein kann. Daher ist es wohl irgendwie nur ein halber Produkttest geworden, aber der hat immerhin zwei Teile und hier geht es zu TEIL 1 - dort erklärt Mr. T wie das Gebiss funktioniert und wie man es anlernt. Den Weg zu diesen unseren drei Problemen haben wir per Video dokumentiert, wobei fest steht, dass fast alles mit dem Gebiss von Mr. T geht, außer eben Seitengänge und fliegende Galoppwechsel, wofür voerst doch das Correction weiter nutzen werden, da diese Gelenke hat. Das Design ist ein wahres Kunstwerk Aber so schnell hatten wir uns natürlich nicht geeinigt, sondern uns erstmal die Köpfe heiß geredet und das war so: Larissa reitet Seitengänge, Muttern steht an der Bande und meckert (also Muttern bin ich): "Was machst Du denn mit dem rechten Zügel? Lass mich mal drauf." Muttern sitzt auf Pferd und strahlt: "Guck mal: Stellung mit Stange und es geht seitwärts" Tochter macht ein böses Gesicht: Reiterwechsel, worauf Tochter erklärt: "Ist ja alles schön und gut, aber so wie Du das machst, wölbt Queenie ja gar nicht den Rücken. Da muss ich die einfach mal enger nehmen können und DAS geht mit der Stange eben nicht." Aus dieser Mutter-Tochter-Streiterei habee ich ein Extra-Video gemach ... das Happy End lässt aber bestimmt nicht auf sich warten, denn:  Tada - es gibt eine Lösung Wir werden das Bit zusätzlich bei einem Pferd testen, das - wie wir hoffen - die so genannte Bitreife hat - nämlich mit Queenies Mutter Fancy. Die wird diese Saison wieder keine Turniere gehen, weil sie sich die Sehne gezerrt hat und die schlechte Nachricht: Wir sind Schuld ... dachten wir zumindest, bis sich rausstellte, dass Fancy Hufgeschwüre (ohne Lahmheit) hatte, was ebenfalls zu einer Überlastung des Beins auf der anderen Seite führen kann, aber bis wir das wussten, dachten wir Folgendes: Der WDR hat ja bei uns gefilmt und der Plan war der Redakteurin den Spin auf Lucky beizubringen. Ihr federleichtes Gewicht hatten wir schon per eMail erfragt. Aber dann stand sie vor uns: Riesengroß und das hätte auf Lucky wirklich nicht ausgesehen. Testpferde: Mutter Fancy & Tochter Queenie  mit meiner Tochter Larissa Da Fancy das ja auch kann, dachten wir die beiden fatalsten Wörter, die es auf der Welt gibt: "Mal eben" und wollten der Redakteurin das eben mal eben beibringen mit dem Spin, die sich erstaunlich gut dabei angestellt hat. Aber was wir vergessen haben: Man bringt das ja nicht nur bei, man filmt das ja auch und das dann eben nicht nur einmal: Mal stimmt das Licht nicht, dann ist ein Rasenmäher im Hintergrund und dann wäre es auch schön, wenn Larissa das für die Absage auch noch zeigt, womit "same procedure as last rider - der Tragödie zweiter Teil" ins Leben gerufen war: Licht, Rasenmäher. Man muss das Ganze mehrfach drehen und am nächsten Tag ging Fancy lahm, weil untrainiert (dachten wir, bis zwei Hufgeschwüre raus kamen). Der matschige Winter war gerade vorbei. Es geht ihr schon wieder besser und sie ist im Schritt wieder lahmfrei, aber im Trab sieht man noch eine leichte Taktunreinheit - ich könnte mich in den Allerwertesten beißen. Die Tierheilpraktikerin hat mit Blutegeln wahre Wunder bewirkt, aber uns für nächstes Jahr einen besseren Trainingsplan erstens zum Erhalt der Muskeln im Winter - Galopp im Gelände - und zweitens für den Beginn der Reiningmanöver mit auf den Weg gegeben: Am ersten Tag nur eine Runde Spin pro Seite und am zweiten Tag zwei, nach einer Woche drei etc.. Oh Mann, das wissen wir eigentlich, aber manchmal denkt man einfach nicht richtig nach: Arme Fancy - passiert nie wieder. Wer das Making-Of des WDR-Beitrags lesen möchte, der klickt HIER, danach geht es zur Produkttest-Playlist und darunter findet ihr - wie immer-  meine Bücher. Im Lehrbuch "Westernreiten meets Natural Horsemanship" wird u.a. auch der kleinschrittige Trainingsaufbau en detail vorgestellt, aber so ist das auch bei den Autoren: Theorie & Praxis ...       12oaks-ranch.blogspot.de/making-of-wdr-beitrag - so jetzt aber: Playlist zum Produkttest:
17.04.2018
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Das thumbnail zum Unboxing-Video, was hier unter diesem LINK öffnen könnt: Im Bild ist Lucky, war auf die Schnelle ;) So ein reich verziertes Bit kostet wohl 400 Euro - wir haben einen "Rohling", um die Funktionalität zu testen:Mehr Fotos unter Playlist & Einweisung. In der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen oder aber: Bauern, die nichts fressen, was sie nicht kennen, werden zu Gourmets und gönnen sich mal was Todschickes. Gourmet im Pferdesport ist man nämlich mit exquisiter Ausbildung und die Bits von Natural Texan Horsemanship sind mega, was das Design mit Wow-Effekt betrifft. Ein echter Hingucker und als Einzelstück schon fast haute couture im Westernsport. Aber der Wermutstropfen: Es ist eine Stange und Bäuerinnen wie Larissa und ich, die nur gelenkverknüpfte Myler- und Correctionsbits fressen ... äh pardon kennen ... kriegen da große Augen: Wie soll das gehen beidhändig? Aber wer weiß, vielleicht erübrigt sich das Beidhändige dann ja, weil es so gut funktioniert. Tja, so ist das bei einem Produkttest: Man weiß es vorher nicht, aber wir sind schon fleißig am Filmen. Aktuell gibt es ein Unboxing-Video im Horsemanship-Kanal, das heute erscheint. Außerdem erwartet Euch ein Video von Mr. T, der die Bits herstellt, das im Mai erscheint; ein Video, das wir heute gedreht haben, wo Larissa Queenie mit unseren drei alten Gebissen reitet: ein Mylerbit mit Shanks von Larissa, ein Babybit (Correction) und ein "großes" Correction mit langen Shanks und großes Ports und eines, wo wir die Bit-Gewöhnung wie unten beschrieben betreiben, bevor es an den Test im Sattel geht. Dabei zeigt Larissa auch, dass sie die Zügel weder zum Durchparieren noch zum Lenken noch zum Anhalten braucht. Auf diese Videos müsst ihr aber bis Mai warten, denn es erscheinen bei uns wöchentlich immer "nur" zwei Videos pro Kanal und der Turnierkanal ist "ausgebucht" bis Ende April, weil Queenie sich auf dem ersten Turnier der Saison benommen hat wie eine offene Hose, was ihr in folgender Playlist seht. Darunter findet ihr Beschreibungen von Mr. T zu seinen Bits (1. Screen: die Vorteile, 2. Screen: Gewöhnung ans Bit), worunter wir ihm ein paar Fragen stellen, die er in Kürze per Video beantworten wird.  Vorher könnt ihr Euch einen Eindruck von den bisher von uns verwendeten Gebissen machen und zwar hier: Gebisse-mit-Shanks-im-Überblick (im Themenmonat Anekdoten vom Trainer): Das hat Mr. T in meiner Gruppe gepostet und da war ich neugierig und habe ihm diesen Test angeboten Erste Testfrage: Ist diese Anweisung auch für Gebisse mit Shanks geeignet? Zweite Testfrage: Ist beidhändig reiten auch dann möglich, wenn ich nur einen Zügel zur Zeit annehme oder kann das Bit nur einhändig benutzt werden? Unterhalb gibt es noch einen Blick auf die Sporen (die würde ich ja auch gerne testen, wenn ich dann die Sporen behalten könnte: Die sehen ja noch schöner aus & ein Blick in die Hexenküche ... äh ... Werkstatt und darunter die Test-Playlist: In der Playlist oberhalb findet ihr ab Mai unsere Testvideos. Werft auch einen in Blick in meine  Bücher, isbd. das mit dem Titel "Tod eines Pferdes" - eine Vorausschau gibt es HIER: Tod ei­nes Pfer­des: Zir­kus­lek­tio­ne... Steiner, Nicola8,99€BuchJetzt probelesen ZUM BoD BUCHSHOP   Der BOD-BUCHSHOP liefert schneller als Amazon & in Deutschland versandkostenfrei HIER KLICKEN (alternativ können Sie bei mir bestellen: nicola-steiner@t-online.de)
29.03.2018
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Der folgende Blogbeitrag ist ein Ausschnitt aus meinem neuesten Buch - die besten Artikel erscheinen natürlich nicht hier im Blog, sondern exklusiv im Buch. Mehr Infos zu "Tod eines Pferdes - Zirkuslektionen ...": HIER In einem hat Peter Pfister auf den ersten Blick recht: Das Pferd lernt das, wo wir eine Pause setzen und wenn man ein steigendes Pferd mit netter Stimme beruhigen will, dann ist der Regelfall, dass dies als Belohnung empfunden wird. Das sagte ja schon Pat Parelli: "Druck motiviert, aber es ist das Loslassen, das lehrt." Will ich dem Pferd beibringen, dass es nachgiebig am Gebiss ist, gebe ich in dem Moment nach, in dem es weich wird Soll das Pferd beim Reiten den Rücken wölben, verhalte ich mich in dem Moment passiv, wo es das tut Ist nach wochen- oder monatelanger zäher Vorarbeit endlich der fliegende Wechsel gelungen, springt der Reiter ab und bringt das Pferd in den Stall. (Dieses Vorgehen empfiehlt sich nicht, wenn das Pferd uns Reiter gerade in den Sand gebuckelt hat) Es gibt aber noch zwei sehr bezeichnende Zitate von Pat Parelli: "If you know the rules, you can break the rules - wenn Du die Regeln kennst, darfst du die Regeln auch mal brechen" oder auch: "Never say never, don't say always always, usually say usually - Sag niemals nie, sag nicht immer immer, normalerweise sag normalerweise." Starre Regeln führen dazu, dass Pferde weniger mit Empathie, sondern vielmehr nach Schema F abgefertigt werden, weswegen die Grundregel im Natural Horsemanship "Es kommt drauf an" lautet. Ein "So macht man das" gibt es eigentlich gar nicht und trotzdem sollte man sich so viel Wissen aneignen wie möglich, denn das "Es kommt darauf an", kann ich nur bedienen, wenn ich aus einem riesigen Pool von Methoden schöpfe, mit denen ich mein Unterbewusstsein füttere. Denn eine Bauchgefühl-Entscheidung ist ein blitzschnelles Abwägen des Unterbewusstseins, das auf eine Fülle von Informationen zurückgreift. Ein Schema F nach dem Motto "Ich brauche drei Wiederholungen, bis ein Verhalten sitzt" wie Pfister es in seiner Stellungnahme vom 22.12.2017 beschreibt, scheidet für mich persönlich aus. Dazu foppe ich meine Horsemanship-Schülern gerne mit folgender Frage: "Was ist eins plus eins?" - "Zwei" - "Richtig". Damit wäre die Frage ja geklärt, wenn ich die Frage dann aber ein zweites oder drittes Mal wiederhole, dann fühlen sich die Schüler schnell verschaukelt. Warum sollte es unseren Pferden anders gehen? Wenn es gut war, höre ich auf und nur wenn ich Verbesserungsbedarf sehe (den das Pferd auch leisten kann), mache ich weiter. Natürlich müssen wir Übungen wiederholen: Aber am nächsten Tag geht es ja auch, denn am gleichen Tag riskiere ich, dass es schlechter wird. Als wir unsere Jungpferd Queenie, (das ist eine, die mit einem Selbstbewusstsein, das durch keine Tür passt, gesegnet ist), eingeritten haben, wollten wir ihr irgendwann beibringen, dass man mit ihr alleine ausreiten kann und - wie so oft auch bei Leitstuten, die Verantwortung übernehmen müssen - sind die Selbstbewussten im Gelände unsicherer als die eher ängstlichen Pferde, die sich dankbar der Führung des Menschen anvertrauen. Es dauerte nicht lange und Queenie entdeckte etwas Gruseliges im Gebüsch und wollte umdrehen. Ich habe die beiden in der Anfangszeit aus einigen Metern Entfernung verfolgt (Safety first), sah, dass es sinnlos schien, wenn Larissa durchzusetzen versucht, dass sie über diese Hemmschwelle hinweg geht, habe dann von hinten gebrüllt: "Steig ab oder kehr um", und sie antwortete: "Aber lernt die dann nicht, dass sie damit durchkommt?" - "Das riskieren wir", brüllte ich von hinten und Larissa kehrte um. Beim nächsten Ausritt ist Queenie problemlos an dieser Stelle vorbei gegangen. Wir Menschen lernen oft zu geradlinig, was fürs Fluchttier Pferd sehr suspekt ist, denn die denken auf Umwegen - landläufig "um die Ecke denken" genannt.  Auch wenn die Pause dem Pferd in der Tat einen Weg zum richtigen Verhalten weist, so sollten wir das nicht zu sklavisch sehen: Pferde sind Lebewesen und keine Automaten und ob positive Konditionierung wirklich vom Pferd als Respekt und Empathie empfunden wird ... daran habe ich meine Zweifel, denn es kann auch etwas Herablassendes haben. Jemanden konditionieren zu wollen, sagt aus, dass wir dem Gegenüber wenig Intelligenz zu trauen. Deswegen ist hier das (lustige) Abschlußvideo, wie Sheldon versucht Penny in "The Big Bang Theory" zu konditionieren und ihr Freund das als respektlos empfindet. Wer kein Schema F im Pferdetraining möchte, der findet in meinen Büchern (isbd. den ersten beiden) weitere Trainingsansätze, die auf Umwegen zum Ziel kommen und - auch wenn es dem menschlich angeborenen geradlinigen Denken widersprechen mag - viel schneller und nachhaltiger zum Ziel führen. Tod eines Pferdes: Zirkuslektione... Steiner, Nicola8,99€BuchJetzt probelesen ZUM BoD BUCHSHOP
27.02.2018
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TEIL 1 der Trainer-Anekdoten mit Elias Ernst (Ernst Performance Horses): Eli erklärt Larissa das Stoppen: die Spur kann sich sehen lassen Heute fahren wir wieder zum Training und ich wollte Euch noch eine Anekdote vom letzten Mal erzählen: Endlich hat mein Trainer ein Talent bei mir entdeckt. Das wurde aber auch Zeit. Gut, es ging jetzt leider nicht um mein reiterliches Talent, selbst wenn dieses mein Talent durchaus auch beim Reiten zutage tritt. Aber ich will nicht meckern - es ist ein Talent - und da warte ich ja schon seit Jahren drauf, dass bei mir mal jemand irgendein Talent entdeckt. Ist zwar nur das Talent immer genau da hinzureiten, wo ich gerade am meisten im Weg bin, wenn meine Tochter das Jungpferd trainiert, aber es ist ein Talent. Ich dürfte sogar überall stehen, wo ich will, um zuzusehen, aber ich soll da wohl auch bleiben und nicht gerade dann den Standort wechseln, wenn Larissa den Weg kreuzt. Ist natürlich Spaß und war nur eine kleine Anekdote aus dem letzten Reitunterricht über die wir alle herzlich gelacht haben, aber ich fand es witzig (übrigens ist mein Versuch lustig zu sein eine Garantie dafür, dass Larissa über diese Anekdote nicht lachen wird, weil die lacht nur dann über mich, wenn ich es toternst meine).  Das letzte Hufgeschwür ist oben ausgetreten. So ein breiter Spalt, dass ich Angst hatte, dass sie ausschuht. Passiert aber nicht  bei Hufgeschwüren, habe ich mir sagen lassen Bin mal gespannt, ob beim heutigen Training ein richtiges Talent zutage tritt. Heute ist auch der Schmied da und wir nutzen die Gelegenheit, dass wir die gefühlte 17. Meinung zu Fancys rechten Hinterhuf bekommen. Die hat ja im Laufe des letzten Jahres in diesem Huf über ein Dutzend Hufgeschwüre gehabt und dann eine zweite Sohle entwickelt. Und selbst, wenn sie zuhause gut lief - immer wenn wir beim Trainer waren, war wieder irgendein Ticken - ob mit oder ohne Hufgeschwür, weswegen Eli beim letzten Mal sagte: "Jetzt trab erst mal, nicht dass es nachher meine Schuld ist, wenn sie lahmt", worauf ich ihm sagte, dass es natürlich seine Schuld ist, wessen sonst? Darauf Eli: "Der Trainer ist immer Schuld - egal, um was es geht." Mein Reden!!! Hier seht ihr sowohl alte als auch neue Sohle Der Trainer ist natürlich auch dann Schuld, wenn ich z.B. ... (wir konnten trainieren: Sie ging wirklich auch im Trab nicht lahm - die olle Sohle haben wir weg geschnibbelt - siehe Foto ganz unten - das Obere zeigt das letzte Hufgeschwür, wo ich echt Angst hatte, dass es ein Ausschuhen ist). Ich fang den Satz nochmal neu an. Also Eli ist natürlich Schuld, wenn ich Schenkelweichen im Trab machen soll und man dieses als solches nicht erkennen kann. Das kann man nur dann als solches identifizieren, wenn ich eine Bande habe. Aber wehe man nimmt mir diese Orientierung weg, dann rattert es im Gehirn: "Welche Hand ist noch mal die, die stellen muss? Und überhaupt: Wo ist denn eigentlich links und rechts?"  Und während ich darüber so sinniere, soll die rechte Hand stellen und die linke Hand nicht zu hoch sein und ich soll seitwärts einwirkend das Pferd in der Spur halten - und das alles ohne Bande. Hallo? Ich wurde auch gefragt, ob ich das verstanden habe und als ich - blöd wie ich bin - "Ja" antwortete (verstehen reicht aber nicht, wenn es an der Umsetzung scheitert), gab es auch noch unterschiedliche Aufgaben für meine Beine. Eins schiebt mit stetigem Druck die Kruppe herein (also eher heraus, weil wegen fehlender Bande), das andere würde schwingend einwirken, wenn das Pferd über die Schulter drückt und passiv sein, wenn nicht. Der ist ja lustig: Merke ich denn, wenn das Pferd über die Schulter drückt? Bin da eher so der Typ, der dazu seine Glaskugel befragt oder die reiterliche Hilfengebung als Glücksspiel betrachtet. Fertig ausgeschnitten - der olle Kram ist weg Nein, aber mal Spaß beiseite: Ich habe das gestern noch zuhause geübt und finde es wirklich gut, wenn man den Galoppwechsel so aufbaut, dass man mit den Vorübungen beginnt bzw. in Fancys Fall (die kann ja wechseln), man zu den Vorübungen zurückkehrt, wenn da so eine lange Trainingspause war. Ach übrigens: Der Wechsel wird dann auch im Trab geübt: Einfach, indem man die Kruppe in die andere Richtung verschiebt - also nur alle paar Runden, wenn das Pferd locker ist. Ich habe das natürlich im ersten Versuch alle paar Meter versucht und Fancy hat mir dann ganz klar Bescheid gegeben mit einem klitzekleinen Mini-Hüpfer à la: "Mach so weiter. Dann liegst du gleich im Dreck." Und wenn ich ehrlich bin, finde ich es sehr rücksichtsvoll von ihr, dass sie es erst mal nett sagt. Ich nehme das dann auch ernst, weil sie sich (gerade nach dieser langen Krankheit) meiner Meinung nach unendlich Mühe gibt, es mir Recht zu machen - Eli sieht das zwar anders, aber meine rosarote Wendywelt lasse ich mir nicht nehmen - ätsch. Aber eigentlich ist Eli ja schon auch jemand, der Dinge nicht erzwingt. Hat er neulich noch erzählt: Das Wichtigste für den Turniererfolg ist der Kopf - also der vom Pferd, bei meinem ist eh Hopfen und Malz verloren. Eli sagte: "Das Pferd muss wollen, sonst kommt man nicht nach ganz oben. Und wenn ein Pferd nicht will, muss man vielleicht auch mal andere Prioritäten setzen." Manchmal ist es besser, das Pferd dann zu verkaufen oder wenn man sehr am Pferd hängt, reitet man dann mehr im Gelände, sagte er. Wir mussten bei Fancy auch umdenken: Wo in den LKs 3,4 & 5 Trail noch ganz gut funktionierte, mussten wir uns in der LK 2 eingestehen, dass Trail einfach nicht die passende Disziplin für Fancy ist. Die Aufgaben wurden so anspruchsvoll, dass Fancy sich überfordert fühlte. Als Larissa sie vor anderthalb Jahren das erste Mal Westernriding geshowt ist, sagte sie: "Als Fancy merkte, dass da jetzt Galoppwechsel kommen, hat sie sich sofort beruhigt und lief entspannt." Deswegen will ich genau das diese Saison mit ihr ausprobieren: Westernriding. Und Janik widmet sich der Reining, der Ranch-Riding und der Superhorse, eben alles, was Tempo ist. Das liebt sie nach dem Motto: "Kommt mir bloß nicht mit Euren Schnarchnasen-Disziplinen!" Nachtrag: Fancy läuft noch nicht taktklar: Es hat sich durch die monatelange Belastung eine Arthrose im Knie entwickelt, aber wir geben nicht auf. Wer wissen will, WIE wir die Arthrose von Tag zu Tag besser in den Griff bekommen, der lese: Die Borax-Verschwörung Und hier die Playlist zum Training bei Eli: Elias hat übrigens an einem meiner Bücher mitgewirkt und auch da gibt es Tipps zum Galoppwechsel. Der Titel ist: "Westernreiten meets Natural Horsemanship - Wie das Turnier zum gemeinsamen Projekt von Pferd und Mensch wird" und abgesehen von Elis Tipps aus der Westernreiterei, erkläre ich dort wie man Galoppwechsel am Boden erarbeiten kann. Zwischenzeitlich ist ein weiteres Buch von mir erschienen, bei dem es sich rund um das Thema Peter Pfister und das Pferd Evita geht: Das Pferd, das bei einem Zirkuslektionen-Kurs ums Leben kam - Details HIER. Tod ei­nes Pfer­des: Zir­kus­lek­tio­ne... Steiner, Nicola8,99€BuchJetzt probelesen ZUM BoD BUCHSHOP   Der BOD-BUCHSHOP liefert schneller als Amazon & in Deutschland versandkostenfrei HIER KLICKEN (alternativ können Sie bei mir bestellen: nicola-steiner@t-online.de)
Tweets von Nicola Steiner @TwelveOaksRanch
12.06.2016
The Bomber
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Auf meinem Blog ist es zur Zeit etwas ruhiger, weil ich im Sommer mein Pferd trainiere, Turniere reite und da weniger Zeit mit Youtube verbringe. Da ich mich auch für Pferde interessiere, wird es spätestens nächsten Winter einige zum Teil sehr lustige Lets Plays rund ums Pferd geben: Starstable, Appassionata (einen kleinen Vorgeschmack veröffentliche ich in den nächsten Tagen / Wochen). Bis dahin könnt ihr euch im Partnerblog so einiges ansehen und durchlesen. Obwohl es im Grunde ein Horsemanship-Blog ist, hat meine Mutter im Juni den Themenmonat-Youtube eingeläutet, u.a. deswegen, weil sie für ein Pferdekursportal ein dreiteiliges Interview gegeben hat und wir auch unsere Haus- & Hoffotografin vorstellen wollen, die sich auch gerne auf Youtube herumtreibt und vom Geschichtenweber über den Lets Player einiges interessantes zu bieten hat. Deswegen sind auch Gemeinschaftsprojekte geplant, z.B. zu den Themen "Dressurreiterin goes Reining" oder dem Horse & Dog Trail (aber auch einige gemeinsame Lets Plays (; ) - was das ist, seht ihr im Video unterhalb des Fotos, wo meiner Mutter auf einer Messe reitet: HIER GEHT ES ZUM THEMENMONAT

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