12 Oaks Ranch - Mehr als "nur" Reiten
12 Oaks Ranch - Mehr als "nur" Reiten

Grüner Grünkohl for President & Weihnachtsmarktbilder in der Fotogalerie

Am 1.12. begann unser ADVENTSSPIEL und auf dieser Seite findet ihre einige Hinweise.

Am Wochenende war ich auf dem Weihnachtsmarkt in Lindlar, wo ich u.a. Grünkohl für die Grünen verkauft habe oder eigentlich eher für Grüne und SPD, aber das klingt nicht so gut. Immerhin haben wir einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten: Marco Mann, den ich ja beinahe schon deswegen unterstützen würde, weil er im selben Dorf wohnt wie ich: im neugekürten Golddorf Scheel.

Da die Grünen aber dafür bekannt sind, dass sie auf Inhalt setzen, habe ich mir letzte Woche auf der Grünen-Sitzung einmal sein Programm angehört und - Gott sei Dank: Auch inhaltlich ist es der richtige Mann für Lindlar -hier der Bericht: http://gruene-lindlar.de/?p=3857 

Unterhalb findet ihr Fotos von der Sitzung und vom Weihnachtsmarkt(Marko Mann ist auf dem Bild links / auf dem 1. Bild in der Galerie geben sich alter & neuer Vorsitzender die Hand und dann kommen die Weihnachtsmarkt-Fotos).

Es war übrigens meine erste Sitzung bei den Lindlarer Grünen, weil ich mich bisher im Wahlkampfteam des oberbergischen Kreises stark gemacht habe (Berichte hierzu aus dem politischen Blog über die blauen Buttons unterhalb).

Aber ich glaube in meiner Heimatstadt kann man mich auch ganz gut gebrauchen, denn wir sind nur knapp ein Dutzend Mitglieder, aber die haben es in sich und holen etwa 15 Prozent der Wählerstimmen und waren auch beim "Grünen"-Grünkohl der SPD emsige Helfer. Und eins verspreche ich Euch: Es wird nicht beim Grünkohl verkaufen bleiben.

Unterricht mal anders: Alleine ausreiten üben

 

Mit Steffi & und ihrer Tinkerstute Kaylie, die ich Euch im NHS-Blog vorgestellt habe, mache ich derzeit einen ganz anderen Unterricht. Das Pferd Kaylie soll lernen alleine ins Gelände zu gehen, also begleite ich die beiden zu Fuß in den Wald. Mal trennen sich unsere Weg und wir treffen uns eine Viertelstunde später, mal lasse ich mich zurückfallen und zwischendurch üben wir im Gelände Horsemanship-Strategien wie Annäherung und Rückzug, Touch-it-Pattern oder probieren Möglichkeiten aus, damit Kaylie auf dem Heimweg nicht immer schneller werden möchte. Und zwischendrin mache ich dann auch mal ein paar Fotos. Mehr von Kaylie & Steffi lest ihr, wenn ihr auf die nächste Zeile klickt:

 

Wo ist denn bloß der rote Knopf beim Pferd?

Büchlein auf Amazon ausverkauft

 

Ich habe ein tolle 4-my-horse Rezension auf mein Büchlein erhalten und das gestern auf Facebook geteilt und stellt Euch vor: Das Buch ist bei Amazon jetzt schon ausverkauft (zwischenzeitlich sind sie wieder verfügbar - zwölf auf Lager, früher waren es nur sechs bis acht):

 

HIER GEHT ES ZUR REZENSION

 

Erhältlich sind die Bücher aber nach wie vor. Am Schnellsten geht es jetzt über Books-on-demand bzw. den

 

BOD-BUCHSHOP (HIER KLICKEN)

11.11. Karnevalssaison eingeläutet ... tätäää ....

 

Wir haben ja für alles unsere Delegierten und für die offizielle Eröffnung der Karnevalssession ist bei uns Larissa zuständig, die wir mit ihren Freunden nach Köln geschickt haben.

Die jungen Leute hatten so eine Art Gruppenkostüm mit dem Thema Entenhausen. Es gab Tick und Tricks und Tracks und auch Panzerknacker machten den Kölner Heumarkt unsicher.

 

Erratet ihr als was Larissa verkleidet ist??

 

Genau: Daisy Duck mit weißem Entenpopo und rosa Schuhe. Die Haarschleife hat Larissa sich mit der Heißluftpistole selbst geklebt.

"Eene Besuch im Zoo" ... träller  .... Zoo Neuwied im Westerwald oder so ....

Für Fotos vom Ausreitgelände zum Vogelsberg: Bitte nach unten scrollen

Der Halbtagesritt zum Vogelsberg war gut besucht: Drei Hunde und das Warmblut Merlin waren auch dabei

Den Ausritt auf den Vogelsberg haben Larissa und ich nicht ohne Grund gemacht, denn wir wollten eine neue Strecke für unseren Halbtagesritt ausbaldowern. Da die Strecke etwas zu kurz war, sind wir heute noch mal zu Fuß in der Ecke gewesen, um einen passenden Bogen hinzuzunehmen. Bei der Gelegenheit haben wir dann auch den Baum zur Seite geschafft, der mich am Donnerstag beiseite schaffen wollte.

Die Bilder oberhalb sind von unserem Ausritt gestern auf dem Vogelsberg, bei dem Fancy mir quasi das Leben gerettet hat (Foto rechts: Schnappschuss nach dem Ausritt):

 

Auf dem Weg lag ein umgestürzter Baum und ich dachte, dass ich drunter her passe, wenn ich mich ganz dicht an den Pferdehals dränge. Das Konzept ging bei den ersten drei Ästen auf und dann machte es Klong und ich war zwischen vierten und dritten Ast quasi eingeklemmt und quietschte erschrocken "Whoa". Larissa ließ Queenie einfach stehen und kam mir zuhilfe und was bin ich froh, dass Fancy sich außer einen von mir gewollten Schritt rückwärts nicht von der Stelle bewegt hat, so dass ich mich zwischen Ästen und Pferd gen Boden quetschen konnte. Larissa hat schon gedacht, ich komme da nie wieder runter. Das ist jetzt schon das zweite Abenteuer innerhalb von zwei Wochen, denn mit Queenie bin ich ja neulich gestürzt (HIER NACHZULESEN)

 

Im OKTOBER-BLOG findet ihr zwei Geburtstagsausflüge (Ausstellung "Wunder der Natur", Burg Satzvey, Drachenfels) und Fotos und Scoresheets von der Hund-Pferd-Messe.

Etwas Besonderes: Ein geschecktes Warmblut

 

Merlin und Elli waren beim Ausritt zum Vogelsberg zwar die Fünften im Bunde, aber kein fünftes Rad am Wagen: Die Pferde haben sich so gut verstanden, dass Merlin noch einige Zeit unseren Pferden hinterher gewiehert hat, als sich die Wege trennten.

Abgesehen von der Farbe ist Merlin auch sonst ein besonderes Pferd, denn er läuft seiner Besitzerin wie ein Hund hinterher, so dass sie kein Halfter braucht, um ihn von der Weide zu holen.

Ich persönlich finde es schön, auch mal Kunden zu haben, die kein Problem haben, sondern einfach nur deswegen Unterricht nehmen, weil sie die Kommunikation mit dem Pferd verbessern und Spaß haben möchten. Probleme hat es bei den beiden wohl früher auch gegeben und Merlin konnte auch buckeln, aber wenn die Beziehung stimmt, dann lösen sich bekanntlich alle Unarten von Pferden in Luft auf und das hat Elli ganz alleine geschafft.

Sie war übrigens testweise dabei, denn im Frühjahr wollen wir gemeinsamen ans andere Ende von Lindlar reiten, allerdings sind noch Plätze frei mit unserem oder Ihren Pferden:

 

Mitreiter für Zweittagesritt gesucht: Der L-Weg rund um die Gemeinde Lindlar

Der Ausritt hat mittlerweile stattgefunden und alle waren glücklich. Bericht ist ganz oben.

 

Mit dabei war auch noch Warmblut Merlin - ich schau mal, ob ich von dem ein Foto auftreibe. Hier jedenfalls die, die mit unseren Pferden dabei waren und die drei Hunde.

Ein Kreis schließt sich:

Mutter & Sohn an Uni Siegen

 

Janiks Universitätslaufbahn hat vor 20 Jahren in der Krabbelstube (Foto rechtsbegonnen (und jetzt ist er als Student dorthin zurück gekehrt). Letzte Woche habe ich ihn begleitet und habe große Augen gemacht, denn die Mensa von früher gibt es nicht mehr bzw. sie wird gerade umgebaut und ist deswegen vorübergehend in einem Container untergebracht, weil die alte Mensa und die Bibliothek umgebaut werden. Gegessen haben wir in der Cafeteria und ich ich fand es irgendwie schade, dass der Salatwrap doppelt so teuer ist wie die Pommes-Mayo. Aber heutzutage wird ja leider alles privatisiert und so ist es auch bei den Studenten wie überall: Gesund und umweltschonend schont nicht gerade den Geldbeutel. Gefreut hat mich aber, dass Studenten nach wie vor politisch sind, ob jetzt das Shwarz-Gelb-Plakat vor der Asta (Studentenvertretung) oder die Aufkleber auf den Toiletten. Falls ihr Euch wundert, warum ich das Plakat zu Geschichte, Literatur, Medien ebenfalls fotografiert habe - es ist genau das, was Janik studiert und der hat gar keine Zweifel daran einen guten Job zu finden: Entweder wird er Museumspädagoge oder Universitätsprofessor, so zumindest der Plan. Wer weiß, ob er das dann auch an der Uni Siegen wird.

Janik ist übrigens deswegen in der Krabbelstube gelandet, weil ich da auch studiert habe: Medienplanung, -entwicklung und -beratung und statt Medienwirt bin ich jetzt Reitlehrerin, aber wenigstens eine, die bloggt.

Na ja und obwohl ich da ja jahrelang studiert habe: Janik hat mir Ecken gezeigt, die ich noch gar nicht kannte, z.B. der Bereich mit dem roten Fußboden, wo Janik immer seine Pausen zwischen den Vorlesungen verbringt und der Schotterparkplatz ist entweder neu oder er ist einfach mir neu. Ich habe früher immer im Parkhaus geparkt (ohne Foto).

01.02.2019
12oaksTV Turnier & Vlog
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Die Zunge ;) Einen passenden Westernsattel zu kaufen ist ja schon eine Aufgabe, bei einem Pony wird es zur Odyssee und vor allem teuer. Der eine rät einen normalen Westernsattel zu kürzen, der andere rät zum Lederbaum, wofür wir uns vor Jahren entschieden haben. Erstes Fazit zu der Westernsattelbörse in Solingen: "Wir wissen nicht, ob wir das besser hinbekommen", so schlecht lag der gar nicht, aber eben auch nicht ganz optimal. Wir hatten Glück: Pony Lucky hat jetzt auch einen kurzen Baumsattel und doch: "Es ging noch besser." Und schon wieder eine Pferdezunge ;) Eine ähnliche Erfahrung hatten wir einige Wochen zuvor schon bei unserer Painthorse-Stute Queenie. Hier war das erste Fazit ebenfalls: Knapp vorbei ist auch vorbei. Der lag nicht schlecht, nur das Rückenwölben erlaubte der Sattel nicht und darauf kommt es ja eigentlich an. Queenies Diamond-C-Sattel hatten wir noch gar nicht solange. Wir hatten ihn ein Jahr zuvor gegen unseren alten Lederbaum-Sattel von Silverado getauscht. Dies deswegen, weil der Diamond C ein perfektes Schweißbild hatte. Aber das ist nicht alles, weswegen ich nur raten kann: Sattelkauf grundsätzlich beim Fachmann. Kennt man vom Turnier: Sand werfen, damit der Horst schön guckt Bei uns hieß der Fachmann Hajo Horst und Chefin Francis John hat auch zwischendurch ein prüfendes Auge auf die Sättel geworfen, die in die engere Auswahl gekommen sind. Am Boden gibt es zwei Verfahren, um die Passgenauigkeit zu ermitteln: Einerseits der Test, bei dem, mit der flachen Hand unter den Bars entlang gefahren wird, während die andere Hand den Sattel leicht anhebt und andererseits der Test, bei dem es heißt, dass "der Sattel ein Zuhause finden soll". Er gleitet nach hinten und wird dann quasi vom Pferdekörper abgefangen. Auch vorne an der Schulter sollte die flache Hand gut drunter passen, denn hier muss der Sattel etwas Platz für die Bewegungsfreiheit lassen. Bei jedem Pferd kamen drei Sättel in die engere Auswahl, nachdem Dutzende auf den Pferderücken gelegt wurden. Das ist Schwerstarbeit und deswegen sollte man zu zweit anreisen, um beim Sattel schleppen zu helfen. Das Entscheidende ist aber das Reiten: Drängelt das Pferd? Läuft es entspannt? Kann man selbst gut im Sattel sitzen? Und ganz besonders: Schwingt der Sattel ein wenig, denn man kann etwas Festes nicht auf etwas Bewegliches tun, erklärt Hajo Horst physikalische Gesetzmäßigkeiten - einen Teil seiner Weisheiten plaudere ich im Video aus: Der Reitplatz nebenan: Unerlässlich zum Satteltest Wenn ein Pferd wechseln oder den Spin kann, ist natürlich auch das der ultimative Test und wenn dann der one-and-only-Sattel festzustehen scheint, kommt der Trick mit der Babyflasche, bei dem man ja auch am Puls die Wärme erfühlt. Nur dass hier der Puls über den Pferderücken geführt wird: Ist es gleichmäßig warm und stimmen alle anderen Faktoren auch, dann bleibt nur noch eins zu sagen: Gekauft - zum angemessenen Preis, denn ein Sattel hat 1.000 und der andere 1.200 Euro gekostet. Das ist jetzt ein halbes Jahr her und bei beiden Pferden gilt nach wie vor: Läuft. Nur eine Sache muss noch getestet werden: Wie läuft die Sache andersherum, denn die gefühlt 100 Sättel werden ja in Kommission verkauft. Queenies alter Sattel sucht z.B. noch ein passendes Zuhause - angeboten wird der Diamond C für 1.300 Euro, wovon wir dann 1.000 Euro erhalten. Eine gute Idee, dass jeder Sattelverkauf der Westernsattelbörse in Solingen 300 Euro einbringt, denn damit ist Fairness sicher gestellt: Kein Sattel wird bevorzugt, weil er aufgrund von prozentualen Anteilen mehr Geld einbringt. Somit wird es einen Teil 2 des Blogbeitrags geben, sobald unser Sattel verkauft wird. Entweder hier oder in unseren Daily News auf: www.12oaks-ranch.de/blog/ Besucht auch die Facebook-Seite der Westernsattelbörse Solingen und liket dort unsere Fünf-Sterne-Bewertung, denn wer am Jahresende die meisten Likes hat, der erhält einen Gutschein. Bei uns gibt es auch am Jahresende etwas für lau und zwar meine Bücher, die beim Adventsspiel verlost werden. Wer sie vorher lesen möchte, kauft am Besten bei Books-on-demand, den dort verdiene ich etwas mehr als bei Amazon. Vielen Dank.
NEWS: DAS MUSTANG MAKEOVER DROHT MIR WEGEN DIESEM BUCH MIT EINER KLAGE - ALLE INFOS FINDET IHR HIER Zündende Idee kam erst im zweiten Anlauf Ich freue mich über Rezensionen. Rezensionsexemplare (z.B. für Blogger): presse@bod.de Das ist zwar kein Enthüllungsroman, aber auch spannend Es sollte eigentlich ein Buch über die Pferdeprofis werden, als ich vor anderthalb Jahren die ersten Zeilen zum Enthüllungsroman schrieb. Doch damals war die Idee "Enthüllungsroman" noch gar nicht geboren. Ich fand nicht den richtigen Dreh, entlarvte auf 30 Seiten fadenscheinige Argumente der Fans wie "Du bist doch nur neidisch" oder "Die Sendung ist doch nur Unterhaltung" uvm., wollte darüber berichten, wie sich Bernd Hackl in der Urheberrechtsklage gegen mich geäußert hat - er hat z.B. behauptet, er hätte mein Buch "Westernreiten meets Natural Horsemanship" wegen Plagiats abgelehnt, als er noch Mitverleger im Pepper-Verlag war. Der Enthüllungsroman liefert Beweise dafür, dass er erstens gelogen und zweitens sich selbst des Plagiats schuldig gemacht hat. Nicht uninteressant, aber irgendwie doch noch nicht rund und mitten im Schreibprozess wurde damals bei einem Zirkuskurs von Peter Pfister ein Pferd getötet: Nun hatte ein anderes Buchprojekt Vorrang (Cover rechts). Schon war der Winter vorbei, die Jahreszeit, in der ich Bücher schreibe: Der Pferdeprofis-Buchentwurf staubte vor sich hin, bis ich Lisa Eggert kennen lernte und die hatte die zündende Idee und schrieb mir eine PN, die mich zu einem roten Faden inspiriert hat (unter der Buchwerbung abgedruckt). Das Buch sollte einen Bogen schlagen zwischen Pferdeprofis und dem Mustang Makeover - einfach die Idee aufgreifen, wie man heutzutage Trainer wird: Entweder als Star im TV und auf Messen oder beim Mustang Makeover mit Halsring, im Wallekleid und Pferden, die gar nicht mehr aufhören sich hinzulegen (ich habe übrigens einen Ex-MMO-Mustang kennengelernt: Der war bei einem Zirkuskurs, damit er aufhört, sich hinzulegen, sobald man ihn irgendwie berührt. Auch die Geschichte wird im Buch erzählt - in einer Reportage). Lisa hat sich dann fleißig mit Beiträgen am Buch beteiligt, bspw: Essay zum Mustang Makeover: Wo kommen all die Indianerinnen her? Pferdeprofis Unterhaltung? Die Bildsprache straft diese Behauptung Lügen Vorschlag zur Mindestqualifikation im Pferdebereich und mit einem Vorwort, wofür mir nachher der Platz fehlte. Dieses Vorwort ist fast schon ein Gegengewicht zum Buch, denn wo im Buch die Mindestqualifikation für Pferdetrainer gefordert wird, zeigt das jetzt outgesourcte Vorwort auch die Nachteile von zu vielen Reglementierungen auf, warnt davor vom einen Extrem ins andere zu geraten. HIER nachzulesen. Mit Lisas Hilfe entstand ein bunter Blumenstrauss der deutschen Scharlatane: Das Buch nahm endlich Gestalt an und die Ideen überschlugen sich regelrecht. Oder eigentlich flogen sie mir zu - wie ja auch die Klage vor Gericht, wo sich Bernd Hackl sozusagen, um Kopf und Kragen redet, weil Screenshots das Gegenteil seiner Worte beweisen, war nur ein Anfang. Im Laufe des Jahres 2019 lieferte mir das Universum Thema für Thema, was den Titel Mafia beinahe unvermeidbar machte. Was genau das ist, was alle verbindet, will ich an dieser Stelle nicht verraten - ein bisschen Spannung muss sein. Deswegen nur ein paar Stichworte: Besitzerin von Haflinger Nero deckt auf: Trainingserfolge der Pferdeprofis sind Lug & Trug Nur im Buch: Martins Rütters Mina TV schreibt an Bea Brozehl - was wohl? Serenity Horses fordert per Video Selbstzensur von Pferdeprofis Kritikern Ich fliege aus der Facebook-Gruppe Wittelsbuerger und weiß nicht warum Ist Sandra Schneider aus der Sendung Pferdeprofis geflogen? Informanten plaudern ... Peter Pfister wird verurteilt, bleibt aber der Presse gegenüber bei der Unfall-Version und verkauft sich trotz Verurteilung als besonders sanft, während er zeitgleich Turnierreiter-Bashing betreibt (dieses Bashing gegen Turnierreiter ist auch Thema im Buch) Ich lerne Uwe Jourdain kennen und erlebe bei einem Kursbesuch mein blaues Wunder (Einstiegsreportage dürfte als Vorschau vorhanden sein) Und dann schrieb es nur so aus mir heraus und ich habe angefangen zu wühlen. All den selbsternannten Pferdetrainern, die in Deutschland Rang und Namen haben, habe ich auf den Zahn gefühlt: Die Sandra-Schneider-Akademie, nachgeworfene Trainerscheine von Michael Geitner, wissenschaftlicher Unfug über die Farben blau und gelb und der Unsinn über die angeblich nicht verknüpften Gehirnhälften und zum Thema Wissenschaft: Wie sehr werden die Leute beim Thema positive Verstärkung an der Nase herum geführt ... und plötzlich war mir klar: Das wird ein Enthüllungsroman und damit kam eine weitere Wende, denn Literatur muss auch literarischen Gesetzen folgen: Es muss einen Höhepunkt geben, die Spannung muss immer mal wieder ansteigen und abfallen, damit es den Leser nicht zu sehr anstrengt. Dieses Mal hatte mein Sohn, der Geschichte und Literatur studiert, eine weitere zündende Idee: Nicht nur ein Höhepunkt, sondern zwei. Und diese zwei Höhepunkte sind bitterböse Satiren. Nach Aussage meines Sohnes das Beste, was ich je geschrieben habe. In diesen Satiren (das Buch ist durchsetzt davon) mache ich mich erst über die Sandra Schneider Akademie lustig und wenn man denkt, der Horrorfilm ist zu Ende, das Monster besiegt, dann geht es noch mal rund. Okay, ist keine Literatur, aber was in Filmen funktioniert, soll fürs Buch auch recht sein. Und für den Fall, dass jemand die jeweiligen Vorgeschichten nicht kennt, gibt es eine Playlist zum Buch - in order of appearance. Beim Mustang Makeover gibt es auch allerlei zu enthüllen - hier hat sich Hardy Lahn mit Gastbeiträgen beteiligt - ein Deutscher, der in die USA ausgeliefert wird und aufzeigt wie echte HIlfe für die Mustangs aussieht, denn in den USA engagieren sich Non-Profit-Organisationen, die Land für die Mustangs kaufen, damit diese in Freiheit leben können. Eine Vorschau aufs Buch mit hochbrisanten Screenshots gibt es per Video: Über Rezensionen freue ich mich riesig Damit der Leser keinen Herzinfarkt bekommt, liefere ich zwischendurch auch mal stinknormaleInformationen - meistens in kleine Geschichten und Anekdoten verpackt: Ist Satire Comedy? Auch Bernd Hackl versucht sich in Satiren ... Betreibe ich unseriösen Journalismus? Journalistische Darstellungsformen sind mehr als nur Berichte und Meldungen ... Was ist eine Meinung? Wahr oder unwahr - das ist hier die Frage ... Warum ist so wichtig, auch kritische Meinungen zu äußern? Na ja, den Rest findet ihr ja im Inhaltsverzeichnis, bis auf das Vorwort und noch ein anderes Mini-Kapitel, das aus Platzgründen raus aus dem Buch musste, weil dann doch vielleicht doppelt und auch nicht spannend genug: Der Part übers Arschlochpferd Den längsten Buchausschnitt mit der Einstiegsreportage gibt es bei THALIA Das fast ungekürzte Nachwort bei AMAZON (den amüsanten Kern exklusiv im Buch) Belegexemplare über presse@bod.de, falls das Buch rezensiert werden soll. Wenn ihr mir etwas Gutes tun wollt, dann bestellt ihr meinen Enthüllungsroman bei Books-on-demand, wo ich etwas mehr verdiene, aber die ausführlicheren Leseproben findet ihr bei Amazon: Eine der inspirierenden Nachrichten von Lisa Eggert, worauf wir uns zum persönlichen Gespräch getroffen haben: >Hey, die Idee finde ich super. Vielleicht lohnt sich da auch ein "historischer" Abriss. Ich habe vorhin überlegt, dass diese ganze Idee von "alternativem" Pferdetraining in Deutschland ja erst so zu Beginn der 90er mit Leuten wie Monty Roberts und Buck Branaman aufgekommen ist. Danach ist diese Szene ja quasi explodiert. Immer in Abgrenzung zum "bösen Alten". Dabei kommen ja Branaman und Roberts aus einer ganz anderen Reittradition. Die hatten ja das Brechen von Arbeitspferden vor Augen. Das ist ja gar nicht das, was hier passiert ist. (dass auch die FNler mittlerweile zu schnell arbeiten, ist ja eine neuere Entwicklung). Eine krude Idee von Horsemanship hat sich dann irgendwie im Freizeitreiter-Bereich verselbstständig. Bis dahin, dass offensichtliche Amateure (wie Sandra Schneider oder diese "Mädchen" beim MMO) einfach per Selbstbezeichnung "Profis" oder Trainer werden. Und immer geht es darum, dass die "Anderen" fies und gemein sind und immer schon kein Herz für die armen Pferde hatten. Interessant ist ja auch dieses ewige Gebashe gegen die Turnierreiterei mit dem Argument es ginge da ja nur ums Geld - als würde es bei den Pferde-Profis (auf einem Privatsender!) oder beim MMO nicht ums Geld gehen. Ist auf jeden Fall super spannend, da mal länger und komplexer drüber nachzudenken. Dir einen schönen Abend.
05.01.2019
Nicola Steiner Horsemanship
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Herzlichen Glückwunsch der Gewinnerin des 12-Oaks-Adventsspiels 2018, die zusammen mit ihrem Kjandor vor einem Jahr in unseren Daily News vorgestellt wurde. "It's not about the gate" Heute gibt es eine Kundengeschichte und zwar habe ich im Kundenkreis ein Fjordpferd, das ähnlich faul ist wie unser Cisco, aber Kjandor heißt. Vom Naturell her sind solche Pferde für alles zu begeistern, was denn laaaaangsam ist und da gehört Galopp definitiv nicht dazu und an dieser Gangart brechen sich bei diesen Pferden dann Trainer jeglicher Couleur gerne die Zähne aus. Mehr als ein paar Sprünge Galopp konnte ich im letzten Sommer auch nicht aus Kjandor heraus kitzeln. Im Winter heißt die Devise ja ohnehin traben und das war dann mehr so ein "Wenn-es-denn-sein-muss"-Dingen.  Bis zum Tag X, wo wir überhaupt nicht an Traben gedacht haben, sondern daran, dass Kjandor auf stetigen Druck nur sehr, sehr zäh weicht und man fast schon den ganzen Körper einsetzen muss, um ihn zu verschieben. Mit Trick 17 ist es uns gelungen, dass er auf feine Signale ausweicht, die im Parelli-System dem Porcupine-Game zugeordnet werden würden. Und das Reparieren des Porcupine Games hat alles geändert: Als ich Kjandor beim nächsten Mal gesehen habe, hatte ich an diese Übung selbst gar nicht mehr gedacht und wir haben etwas Freiheitsdressur gemacht und zwar das Zirkelspiel (laufen im Kreis). Geplant war Schritt und was macht Kjandor? Trabt an, ohne dass man ihn antreiben musste:  Wie von Zauberhand. Ich fragte: "Was ist denn jetzt passiert?" Und seine Besitzerin Steffi antwortete: "Das ist seitdem wir das Weichen auf stetigen Druck verbessert haben",  und damit schließe ich den Bogen zur Überschrift, die ein Zitat von Pat Parelli ist - abgelauscht, als wir in Florida bei einem Kurs bei ihm waren (HIER nachzulesen). Denn es geht selten um die Übung an sich, sondern um die Beziehung, die man durch die Übung verbessert. Deswegen würde man - wenn man ein Verladeproblem hat - wohl gar nicht so sehr das Verladen üben, sondern erst mal alle möglichen anderen Übungen - bei Parelli nennt man das Spiele - machen, wodurch das eigentliche Verladen dann zum Klacks wird. Und wenn man durchs Tor reitet, ist es eben nichts das Wichtigste da irgendwie durch zu kommen, sondern es ist viel wichtiger, WIE man hindurch kommt.
17.12.2018
Nicola Steiner Horsemanship
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Von Martina Meyer  Reitunterricht hätten mir meine Eltern nie bezahlt. Selbst als ich einen kleinen Ponyhof (war auch Verleihhof) fand, bei dem ich mich um die Ponys kümmern durfte, fanden es meine Eltern nicht in Ordnung. Habe nie verstanden warum. Es kostete sie kein Geld und es war wirklich nicht sehr weit von zu Hause entfernt. Da war oberstes Gebot, die Tiere (es gab da auch Hühner, Schafe usw) werden nicht geschlagen und wer regelmäßig sich kümmert, dem standen alle Türen offen. Lustigerweise waren es die gleichen Regeln, die auf dem nächsten Hof waren. So fing man mit Ausmisten und Abäppeln an. Nachts waren sie in eine Art Laufstall und tagsüber draußen auf der Koppel. Wir, ich war damals mit einer Schulfreundin dort, sollten zum Anfang erklären, ob wir schon mal mit Pferden zutun hatten. Jetzt haltet euch fest.. ich kam dann ganz stolz mit einem Foto als Kleinkind an, wie ich auf einem Pony saß. War im Tierpark so zum fotografieren. Saß natürlich zwischendurch auch schon mal drauf. Aber so richtig gelernt..nee.. Heute muss ich drüber lachen. War aber ehrlich und hab gesagt, was auch wirklich so war. Meine Freundin hatte ganz stolz ein Foto bei, wie sie eine Reitstunde nahm. Nun gut..wir waren wohl so überzeugend und durften an die Ponys..jipieehh. Wahrscheinlich war der alte Herr aber auch bloß froh, dass er nicht mehr alleine war. Denn es kamen sonst keine Kinder und die die früher mal kamen, haben die Lust verloren, waren schon so im jugendlichen Alter. Nun gut. Das Aufhalftern klappte und anbinden und putzen. Die Theorie sass dank Bücher und Pferdezeitungen so gut, dass die Umsetzung in der Praxis einfach war. Bis auf das ein Shetty (ein Beißer, wurden aber vorgewarnt), waren es aber echt grottenbrave Ponys. Irgendwann kam der Tag, wo man auch mal reiten mag. Ich hab mir die liebste Stute rausgeangelt (da kam ich ohne Hilfe rauf), der 2 Stricke am Halfter gebastelt und bin ans andere Ende der Koppel gedackelt. Raufgeschwungen und langsam Gas gegeben..der Herdentrieb siegte. Das wusste ich und musste nur gucken, dass ich nicht runterfalle oder sie los prescht. Ja, so hab ich das draufsitzen gelernt. Immer und immer wieder und dann auch im Trab und Galopp. Helm hatte ich natürlich nicht. Es gab ja kein Internet zum Lernen. Bücher mussten her, selber ausprobieren und einfach aufs Bauchgefühl hören. Heute erwische ich mich manchmal, wie ich dummerweise mein Bauchgefühl nicht sprechen lasse. Dann hab ich irgendeine Lektion im Kopf und die muss ja klappen, der Zosse muss des doch können. Dann bin ich peinlich berührt.. das bin ich nicht, ich gehe keinen geraden Weg. Meiner hat immer Kurven, diese Kurven sind die Harmonie für mich und Pony. Natürlich gab es auch einige Pannen und Stürze. Das ist nicht Pedro, sondern unsere Queenie, aber müsstevom Typ passen: Die haben's faustdick hinter den Ohren Mein erster und glaub schlimmster Sturz war auf dem Hof mit Pedro. Pedro, war für mich damals groß. Optisch wie ein Dartmoorpony oder so. Den is keiner geritten: nieee, denn Pedro hat den Ruf gehabt, alles runter zu buckeln. Ich bin mittlerweile natürlich schon öfters geritten, auch mit Sattel und Trense. Besonders Prinz, meinen Liebling. Für uns Kinder waren die Ponys wie eine Familie. Die eine Stute war die Oma, dann eine die Mama usw. Verrückt. In den Ferien waren wir natürlich von früh bis spät da. Manchmal beschäftigten wir uns auch einfach untereinander, denn die Ponys brauchten ja auch mal Ruhe vor uns. So haben wir das immer gehandhabt. In der Mittagssonne lagen wir alle auf der Koppel. Ja.. wir Kinder bei jedem seiner Lieblingspony (waren ja dann manchmal schon 4 oder 5 Kinder, die dann kamen) lagen im Sand und haben die Ruhe genossen. Wir haben uns einfach treiben lassen und dieses Ritual so oft wie möglich genossen. Es klingt wie aus einem Buch, ein bisschen wie Märchen und Zauber. Es fühlte sich auch so an. Es war aber real. Wir spielten oft Indianer und Cowboy. Dann trieben wir die restliche Herde von A nach B oder jagten uns selber. Und wie es sich gehört, natürlich ohne Sattel und nur mit Halfter und Strick..waren ja Indianer..grins. Ach ja..Pedro. Tag X. Pedro durfte immer mitspielen..aber der war eher so der wilde Hengst und Herdenanführer. Also der Gejagte von uns Herdentreiber. Oh Mann.. Ich bekomm' grad einen Lachanfall beim schreiben. Nun gut.. von dem alten Herrn waren Bekannte da. Er selber wurde immer schwächer und erkrankte schlimm. Ich durfte sogar ein Wochenende mit 12 Jahren die Herrschaft über den Hof haben, weil kein Erwachsener konnte. Mann, war ich stolz. Der eine Bekannte war früher Reitlehrer mit eigenen Hof usw. Wir bekamen sogar mal eine Reitstunde und Theorie hat er uns sehr viel gelehrt. Dann kam er auf die glorreiche Idee, dass Pedro doch auch mal geritten werden müsste. 3mal dürft ihr raten, wen er als Opferlamm auserkoren hat. Gott sei Dank hatten wir mittlerweile Reithelme. Gesattelt und getrenst stand er da, der Bursche. Einer hielt vorne fest und ich dann raufgeschwungen. Und es passierte nichts..außer dass er gemütlich im Schritt vorwärts dackelte. Puhhh... vom Boden gab es dann Anweisungen und ich voll konzentriert oben drauf gehockt und brav alle Anweisungen gefolgt. Und dann passierte es, eine Situation, die sich im Kopf verfestigt hat. Auf der anderen Seite des Zauns, war der öffentliche Weg. Da war ein Hund oder eine Katze, ich weiß es nicht. Pedro fixierte das fremde Tier an. Ich wurd abgelenkt und schaute ebenfalls hin. Und eine Sekunde zu lang abgelenkt nutze Pedro das aus. Ich weiß nur noch wie ich an seinen Ohren hing und später aufm Boden lag. Ob mir jemand noch Tipps zugerufen hat..ich weiß es nicht. Die kleine Mistsau hat den Bronco raushängen lassen und eine Rodeoshow vom Feinsten abgeliefert. Auf den Boden der Tatsachen angekommen, kamen natürlich gleich alle besorgt auf mich zugelaufen. Ja, die Bandenprofis noch in Miniformat.. und dann durfte ich mir Sachen an hören wie, boah..wie beim echten Rodeo und das sah voll gefährlich aus usw. Der "Reitlehrer" war natürlich besorgt und kümmerte sich auch gleich um mich..aber alles heil geblieben und so schwang er sich selber auf Pedro. Der wusste wahrscheinlich schon was ihm blühte, ihn hat er nicht abgeworfen. Mein Lieblingspony "sprach" den ganzen Tag nicht mit mir..der war stinkig. Wie konnte ich einfach ein anderes Pony reiten. Der hat echt sich weggedreht, wenn ich zu ihm wollte. Also so als Kind, da nimmste dir das doch schon zu Herzen, wenn dein Allerliebling dich ignoriert. Ja, man kann echt sagen, wir haben uns alle gegenseitig erzogen. Egal in welcher Hinsicht. So vergingen die Tage, wir hatten viel Spass und lernten immer mehr. Waren ausreiten, lernten das longieren, das reiten verbesserte sich, haben auch mal Sand essen dürfen. Es war unser zweites Zuhause. Wir bauten sogar für die Hühner ein neues Auslaufgehege, buddelten nach Würmern, um sie zu verfüttern, dann waren da noch die Hasen, Schafe und Ziegen. Ein richtig kleiner Bauernhof. Nu war der alte Herr, der den Hof mit seiner Frau führte nicht mehr so gesund. Er kam immer seltener zum Hof. Die Erwachsenen, seine Bekannten, kümmerten sich immer mehr um alles und erklärten uns auch wie es stets um den Besitzer geht. Die Krankheit schritt voran, es war Krebs. Er kam ins Krankenhaus. Die letzten Male, als er den Hof besuchte, wusste er teilweise nicht mal mehr die Namen seiner Pferde. Das machte uns traurig, denn es zeigte, wie schlecht es ihm gehen musste. Es war ein schöner warmer Tag, wir hatten eine kleine Kindergruppe zu Besuch und führten diese auf den Ponys entlang der Koppel. Waren doch alle so gut gelaunt. Es machte uns natürlich Riesenspaß, jedem einzelnen die Fragen zu beantworten und von den Ponys zu erzählen. Mich rief der Bekannte in den Aufenthaltsraum. Nichts Ungewöhnliches, es könnt ja eine neue Aufgabe geben. Ich wünschte es wäre dies gewesen. Er teilte mir mit, dass der Besitzer so eben im Krankenhaus verstarb. Eine Welt brach zusammen. Der alte Herr war immer sehr lieb zu uns und gab uns diesen schönen Ort. Nun ist er weg, was passiert mit dem Hof. Trauer und viele Fragen schossen durch den Kopf. Ich ging zurück zu meinen Freunden. Mir muss das auf der Stirn gestanden haben, sie wussten sofort, es ist was Schlimmes passiert. Ich berichtete was, ich soeben erfuhr. Großes Bedrücksein machte sich breit. Für viel Trauer war in diesem Moment keine Zeit, wir hatten die Kinder ja noch auf dem Hof. Als die Zeit rum war und wir uns von ihnen verabschiedeten, löcherten wir die Erwachsenen mit Fragen, wie es nun weiter geht und trösteten uns. Der Schreck war groß, dass der alte Herr nun fort war. Er ging, aber er ging nicht ohne uns eine Überraschung da zulassen.  Teil 2 der Geschichte erscheint Weihnachten im Turnierblog und Teil 3 im politischen Blog (weil Weihnachten ist, muss es ja nicht sooo ernst sein ;) Mehr Pferdegeschichten lest ihr in meinen Büchern - natürlich gibt es darin auch fachliche Tipps:
Im Enthüllungsroman wird auch über die neueste Entwicklung im Fall Nero berichtet: Bea erhielt Post von Mina TV (Produzent der Pferdeprofis) Sag es mit Bildern, ist eine altbekannte Regel im Journalismus, aber in diesem Blogbeitrag möchte ich es euch einmal mit Videos sagen, denn ihr findet die Chronologie des Falles Nero - der letzte Fall von VOX-Pferdeprofis Sandra Schneider, an dem sie (wohl nicht zum ersten Mal) gescheitert ist. Manche der Videos kennt ihr wahrscheinlich schon, aber der Blogbeitrag soll helfen auch die zu finden, die ihr vielleicht verpasst habt - ich beginne hier einfach mit dem Ergebnis - dem letzten Video der Nero Reihe im Youtube-Kanal Nicola Steiner Horsemanship. Dabei gab es eine Challenge (Video rechts): Gelingt es Bea ihn zwei ungeschnittene Runden im Trab zu reiten, ohne dass er über die Schulter ausbricht??? Außerdem im Video: Haflinger Nero wird von Profitrainer Olli Neuhaus geritten (etwa fünf Mal insgesamt, seit Nero verkauft wurde) und es zeigt sich: Das angeblich von den VOX-Pferdeprofis korrigierte Pferd war gar nicht korrigiert - im Gegenteil - Informanten berichten, dass Nero sich durch die dilettantische "Ausbildung" durch Sandra Schneider verschlechtert haben soll: Das nächste Video ist das Erste der Reihe, das worüber Bea und ich uns kennengelernt haben. Also - zurück auf Anfang: Der Skandal begann mit einer Folge der VOX-Pferdeprofis, in der eine Teilnehmerin von Sandra Schneider regelrecht an den Pranger gestellt wurde (HIER nachzulesen, wenn ihr im verlinkten Gastbeitrag von Lisa Eggert nach unten scrollt). Der Zuschauer hatte in dieser Folge den Eindruck, dass diese Teilnehmerin erstens nicht reiten kann und sich zweitens nicht um ihre Tiere kümmert. Sie erntete von Sandra nicht nur spitze Bemerkungen, sondern auch himmelswärts gerichtete und verächtliche Blicke. Die Szenen, die ausgewählt wurden, waren genau die, in denen der Reiterin etwas misslungen ist. Herausgeschnitten wurden hingegen genau die Szenen, wo der Pferdebesitzerin Bea Broszehl Reiten und Bodenarbeit gut von der Hand gingen. Die Besitzerin des zu korrigierenden Haflingers Bea Broszehl war stinksauer und hat mir Videomaterial zum Zweck der Veröffentlichung zugespielt (z.B. das links eingeblendete, wo sie erzählt, dass der Trainingserfolg nur vorgetäuscht wurde). Szenen aus folgendem Video, isbd. die Eingangs- und die Endszene beweisen widerum, dass Bea Broszehl die Wahrheit sagt (der mittlere Teil repräsentiert zwar ein "Nachher", was aber nicht auf Sandras Mist gewachsen ist - dazu unten mehr). Seht nun unveröffentlichte Szenen vom ersten Treffen von Sandra Schneider, Besitzerin Bea und Haflinger Nero - der Gerüchteküche zufolge Sandras letzter Fall, denn Produzent Martin Rütter soll ihrer gekündigt haben (der Grund, warum Schneider den Rosenhof verlassen musste, der Rütter gehört): Auffällig an obigen Video ist, dass die Besitzerin beim Longieren sehr viel besser mit dem Pferd klar kommt als Sandra Schneider selbst, der der Haflinger regelrecht davon läuft, worauf Sandra mit vollem Körpereinsatz auf den empfindlichen Kopf des Pferdes einwirkt - genau das hatte sie Bea Broszehl in der Sendung aber strengstens untersagen - siehe auch Video rechts: "Krankes Pferd im Training" . Auch dort sieht man Szenen, die dem VOX-Zuschauer vorenthalten wurden. , denn am Ende des Beritts habe man es andersherum gehandhabt: Jetzt wurden die Szenen heraus geschnitten, wo sich Haflinger Nero wie eine offene Hose benimmt und nur die gezeigt, wo er sich zufällig einmal benommen hat - davon gibt es keine Aufnahmen. Daher habe ich mit folgendem Video nachgewiesen, wie man durch guten Schnitt ein schlechtes Ergebnis nach einem guten aussehen lässt - das Ungeschönte und Ungeschnittene findet ihr über den Infobox-Link oben rechts im Video. Nach dem Schauen dieser Folge habe ich innerlich derart die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen, dass ich zwei so genannte Besserwisser-Videos in meinem Youtube-Kanal veröffentlicht, wo ich ungefragt Ratschläge erteilt habe (eins zum reiten, das ich unten integriert habe und eins zu Leckerlis, die Sandra Schneider kategorisch ablehnt) ...   ... und einige Wochen später habe Bea besucht. Ihr seht nun die Videos des ersten Trainings - zunächst eine Menschenschule: Bea erlernt mit einem anderen Pferd gewisse Horsemanship Techniken (das Video, wo sie diese an Haflinger Nero anwendet, ist das Vierte in diesem Blogbeitrag oder HIER klicken): An dem Tag ist auch das folgende Video entstanden, das beweist, dass Nero das Problemverhalten, weswegen Bea überhaupt Rat bei Sandra Schneider gesucht hat, nach wie vor gezeigt hat: Er brach am Boden und unterm Sattel über die Schulter aus. Genau dies hatte Bea Sandra Schneider mitgeteilt und man gewinnt den Eindruck, dass Sandra das Wort Schulter aufgeschnappt hat und dann mit einer anderen "Diagnose" verwechselt hat: Dem Fallen auf die Schulter - auch die Problematik "Unterhals" war Sandra übrigens von Bea mitgeteilt worden. Dabei war eigentlich der Unterhals, den Bea bekämpfen wollte, die Ursache für das Beziehungsproblem, was sich durch die Gymnastizierung des Pferdes ergeben hat und was ich versuche zu beheben. Im links integrieten Video seht ihr das zweite Besserwisser-Video, wo ich erkläre, wie man sich beim Ausbrechen über die Schulter den Gehorsam des Pferdes sichert. Aber bei Pferden wie Nero (wer sich mit Parellis Horsenalitys beschäftigt hat, kennt wahrscheinlich die verspielten aber auch streitsüchtigen so genannten Left-Brain-Extroverts - wer nicht kann HIER nachlesen, was genau diese Pferdepersönlichkeitstypen sind). Jetzt will man meinen, dass gerade die selbstbewussten oder gar frechen Pferde eine besondere Strenge benötigen, aber das Gegenteil ist der Fall, sobald man einmal einen gewissen Grundgehorsam erreicht hat: Solch ein Pferd wird umso kooperativer je mehr man ihm Mitspracherechte einräumt (HIER wird erklärt wie). Das folgende Video zeigt eine Demonstration dieser Form der umgekehrten Psychologie mit meinem eigenen Pferd Queenie, die dem gleichen Pferdepersönlichkeitstyp angehört. Da die Fahrtzeit zu Bea deutlich länger war als ursprünglich angenommen, war ein Training vor Ort nicht möglich - ich stand fünf Stunden im Stau. Außerdem war nach dem gescheiterten Training bei Sandra Schneider eine Käuferin für den Haflinger gefunden worden, wo der Haflinger aber im Stall blieb. Die neue Besitzerin hat aber erlaubt, dass Bea an Nero mein Trainingsprogramm ausprobiert, das stark ans Parelli-Programm angelehnt ist. Bedingt durch die Fahrzeit belief sich das weitere Training aber auf Telefonate und Videoanalysen wie z.B. dieses hier (das integrierte hat leider einen sehr schlechten Ton, weil ein Hubschrauber dort seine Kreise zog. Es zeigt aber wie ich Bea einerseits die Zügelarten erkläre, die ihr mehr Kontrolle übers Pferd geben, aber andererseits auch einfache Zirkuslektionen, um den Haflinger besser zu motivieren. In der nun folgenden Videoanalyse gebe ich Tipps zum 3. Video in diesem Blogbeitrag ("Haflinger Nero: VOX filmt zum 1. Mal ...") und erkläre Bea aus der Ferne, wie sie ihr Horsemanship und damit auch die Beziehung zu Nero verbessern kann. Und wenn die Beziehung stimmt, dann klappt es auch mit dem Nachbarn ... pardon dem Haflinger - was ihr ja im ersten Video in diesem Blogbeitrag bereits gesehen habt. Challenge gewonnen: Zwei ungeschnittene Runden im Trab, ohne dass Nero über die Schulter ausbricht. Meine Art des Trainings setzt - zumindest zu Beginn - weniger an den körperlichen, sondern mehr an den seelischen, emotionalen und mentalen Aspekten des Pferdetrainings an. Wie das funktioniert, erkläre ich in meinen Büchern, isbd. in "Westernreiten meets Natural Horsemanship" und "Pferde vermenschlichen, aber richtig":
Ein schöner Wald (alle Bildtitel von Lisa E.) Eigentlich ist dies ja ein Natural-Horsemanship-Blog. Aber getreu Parellis Motto "Keep it natural" geht es heute um Umwelt- und Klimaschutz. Hier ein weiterer Gastbeitrag von Lisa Eggert, die bereits in den letzten Monaten einen kulturwissenschaftlichen Blick auf die VOX-Pferdeprofis geworfen hat (Hier geht es zu TEIL 1, in dem es um Bildsprache geht, TEIL 2 mit dem Fall Hidalgo von Bernd Hackl & TEIL 3 mit zwei Fällen von Sandra Schneider, u.a. ihr wahrscheinlich letzter Fall: Der Haflinger Nero), aber jetzt zu einer spannenden Reportage mit dem Hashtag: Hambi bleibt Was war das nervenaufreibend. Erst heißt es: Großdemo wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Dann am Freitag die unfassbare Erleichterung. Das Oberverwaltungsgericht Münster urteilt, dass die Rodung des Hambacher Forstes erst einmal gestoppt wird. Und einige Stunden später kippt das Verwaltungsgericht Aachen das Demonstrationsverbot. Wahnsinn. Aber der Reihe nach. Neue Barrikaden (Fotos vom 6.10.2018) Vor zwei Wochen, am 23.09., fuhr ich zu meinem ersten Waldspaziergang nach Buir. Zusammen mit 7.500 weiteren Menschen, die dem furchtbar schlechten, kalten, regnerischen Wetter trotzten. Die Stimmung war gedrückt, was nicht nur dem Dauerregen geschuldet war. Viele Baumhauscamps standen noch und die Spaziergänger*innen halfen den Campbewohner*innen bei der Befestigung und beim Barrikadenbau – mit dem Mut der Verzweifelten. Die Polizei ließ uns nur nach vorheriger Kontrolle in den Wald, der nur noch ein Bruchteil dessen ist, was dort einmal stand. Aber trotzdem ist es ein unglaublich schöner Mischwald. Der Gedanke, dass diese alten Bäume den Kohlebaggern weichen sollen, die man nach kurzem Weg durch den Waldstreifen sieht, machte traurig. Die Berichterstattung zum Thema, die Äußerungen von Politik und RWE sowie die massive Polizeipräsenz und die Art wie mit den Demonstrant*innen umgegangen wurde, verstärkten das Gefühl der Hilflosigkeit. Hier war mal ein Baumhaus Die Baumhäuser, wunderschöne, kreative und liebevoll errichtete Formen von Protestkultur, Wohnräume für Menschen, machten mir einen ganz anderen Aspekt deutlich, der mir vorher nicht klar war: Neben dem Verlust eines Waldes, neben den Auswirkungen für unser Klima, ist die Räumung selbst ein persönlicher Verlust für die Aktivist*innen, die teilweise seit Jahren in diesem Wald leben. Sofort machte sich – nicht nur bei mir – das Gefühl der Solidarität mit diesen mutigen Menschen breit, die nicht wie ich später in eine warme Badewanne steigen und in eine Decke gekuschelt im Sessel einen heißen Tee trinken würden, sondern seit Jahren da draußen leben und dadurch den Wald beschützen. Beim Barrikadenbau, der zwar verboten war, aber von der Polizei toleriert wurde, brach sich diese Solidarität Bahn. Menschen jeden Geschlechts, jeden Alters und jeder sozialen Herkunft packten mit an, schleppten zusammen Bäume durch den Wald, halfen sich gegenseitig und trotzen Regen und Brombeersträuchern. Das waren keine Aktivist*innen. Das waren Menschen, die man täglich auf der Straße trifft.  Auch hier war einmal ein Camp Von den idealistischen Jugendlichen über Familien mit Kindern, bis zu den Rentner*innen in Funktionskleidung – irgendwann rannte eine kleine Oma neben mir mit erhobenem Regenschirm auf die Polizist*innen zu und skandierte laut „Hambi bleibt! Hambi bleibt! Hambi bleibt!“. Diese Menschen wurden immer wieder kriminalisiert, ihre Meinung nicht ernst genommen und ihre Solidarität mit den Aktivist*innen für aussichtslos erklärt. Als später die Polizei in den Wald einrückte und Pfefferspray gegen eben jene Menschen einsetzte, stand ich gerade mit vielen anderen an der Gedenkstätte für den gestorbenen Journalisten Steffen Meyn. Ich weiß nicht, was passiert ist, dass es zu dem Einsatz von Pfefferspray kam und will daher nicht darüber urteilen. Aber auch hier hat mich der Mut und der Zusammenhalt der Menschen berührt, die sich den Polizist*innen, die in voller Kampfmontur in den Wald kamen, entgegenstellten. Dennoch hing die ganze Zeit eine bleischwere Verzweiflung und Hilflosigkeit über dem Wald. Vom Bahnhof Buir zur Demo  Unfassbar dagegen die Stimmung am gestrigen Tag, dem 06.10.. #Hambibleibt ist nicht mehr nur ein Hashtag, nicht mehr nur die Forderung so vieler Menschen, sondern – wenn auch nur vorerst – Realität. Und das ist ein Grund zu feiern. Über 50.000 Menschen reisen also gestern nach Buir. Die Bahn setzt mehr Züge ein, es gibt Shuttlebusse und dennoch ist die Anreise für viele schwierig. Ich habe Glück, komme ganz gut durch und bin überwältigt von der Veranstaltung. Mit unglaublicher Kreativität und Freude wird hier der Rodungsstopp gefeiert. Ein Klavier steht auf dem Feld, eine Brass-Band spielt und viele sind verkleidet – zum Teil auch als Bäume, witzige Idee. Es gibt Essenstände und Stände vom BUND und von Greenpeace, eine Bühne und ein riesiges Transparent „We will end coal.“ Als hätte das Wetter sich anstecken lassen von der ganzen Euphorie, strahlt die Oktobersonne ausgelassen auf das Feld vor dem Hambacher Forst. Und auch gestern ist das Publikum breit gemischt. Einig sind sich alle in ihrer Erleichterung und vielleicht auch ein wenig im Siegesgefühl – auch wenn die Proteste juristisch nichts mit dem Urteil zu tun hatten.  Menschen unterwegs zur Demo Die Polzist*innen stehen gelöst in T-Shirts an ihren Mannschaftswagen und wirken viel freundlicher als noch vor zwei Wochen. Auch für sie geht eine schreckliche Zeit zu Ende. Der Einsatz war sicher Kräfte zehrend und ich bin auch nicht der Meinung, dass so mit Polizist*innen, die genauso Menschen sind, wie die Demonstrant*innen, umgegangen werden sollte.  Die Opposition „Wir, die Polizei“ und „Die, die Protestler“, haben viele von ihnen sicher nicht gewollt und einigen konnte man auch vor zwei Wochen in den Gesichtern ablesen, dass sie nicht gern taten, was sie taten. Umso schöner ist es zu sehen, wie auch diese Grenze sich gestern langsam wieder auflöste. Auch die Landwirte sind dabei Überhaupt ist es ein Tag, der in aller Symbolhaftigkeit Grenzen und Gräben aufweichte. Ein Vertreter der Landwirte, die mit aufgehübschten Treckern angereist sind, spricht von den Konsequenzen des Klimawandels für Landwirtschaft. Landwirte, die ja nicht unbedingt immer auf der Seite des Naturschutzes stehen, solidarisieren sich mit dem BUND – verrückt. Motorradfahrer in voller Kluft wippen zu politischen Songs des ehemaligen Wise Guys-Sängers Eddi Hüneke, Rentnerinnen probieren zum ersten Mal veganes Chili-sin-Carne und urteilen „Sehr lecker. Merkste gar nicht, dass da kein Fleisch drin ist.“ und nicht zuletzt wird die Grenze zum Wald wieder geöffnet. Der Morgen der Demonstration der Erleichterung und des Triumphes: Der Demoplatz ist noch ziemlich leer  ... aber es werden immer mehr Ohne Polizeikontrollen gehen wir einfach beschwingt hinein – vor fast allen anderen. Ein komisches, schönes Gefühl. Traurig macht dann aber der Anblick der ehemaligen Camps. „Guck mal, da hängt noch die Schnur, die ich vor zwei Wochen im Regen mit meinem Feuerzeug abgetrennt habe.“ „Hey, das ist doch die Astgabel, in die wir den Baum gelegt haben, damit das eine solide Barrikade wird.“ „Wo war denn nochmal das Camp Beech Town, mit der Gedenkstätte.“ An letzterer angekommen, kippt zumindest meine Stimmung. Das war unnötig. Die Räumung, der massive, superteure Polizei-Einsatz, die vielen Verletzten (Polizist*innen wie Aktivist*innen) und nicht zuletzt wohl auch der Tod von Steffen Meyn. Das hätte alles nicht sein müssen, wenn man das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes abgewartet hätte, statt zu versuchen, vollendete Tatsachen zu schaffen. Trotz aller Euphorie, trotz dem Gefühl von Stärke durch Solidarität, trotz der Erleichterung, bleibt der Hambacher Forst auch ein Ort, der viel von Verletzung, Wut und Trauer erzählt. Die Stimmung ist gut und das Wetter herrlich Am Waldesrand dann unglaubliche Bilder: Tausende von Menschen, die lachend und feiernd in den Wald strömen: Der Wald ist Natur, die gehört uns allen und nicht einem Konzern. Fast 15 Minuten lang reißt der Strom an Menschen nicht ab. Auf dem Feld vor der Bühne ist es immer noch voll und selbst am abseitigsten Dixie-Klo gibt es eine Schlange. So sehen also 50.000 Menschen aus. Als ich mich auf den Weg zurück Richtung Buirer Bahnhof mache, kommen mir immer noch Menschen entgegen. Bis in meine Heimatstadt im Ruhrgebiet fahren Leute, die #Hambibleibt-Aufkleber auf der Kleidung tragen. Wahnsinn, wie groß das Interesse für dieses kleine Waldstück geworden ist, dem ich jetzt erst einmal Ruhe wünsche. Tausende Menschen waren da, um den Hambacher Forst zu retten, jetzt soll er sich erholen von dem Stress, sollen die Tiere wiederkommen und die Pflanzen die Wege überwuchern, die für die Räumung befestigt wurden. Dann hätten wir alle genau das erreicht, was wir wollten und ganz nebenbei mit dem Hambacher Forst ein Symbol geschaffen – für Klima- und Umweltschutz und gegen die Macht großer Konzerne. Nach dem Video, das Lisa Eggert am Hambacher Forst gedreht hat, seht ihr weitere Fotos von Lisa und ganz oben ein React-Video von mir, in dem sich mein eigener Besuch am "Hambi" mit dramatischen Szenen aus einem WDR-Beitrag abwechselt und ganz unten ein Video darüber, wie der Klimawandel zu uns ins Bergische eingezogen ist: Die Wiesen verdorren und es herrscht Heunot. (Bildtitel: Überall im Wald hängen solche Zettel - mit Mausklick vergrößern) Blick auf die Mondlandschaft des Tagebaus Genau Links der Waldrand, rechts Braunkohlebagger
09.09.2018
Nicola Steiner Horsemanship
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Warum gibt es die Sendung "VOX-Pferdeprofis"? Und für wen soll das eigentlich sein? In Teil 1 ging es allgemein um die Sendung und die Elemente, mit denen offenbar ein gewisser Eindruck vermittelt werden soll. Teil 2 und 3 befassen sich nun mit einer bestimmten Folge – die Folge mit dem Connemara-Mix Hidalgo und der Stute Emmy Lou (Erstausstrahlung am 21.04.2018). Emmy Lou, Galoppbuckeln und die Traumaerzählung Sandras Fall wird in dieser Folge zur Kulisse ungefähr aller weiblichen Klischees. Los geht’s damit, dass der Kommentator uns darauf hinweist, dass Sandra heute einen Ausflug in die Englischreiterei macht. Ich habe ja noch nicht verstanden, welche Reiterei normalerweise ihre ist – per Ausschlussverfahren der Reitereien, in denen ich mich genau so viel auskenne, um zu erkennen, dass Frau Schneider sie nicht betreibt (Western, Englisch und Akademische Reitweise), bleibt vielleicht noch Gangpferdereiten, aber das scheint mir auch falsch. Nachdem wir nun wissen, dass wir in Bochum sind (Ganz kurz als Kind des Ruhrgebiets: Seht ihr? Es ist überhaupt nicht nur grau und hässlich hier!), erzählt uns Sandra in die Kamera, dass die Stute Emmy Lou „in ihrer frühen Jugend eigentlich eine erfolgreiche Karriere als Springpferd begonnen hat, jetzt aber gar nicht mehr so richtig reitbar ist.“ Nennt mich pingelig, aber das klingt doch fast als hätte Emmy Lou damals nach erfolgreich abgeschlossenem Remonte-Abi beschlossen Springpferd auf Bachelor zu studieren. Was heißt in ihrer frühen Jugend? Da wären vielleicht mal genauere Angaben sinnvoll. Und soll das jetzt sowas werden wie: Sie hatte eine großartige Karriere als Ballett-Tänzerin vor sich, aber dann kam da dieser Unfall und jetzt kämpft sie sich zurück? In TEIL 1 dieser Serie befasst sich Autorin Lisa Eggert mit dem Vorspann &assoziert von der Bildersprache eine Art Geschwisterpaar, das Pferde trainiert Das gar nicht mehr so richtig reitbar, wird sich in den nächsten Minuten allerdings zu einem definitivem Unreitbar auswachsen. Sandra hofft allerdings, dass sie Emmy Lou und ihrer jungen (wichtig, denn das wird später noch bedeutsam) Reiterin helfen kann. Jetzt sehen wir eine Videosequenz mit Grauschleier und erfahren, dass das Mädchen die Stute vor zwei Jahren bekommen hat (also, als das Mädchen 13 war) und dass diese ihr Nachwuchspferd werden sollte. Ich tippe jetzt mal einfach, dass das eine sehr merkwürdige Verwendung des Begriffs „Nachwuchspferd“ ist. Der bezeichnet ja generell Jungpferde, die man vielleicht schon parallel zu seinem Turnierpferd ausbildet, damit sie turnierfertig sind, wenn das ältere Pferd verrentet wird. Hier meint er wohl eher, das erste Pferd mit dem man als Jugendliche Turniere startet. Hoffentlich war die Idee nicht, dass die 13-Jährige die Stute selbst ausbildet. Allerdings reitet die heute 15-Jährige nach eigener Aussage länger als ihr Leben und hat auch schon länger als ihr Leben Pferde. Okay, das ist ein Teenager-Mädchen, das den Traum lebt und auf einem Reitstall großgeworden ist und immer schon Ponys hingestellt bekommen hat. Allerdings passt die Aussage nicht zu der mangelnden Erfahrung, die sich in den folgenden gut 20 Minuten zeigt. Damit meine ich nicht den wirklich bewundernswerten Sitz der Reiterin, sondern die Tatsache, dass niemand – weder sie selbst noch ihre Eltern, die ja offenbar auch Pferde haben zumindest seit ca. 16 Jahren, wegen „länger als mein Leben“ und so – auf die Idee kommt, mal jemand über den Rücken des Pferdes schauen zu lassen. Und nein, man muss echt kein Tierarzt sein, um auf diesen Gedanken zu kommen. Das Pferd läuft spannig, klemmig und bockt ganz offensichtlich nicht bösartig. In TEIL 2 geht es um einen Fall von Bernd Hackl. Gastautorin Lisa Eggert vergleicht dort Bildsequenzen mit dem Spielfilm "Pferdeflüsterer" Auch Sandra, die doch mit Sicherheit das Video gesehen hat, schaut sich die Stute nicht erstmal so an, tastet den Rücken ab, bewegt sie ein wenig am Boden oder lässt sie sich mal ohne Reiter in allen Gangarten an der Longe zeigen. Nein nein, sie will sich, so der Kommentator, das Pferd „ganz genau ansehen, deshalb reitet die Besitzerin das Pferd vor“. Witzig unter „genau ansehen“ hätte ich das verstanden, was ich vorher aufgezählt habe und noch einiges mehr (z.B. Gesamtzustand, Beweglichkeit im Hals anschauen, Sattel, Haltungsbedingungen, Futter ... ach, es gibt so vieles was man sich anschauen kann, aber nochmal das Gleiche wie in dem Video ist auch okay). Eine Szene aus dem Spielfilm "Der Pferdeflüsterer" von & mit Robert Redford Emmy Lou marschiert dann auch direkt nach dem Aufsteigen los. Sandra fragt, ob sie das immer mache und rümpft die Nase als die Antwort „Ja.“ lautet. Stimmt, das ist nicht schön. Das ist eine Unart. Ich würde das immer unterbinden und absolut üben. Aber mit Blick auf das Bewerbungsvideo ist das ja wohl das kleinste Problem. Und dann dramatisieren Sandra und der Kommentator als hätten sie sich abgesprochen gemeinsam die ersten Schritte auf dem Reitplatz. Das Pferd macht sich fest – stimmt. Es beißt die Zähne aufeinander – stimmt. Und ist ganz unzufrieden, gar außer sich – puh, joa, nö! Ist es Zufall, dass die Bildsprache der VOX-Pferdeprofis so sehr an den 1998erschienen Spielfilm "Pferdeflüsterer" erinnert (Regie: Robert Redford) Bis hier hin könnte es auch folgendes sein: Es ist kalt, das Pferd kommt nicht viel raus und läuft jetzt ausnahmsweise mal wieder auf dem recht windigen Springplatz. Da werden Pferde schon mal spannig und Emmy Lou ist dabei zunächst noch recht nett. Sandra schlägt einen Trab vor und der Kommentator raunt „Ob das so eine gute Idee ist?“ Aber die Reiterin gibt sich Mühe und kann die Stute untermalt von dramatischer Musik antraben. „Lange macht Emmy Lou das aber nicht mit.“ Ne, dann fängt sie an zu hüpfen und macht genau das Gleiche wie in dem Bewerbungsvideo. Zwei-Longen-Technik & der "Pferdeflüsterer" mit im Wasser - wie im Film Sandra klärt uns auf, dass das nicht als Reiten zu bezeichnen ist und dass es so auch weder für Pferd noch Reiterin schön sei. Da hat sie Recht. Aber niemand hätte diese Information gebraucht. Das Mädchen hatte ja eben deshalb um Hilfe gebeten, weil sie es nicht schön findet und wer Augen hat, sieht auch, dass das nichts mit harmonischem Reiten zu tun hat. Dann kommt der Witz mit dem Galoppbuckeln und die Schneidersche Diagnose, dass da einiges im Argen ist. Und nun sind Besitzerin und Sandra beide besorgt. Die Profi-Meinung zur Ursache: Ein Trauma! Reiten bedeutet für Emmy Lou generell Stress und sie erwartet immer etwas Schlimmes, sobald da jemand draufsitzt. Aber, es liegt auf keinen Fall an der Reiterin. Das wird ganz zu Beginn schon klargemacht, die Absolution erteilt und die Besitzerin von aller Verantwortung freigesprochen. Dafür braucht man die Trauma-Erzählung. Wir erinnern uns an den „Pferdeflüsterer“. Auslöser war dieser wirklich schlimme Unfall – dessen recht realistische Darstellung und die Tatsache, dass ich zwölf war als ich den Film gesehen habe, dazu geführt haben, dass ich wohl nie im Schnee ausreiten werde; das und die Tatsache, dass es hier so wenig schneit. Auf jeden Fall kann niemand etwas dafür, das bestätigt auch später im Film Robert Redford und der ist extrem vertrauenswürdig. Unfälle, Traumata und solche Dinge liegen außerhalb unseres Einfluss- und damit unseres Verantwortungsbereiches. Diese erste Einschätzung wird in der ganzen Folge nicht mehr revidiert. Es bleibt dabei: Du bist nicht verantwortlich. Du bist ja auch noch so jung. Jetzt kommt Emmy Lou aber erst einmal auf den Rosenhof. Neben dieser ist nun auch die Chiropraktikerin und Physiothearpeutin angekommen, weil Sandra jetzt doch physische Gründe ausschließen will. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, Frau Neeff zu googeln und zu schauen, wieviel weiter ihre Anfahrt nach Bochum gewesen wäre als zum Rosenhof. Tja, es wären zwar so um die 25 km mehr gewesen, aber steht das in irgendeinem Verhältnis dazu, das Pferd zu Sandra zu karren? Hätten nicht auch Tierärzt*innen vor Ort mal schauen können? Für das Pferd war das vermeidbarer, unnötiger Stress. Zumal Sandra zwar davon spricht, dass Emmy Lou erst seit zwei Tagen auf dem Rosenhof ist, wobei es allerdings nun schon mindestens später Frühling ist; eher sogar Sommer, wenn man sich die Bäume anschaut. Das erste Treffen war eindeutig noch im sehr frühen Frühjahr – es war offensichtlich sehr kalt. Es sind also nochmal einige Wochen ins Land gegangen, ehe jemand mal geschaut hat, ob da vielleicht körperlich was nicht in Ordnung sein könnte. Das ist unverantwortlich. Bei sowas krieg ich echt Blutdruck. Und dann kommt von Frau Neeff der einzig richtige Vorschlag: Ab in die Klinik und mal alles abklären. Jetzt wird man plötzlich hektisch und beruft die Besitzerin und ihre Mutter noch am gleichen Tag ein – wir wissen, auch das nur für’s Fernsehen. Das hätte man auch telefonisch klären können. Mutter und Tochter geben sich überrascht. Hier weiß man einfach nicht, was „scripted“ und was „Reality“ ist. Diese ganze Sequenz ist auf Kosten des Pferdes inszeniert worden. Es gab keinen Grund, die Stute zu Sandra zu bringen außer die Dramaturgie bzw. die Erzählung, dass nur unter Sandras Fittichen alles gut wird. Und dann klingt es fast wie Hohn, wenn der Kommentator bei der Ankunft in der Tierklinik betont, dass Sandra Emmy Lou direkt vom Rosenhof dorthin gebracht hat, damit schnell Klarheit über deren Zustand herrscht. Warum Frauen nicht einparken können ... – VOX inszeniert Sandra Schneider als kleines Mädchen und nicht als kompetente, souveräne Trainerin In der Klinik gibt Sandra alles an die Physiotherapeutin ab, die sowohl beim Röntgen das Pferd festhält als auch später bei der Nachbesprechung dabei ist. In den folgenden Szenen wird Sandra Schneider durch die Sendung nun schrittweise immer weiter demontiert. Sie wirkt wie eine überforderte Besitzerin, die etwas naiv hofft, dass gar nichts bei der Untersuchung rauskommt. Dank des Teasers wissen wir schon, dass diese Hoffnung enttäuscht wird und so wird Sandra einmal mehr als kleines Wendy-Mädchen vorgeführt, dass naiv glaubt, Daumen drücken würde etwas bringen. Nein, sie wirkt in dieser Folge nicht einmal wirklich kompetent, sondern beinahe ebenso mädchenhaft und unerfahren wie Emmy Lous junge Reiterin. Während des Gesprächs mit den Tierärzten – zwei ernsten, vernünftigen und sehr professionell wirkenden Männern, schlägt Sandra immer wieder die Hände vor den Mund, schaut entsetzt und wirkt fast dümmlich, wenn sie fragt, ob das Pferd, das chronische Rückenschmerzen hat, wohl reitbar ist. Ich mag mich irren, aber in meiner Vorstellung sind Trainer*innen Menschen, die wahnsinnig viel Erfahrung mit Pferden haben, tausend Geschichten und Krankheiten kennen und einfach rund um das Thema Pferd eine Menge Wissen angehäuft haben. Das ist der Grund warum manche Menschen ihre Trainer*innen mit in die Klinik nehmen, weil die kompetenter sind als man selbst. Hier wird aber eine Trainerin präsentiert, die weder professionelle Souveränität im Umgang mit einem Pferd in einer Kliniksituation ausstrahlt, noch im Kontakt mit den Ärzten als gleichberechtigte Gesprächspartnerin auftritt. Zu allem Überfluss wird nun noch das Überbringen der schlechten Nachricht besonders theatralisch inszeniert. Zum Glück regnet es und Sandra findet den bestmöglichen Platz zum Telefonieren: Auf Emmy Lous Heuraufe. (Sollte das der einzige Platz mit gutem Empfang sein, an dieser Stelle: Mea Culpa. Bei uns am Stall telefoniert es sich am allerbesten auf dem Misthaufen) Im Gespräch betont Sandra, wie sehr ihr das leidtut, weil sie die Emmy Lou auch so gerne mag, und bricht am Ende quasi zusammen mit der Besitzerin in Tränen aus. Klar, niemand überbringt gerne schlechte Nachrichten und so weiter. Und wir können uns alle vorstellen, wie niederschmetternd so eine Diagnose ist und deshalb wäre dieses Telefonat definitiv nicht der richtige Zeitpunkt, aber hätte da nicht einmal bitte irgendwer zu irgendeinem Zeitpunkt sagen können: „Leute, das Pferd hat eine hochgradige Spondylose. Die hat es nicht erst seit gestern. Ihr habt die Schmerzensäußerungen dieses Pferdes Ewigkeiten ignoriert. Das ist nicht gut. Ehrlich gesagt, ist das Scheiße! Und von Leuten, die schon ewig Pferde haben, erwarte ich mehr.“ Nein, denn das macht das kleine Mädchen Sandra nicht, die ist nicht so böse. Die heult lieber ein Ströphchen mit. Zurück in Bochum treffen wir nun die Besitzerinnen von Emmy Lou wieder, die der Stute jetzt einen Platz auf einer Weide am alten Hof eingerichtet haben. Klasse, da steht sie jetzt wohl alleine, wie es aussieht – jedenfalls wird nichts Gegenteiliges erwähnt. Toll für das, laut Kommentator, „gehandicapte Pferd“. Die Mutter klopft sich dafür auf die Schulter, schließlich wäre die Stute woanders ja viel schlimmer dran und man wüsste ja jetzt nun auch was mit ihr ist und so. Wahnsinn, wie man sich doch Sachen zurechtlegen kann. Ich erwarte echt nicht, dass sich jemand im Fernsehen öffentlich selbst zerfleischt vor Schuldgefühlen. Es wäre dennoch angebracht gewesen, jetzt sowas zu sagen wie: „Wir haben die Zeichen übersehen und wenn Emmy Lous Geschichte irgendwas Positives bringen soll, dann, dass vielleicht Leute, die das sehen, demnächst schneller einen Tierarzt holen.“ Sowas wäre ganz schön gewesen. Aber nichts davon. Stattdessen wird klar, dass die Stute nur stundenweise auf der Wiese steht, ansonsten in der Box und das ist angeblich das, was sie braucht. Und nun kommt die Stimme der Pferde und weint, weil es so traurig ist, dass es Pferde wie Emmy Lou gibt. Und naja, weil es Menschen gibt, die das Schmerzverhalten abtun – genau wie Sandra zu Beginn der Sendung. Aber es ist ja so schön, dass das Pferd jetzt trotzdem bleiben darf. Ja, die einfühlsame Frau, sensibel und nah am Wasser gebaut. Die wird nicht wütend bei so viel Ungerechtigkeit dem Pferd gegenüber. Klar, man kann sich als Trainer*in auch sicher nicht alles anmaßen (dazu aber weiter unten noch ein kleiner Abschnitt). Nur dann hätte sie gar nichts sagen sollen, oder sich professionell verhalten bzw. die Sendung hätte ihre Profi-Trainerin als professionelle Person zeigen müssen. So wird Sandra Schneider tatsächlich zur Wendy, zum kleinen Mädchen. Bei allen offensichtlich inszenierten Momenten dieser Sendung, kann man nicht davon sprechen, dass damit „Realität“ abgebildet wird. Es wird ein Bild von Sandra Schneider konstruiert, das weibliche Klischees im Übermaß bedient und das sie in absolut kein gutes Licht rückt. Bloß keine Kritik an den Besitzer*innen – obwohl, manchmal doch! Im Folgenden werfe ich noch einen kurzen Blick darauf, wie die beiden Beispielfälle (und ein weiterer am Rande) in Bezug auf Ursachenforschung oder besser Schuldzuweisung erzählt werden. Erinnern wir uns an Hidalgo. Ich fand den vom ersten Moment an toll. Das ist ein richtig nettes, lustiges und schlaues Pony. Ich kenne mich mit Pat Parellis Horsenalitys nicht wirklich aus, ich würde aber behaupten, der ist ein extrovertiertes, sorgloses und cleveres Pferd, also ein Left-Brain Extrovert. Ich steh auf solche Pferde. Und naja, vielleicht ist der auch echt ein Lump, der sich schnell was einfallen lässt, wenn ihm langweilig wird. Aber sicherlich kein böses Tier. Und so schlau dieses Pferd auch ist, was seine Besitzerin da einfordert, er möge sich doch bitte äußern, wie man mit ihm umgehen soll, kann auch der nicht leisten. Oder besser: Hat er ja gemacht – allein, sie hat’s nicht verstanden. Mir fehlte bei diesem Fall einfach die klare Korrektur der Erzählung vom bösen Pony. Warum können nicht Kommentator und / oder Bernd Hackl mal sagen: „Hey, das ist kein gemeines, hinterhältiges Verhalten. Das ist ein schlaues Pferd mit einer großen Portion Charakter, der braucht klarere Grenzen und abwechslungsreiches Training. Grundsätzlich ist der aber nett und kooperativ und eigentlich auch potentiell ein guter Kumpel. Dass da was schiefgelaufen ist, liegt an der unsicheren und vielleicht auch etwas unerfahrenen Besitzerin.“. Stattdessen wird nicht einmal nach der Verantwortung der „jungen Reiterin“ gefragt. Die ist einfach eines Tages zum Stall gekommen und hatte ein brutal gefährliches Pferd und das war’s dann für die nächsten zweieinhalb Jahre und dann kam der Cowboy aus Bayern und hat die Sache gelöst. Viel schlimmer ist es noch bei Sandras Fall. Ich weiß, ich wiederhole mich. Aber das darf doch nicht sein, dass eine Trainerin, die sich selbst als die Stimme der Pferde bezeichnet, in einer Sendung, die sich zumindest anheischig macht, irgendwie tierfreundlich zu sein, nicht mal sagt: „Leute, wenn sowas ist, holt den Tierarzt.“. Klar, ich frage mich auch schon immer, wie es sein kann, dass auf so einem verhältnismäßig großen Hof niemand mal sagt: „Also, ich würd‘ ja mal den Doc. drüber schauen lassen.“ Ich kenn das nicht anders. Manchmal ist man ja selbst betriebsblind und dann sind solche Stallkolleg*innen Gold wert und man sollte auf sie hören. Aber statt eine heulende Sandra hätte VOX mal eine kämpferische Sandra zeigen sollen, die sich wirklich dafür ausspricht, dass erst alle körperlichen Ursachen abgeklärt werden. Man weiß halt nicht, ob sie den Besitzerinnen nochmal ins Gewissen geredet hat oder nicht. Es wird in jedem Fall nicht gezeigt. Damit sendet diese Folge in beiden Fällen eine ganz falsche Botschaft: Selbstkritik, Selbstreflexion und Ursachenforschung sind nicht notwendig. Das Verhalten der Besitzerinnen ist ganz normal und überhaupt nicht fragwürdig. Es sind die Pferde, die nicht funktionieren. Im krassen Gegensatz dazu steht Sandras Verhalten im Fall „Nero“, der einige Wochen später ausgestrahlt wurde. (Unterhalb der Playlist zum Haflinger Nero geht es weiter mit der Analyse) In dieser Folge wird die Besitzerin von Anfang an als unfähig dargestellt. Sandra fährt ihr über den Mund und zweifelt direkt alles an, was sie sagt. Der Haflinger-Wallach ist „nabbelig“ bzw. „oral-fixiert“. Das kann nur daran liegen, dass er immer so viele Leckerchen bekommt. Kurze Anekdote: Ich kenne mindestens ein Pferd, von dem ich ganz sicher weiß, dass es nie aber auch wirklich nie etwas aus der Hand bekommt und auch noch nie bekommen hat und, das trotzdem alles „annabbelt“. Manche Pferde sind so. Übrigens scheint auch Hidalgo so ein Typ zu sein – da wird das aber von Bernd als spielerisches Verhalten gedeutet und zugelassen. Man muss sich nicht vom Pony auffressen lassen, klar. Aber eine deutliche Zurechtweisung wäre auch okay gewesen. Das ist, meiner Erfahrung nach, bei solchen Pferden zwar nicht immer nachhaltig, aber zulassen tu ich das auch nicht. Außerdem wird bezweifelt, dass die Zähne gemacht wurden. Die, im Verlauf der Sendung hinzugezogene, Pferdezahnärztin hat dann tatsächlich noch etwas gefunden, aber gut, das kann passieren, dass der Zahnarzt der Besitzerin nicht gut gearbeitet hat. Alle überlegen jetzt mal fünf Minuten, wie viele Geschichten ihnen spontan einfallen, in denen jemand sich auf Tierärzt*innen, Hufschmied*innen, Sattler*innen oder Trainer*innen verlassen hat und enttäuscht wurden. Von der falsch diagnostizierten Lahmheit über das mysteriöse Verschwinden von Trachten am Huf bis zur Odyssee einen für Pferd und Reiter*in passenden Sattel und dann auch noch effektiven Unterricht zu finden ist doch alles dabei. Das passiert. Da muss man nicht unterstellen Neros – tja, vielleicht nicht mehr ganz so junge – Besitzerin würde sich nicht kümmern. Im Gegensatz dazu wurde bei Emmy Lou ja nie thematisiert, ob die tierärztlich durchgecheckt wurde. In dieser Folge erfüllt Sandra ein weiteres weibliches Klischee: Sie ist zickig. Sie rollt mit den Augen, wirkt schnippisch und überheblich. Da ist nichts mehr zu sehen von der weichen, sensiblen Frau, die ach so mitfühlend ist. Immerhin ist auch Neros Besitzerin sichtlich verzweifelt. Das wird aber ignoriert. Diese offensive Inszenierung der Besitzerin als unfähig und nicht vertrauenswürdig sticht aus meiner Sicht deutlich gegenüber den anderen Folgen hervor. Zwar werden die Besitzer*innen häufig passiv und wenig kompetent gezeigt, aber selten so direkt angegangen. Das empfinde ich als unfair. Im Fall Emmy Lou, in dem man zurecht hätte kritisch sein können, wird geschwiegen bzw. nur geheult. Währenddessen muss sich Neros Besitzerin unverhältnismäßig viel von Sandra Schneider und dem Kommentator gefallen lassen. Die Gründe dafür sind mir schleierhaft. Außerdem halte ich es für extrem übergriffig beim (vielleicht auch nur inszenierten) ersten Zusammentreffen direkt mit solchen Geschützen aufzufahren und eine – trotz allem und immer noch – Kundin so zu behandeln. Das macht man nicht und das wäre für mich an Stelle der Besitzerin auch schon ein Grund diese Trainerin nicht mehr kommen zu lassen. Über die Art und Weise wie hier weiter trainiert wird, will ich nicht mehr urteilen – das würde zu weit führen. Was lernen wir denn jetzt daraus? Ich habe versucht grundsätzlich und an konkreten Beispielen sehr detailliert zu zeigen, wie in dieser Sendung vom Pferd erzählt wird. Die Sendung will natürlich in erster Linie unterhalten. Manchmal gelingt das ja auch ganz gut. Sie hat überhaupt nicht den Anspruch, Pferdetraining zu zeigen – das sind keine Lehrvideos. Aber es wird vollkommen ignoriert, dass die Art wie erzählt wird, die Botschaften, die mitgeliefert werden und die häufig unkommentierten Aussagen von Besitzer*innen und Trainer*in ein Bild von Pferden und der Reiterei konstruieren. Mit diesem Bild wird eine Haltung dem Tier gegenüber als normal erklärt, die ich absolut furchtbar finde. Die Tiere müssen funktionieren - völlig unabhängig davon, wie mit ihnen umgegangen wird. Man muss nicht an sich, sondern am Pferd arbeiten. Es gibt auch nicht so etwas wie eine Sorgfaltspflicht dem Lebewesen gegenüber, für das man die Verantwortung übernommen hat. Zugespitzt könnte man sagen, dass sich das Format dann doch nicht so sehr von gängigen Help-Formaten unterscheidet: Du hast dein Wohnzimmer vergammeln lassen, hast dich nie darum gekümmert mal eine Wand zu streichen, oder das uralte Regal zu ersetzen? Nicht so schlimm, sind ja nur Sachen. Wir reparieren das schon und machen es dir wieder schick. Und dann gibt es mal einen Fall, zum Beispiel „Nero“, da wird dann ein Exempel statuiert, da wird dann auf der Besitzerin rumgehackt. Das muss reichen als kritische Haltung, als Tierschutzgedanke, für eine Sendung auf einem Privatsender. Noch ein paar Worte zum Schluss: Ich habe mich kritisch über die beiden Profis geäußert (um jetzt mal den Kommentator zu machen) – könnte man meinen! Die beiden realen physischen Personen kenne ich nicht. Ich habe sie nie arbeiten sehen und weiß auch nicht, wie sie mit Pferden umgehen und ob sie vielleicht im echten Leben sagen: „Pass auf, das ist nicht das Pferd, das bist du. Wir arbeiten jetzt mal an dir.“ Kritisch geäußert habe ich mich über die inszenierten Figuren in der Sendung. Ich habe mich bemüht, die Momente, in denen VOX inszenierend eingreift, darzustellen. Durch die Erzählweise entstehen Charaktere wie in einem Film oder einem Theaterstück, die aus meiner Perspektive nicht mit den realen Personen identisch sind. Das ist bei vielen Personen des öffentlichen Lebens so. Wir denken auch nicht, dass die Queen immer milde lächelt und immer kontrolliert ist, auch wenn wir sie nie anders sehen. Was ich kritisiere, ist eben die Art, wie die Sendung die beiden zeigt, sie kommentiert und sie bewertet. Es gibt sicherlich Dinge, die gar nicht gehen und auch nicht an der Inszenierung hängen. Man arbeitet nicht mit offensichtlich lahmen Pferden, man zieht auch keine Longenkarabiner durchs Pferdemaul etc. Für sowas müssen sich dann tatsächlich die realen Personen verantworten. Das war nur nicht mein Punkt. Gerade im Fall von Sandra Schneider geht die Sendung auch nicht nett mit ihr um, wie ich versucht habe zu zeigen. Wie viel Einfluss die beiden auf den Schnitt und die Kommentare haben, weiß ich nicht (edit: siehe mein Nachsatz). Ob sie sich wohl auch häufig falsch dargestellt fühlen und diese Kröte für die Publicity schlucken, kann ich auch nicht beurteilen. Ich beurteile nur, was mir die Sendung zeigt und das entspricht leider allzu oft nicht meiner Vorstellung davon, wie man mit Pferden umgehen sollte. Ich mag die Geschichte nicht, die da vom Pferd erzählt wird. Und wenn ich mir die Kommentare zum Beispiel in der „Pferdeprofis an der Bande“-Gruppe anschaue, dann scheine ich damit nicht allein zu sein. Edit von Nicola: Diese Facebook-Gruppe wurde einmal von mir für die Satire-Schreiberin Georgia Schulze-Lefert geschrieben, die sich Gerüchten zufolge zurück gezogen hat, weil sie massiv angegangen wurde. Als diese anlässlich der Futurefolge ihre erste Satire schrieb, betrachtete auch die Reiterrevue die Sendung mit kritischem Auge und hat nicht nur Martin Plewa einen Blick auf die Sendung werfen lassen, sondern auch die VOX-Pferdeprofis selbst interviewt - mit einem überraschenden Ergebnis, denn laut Bernd Hackl haben die Profis Mitspracherecht beim Schnitt, aber Sandra Schneider bestreitet dies vehement. Ich kann gar nicht glauben, dass der Bernd gefragt wird beim Schnitt und die Sandra nicht: Geschlechterklischees auch im realen Leben oder hat sich einer von beiden einfach nur verplappert und die weltbeste Ausrede kaputt gemacht: Es liegt alles nur am Schnitt. Mehr krititische Beiträge zu den VOX-Pferdeprofis gibt es nicht nur in TEIL 1 & TEIL 2, sondern auch hier: MEIN SENF ZU DEN VOX-PFERDEPROFIS: FÜR THEMENMONAT KLICKEN Von Lisa gibt es leider keine Bücher, aber im Enthüllungsroman "Die Pferdemafia - zwischen Pferdeprofis & Mustang Makeover" gibt es einige Gastbeiträge - viel Spaß beim Lesen:
Ein kulturwissenschaftlicher Blick auf die Vox-Pferdeprofis Teil 2 (Teil 1: HIER) Warum gibt’s die eigentlich, diese Vox-Pferdeprofis? Wieso geht ein Fernsehsender wie VOX hin und legt solch ein Help-Format auf? In Teil 1 ging es allgemein um die Sendung und die Elemente, mit denen ein gewisser Eindruck vermittelt werden soll. Teil 2 und 3 befassen sich nun mit einer bestimmten Folge – die mit dem Connemara-Mix Hidalgo und der Stute Emmy Lou (Erstausstrahlung am 21.04.2018). Vom Pferd erzählen – ein genauer Blick auf die Folge mit Hidalgo und Emmy-Lou In Teil 1 erinnert das Bild die Gastautorin Lisa Eggert an ein Geschwisterpaar, das gemeinsam Pferde trainiert. Dort wird die Bildsprache analysiert. Ganze 45 Minuten gibt VOX beiden Fällen, um erzählt zu werden – Nettozeit, ja ich habe mal alle Dopplungen etc. rausgestoppt. Das sind gerade einmal 22,5 Minuten pro Fall. Das mag als Werberahmenprogramm für einen Privatsender viel sein. Wer mal am Stall diese Geschichte erzählt hat, wie das erste eigene Pferd / die letzte Reitbeteiligung / das Pony einer Freundin mal eine Unart entwickelt hat und wie man die dann wieder raustrainiert hat, wird sich vielleicht daran erinnern, dass das Ganze irgendwie auch schon so fast zwanzig Minuten gedauert hat. (Vielleicht liegt es daran, dass an Reitställen generell schwarze Löcher sind, die Stunden schlucken, während man nur kurz mal eben dem Pony guten Tag sagen will oder heute echt mal nur das Allernötigste macht). In jedem Fall ist das nicht massiv viel Zeit, die da zur Verfügung steht. Erzählt werden müssten eigentlich: die Vorgeschichte, der Status quo, die Problemdiagnose, der Lösungsansatz, die Arbeit zur Lösung des Problems, dann die Lösung selbst bzw. die Situation nach dem Training und schließlich wie es dann am Ende mit Pferd und Besitzer*innen weitergeht. Den letzten Punkt verschweigt uns die Sendung grundsätzlich – vielleicht aus gutem Grund, ein Schelm, wer ... und so weiter. Auch die Problemdiagnose kommt häufig zu kurz, ebenso wie ein klar erkennbarer Lösungsansatz. Andere Help-Formate sind da deutlich praxisorientierter: Du hast von Oma (Vorgeschichte) eine hässliche Küche mit Fronten aus den 90ern geerbt (Status quo) und leider kein Geld für eine neue (Problemdiagnose). Wir gehen jetzt hin und überstreichen einige Fronten und ein paar bekleben wir mit Deko-Folie (Lösungsansatz). Ich zeige dir, wie du das machst, ohne dass es am Ende schlimmer aussieht als vorher (Arbeit). Und dann packen wir noch ein paar Deko-Elemente aus schwedischen Möbelhäusern rein (Lösung), machen ein paar Vorher- / Nachher-Bilder und du bist super glücklich mit deiner neuen Küche (Situation nach der Lösung des Problems). Die Pferdeprofis halten sich eher an ein Spielfilmskript, das davon lebt, möglichst mystisch zu sein. Während ich in Renovierungsshows gelernt habe, etwas auf Gehrung zu sägen, wie man ordentlich abbeizt und, dass man zum Aufbringen von Klebefolien immer mit einer Rakel von innen nach außen die Luftbläßchen rausstreicht, gab es bei den Pferdeprofis wirklich bislang keinen brauchbaren Praxistipp – und das obwohl ich etwa tausend Mal häufiger einen Führstrick in der Hand halte als eine Gehrungssäge und eine Rakel zusammen. Schauen wir uns jetzt mal ganz genau die besagte Folge an – auch mit Blick darauf, wie hier Frauen und Männer dargestellt werden, das ist nämlich auch interessant. Es geht los mit dem Teaser: Dramatische Musik, Stimme aus dem Off „Und jetzt ... !“ noch dramatischere Pause. Und dann sieht man einen rotzigen Connemara-Mix durch die Halle kartoffeln. Der Kommentator und die junge Besitzerin – es scheint in dieser Folge extrem wichtig zu sein, darauf hinzuweisen, dass beide Besitzerinnen jung sind – reden irgendwas von Herzenspferd und als Mensch mit etwas Pferdeverstand sieht man einfach nur ein Pony, das gelernt hat, dass abhauen und buckeln ein zielführendes Verhalten ist. Dass das Pferd auch Bernd Hackl ein wenig Wasserski fahren lässt, überrascht wohl auch niemanden, der mal versucht hat, ein Shetlandpony durch bloßes Ziehen vom Grasen abzuhalten – die sind uns einfach alle über. Schnitt zum Fall von Sandra Schneider. Wieder eine junge Besitzerin, diesmal reitend, und das auf einem so offensichtlich nicht gesunden und von Schmerzen geplagten Pferd, dass es schon beim Zuschauen weh tut. Der Kommentator macht uns schon ganz gespannt, indem er sagt „Die Stute Emmy Lou hört nicht auf ihre junge Reiterin – könnte man meinen.“ Dann kommt Frau Schneiders Diagnose „Ich nenne es mal Gallopbuckeln“, gefolgt von einem kleinen Kichern. Die nächste Einstellung zeigt die sehr ernste Physiotherapeutin, die ausspricht, was Pferdemenschen auch direkt sehen: „Da stimmt was nicht.“ Ebenfalls in TEIL 1: Vorspannbild erinnert an Parelli Es wird von einer erschütternden Diagnose gesprochen und davon, dass die Stute kein Einzelfall sei und man sieht Frau Schneider unter Tränen davon berichten, dass es so viele Pferde wie Emmy Lou gibt, die ihr so leid tun. Erschütternd ist eigentlich, dass die Sendung, wenn man es mal ernst nimmt, einen ihrer Stars – nämlich Sandra Schneider – bereits im Teaser selbst zerlegt. Denn genau das, was sie am Ende so rührselig anprangert – sie, die sich andernorts als Stimme der Pferde bezeichnet – macht sie mit ihrem gekicherten Kommentar zu Beginn selbst. Sie nimmt die Schmerzen und das Leid des Pferdes nicht ernst. Wer sehr kritisch ist, braucht ab hier nicht weiter zu gucken. Dann kommt der im ersten Teil besprochene Vorspann. Ich habe – damit das jetzt nicht zu viel Text auf einmal wird – die beiden Fälle getrennt. Wir starten mit Hidalgo, der auch in der Sendung zuerst dran darf. Die Fälle sind ja eigentlich in einander geschnitten, werden durch Wiederholungen einzelner Szenen und Ausschnitte aus dem Vorspann künstlich verlängert. So soll vielleicht der Eindruck erweckt werden, man würde die „Problempferde“ und ihre Entwicklung wirklich viel und intensiv begleiten. Hidalgo ist nicht nett – oder einfach richtig clever! Als erstes spricht Bernd Hackl in die Kamera. Hier wird auch wieder schnell geschossen, indem Hackl schon – unbesehen wohlgemerkt – die Diagnose stellt: "Hidalgo spinnt nämlich komplett.“ Damit ist auch die gesamte Interpretation dessen, was wir im Folgenden zu sehen bekommen vorweggenommen. Wenn man wenig Ahnung hat, kann man fast gar nicht mehr anders als ein komplett spinnendes Pferd sehen. Das kennt man ja von sich selbst, wenn man über eine Person schon eine Menge Schlechtes gehört hat und sie dann trifft. Manchmal empfindet man dann schon die Art, wie die jeweilige Person „Hallo“ sagt als nervig, ätzend, anbiedernd. Kurz, weder diese Person noch Hidalgo haben die Chance, dass man sie unvoreingenommen kennen lernt. Dann werden wieder Bilder aus der Reithalle gezeigt, durch die das Pferd zugegeben recht ungestüm, aber vor allem übermütig, brettert. Der als „nicht-händelbar“ bezeichnete Wallach bekommt vor allem nichts entgegengesetzt, als er mal an der Longe zieht. Es folgt sofort ein „Ich kann nicht mehr“, und schon wird losgelassen. Man fragt sich, wozu überhaupt die Longe? Man könnte die Geschichte auch so erzählen: Der clevere Hidalgo hat gelernt, was er machen muss, damit seine unsichere und unerfahrene Besitzerin möglichst schnell aufgibt. Die berichtet im Folgenden Bernd und den Zuschauer*innen davon, dass sie das Pferd mit sechs Monaten von einer Stutenmilchfarm gekauft haben, er super funktioniert hat, auch beim Reiten ein halbes Jahr lang und dann „von einem Tag auf den anderen ging gar nichts mehr“. Das kommt mir schon merkwürdig vor. Die wenigsten Pferde kippen grundlos von einem Tag auf den anderen komplett um. Es fragt vor allem niemand – auch der Pferdeprofi nicht – wie es sein kann, dass man mit einem Pferd, das man fast dessen ganzes Leben lang hat, so massive Probleme bekommt und die zwei Jahre lang verschleppt. Als Hidalgo von der Besitzerin in die Halle gebracht wird, kommt es zum ersten Fall von „Der Kommentator sieht was, was ich nicht seh‘.“ Nämlich, dass das Pferd gesittet hinter seinem Frauchen her in die Halle geht. Der pöbelt die schon fast mit seiner Energie zur Seite, macht sich groß, macht sich stark und hat seine Aufmerksamkeit überall nur nicht bei ihr – da wundert es wenig, wie es nachher weitergeht. Auch das angesprochene frühe Kastrieren, mit sechs Monaten, bleibt unkommentiert. Hier könnte man zumindest mal sagen, dass das extrem früh und die Ausnahme ist – oder es vielleicht auch erklären (Unfall, Klopphengst etc.). Tom Booker (Robert Redford) ist Held im Spielfilm "Der Pferdeflüsterer" -auch hier fand die Autorin Parallelen in der Bildsprache (Teil 1 & unten) Und dann kommt die Szene, die Bernd Hackl absolut als Pferdeflüsterer in einem Tom Booker-Sinn ausweist. Hidalgo haut ab, oder besser wird losgelassen und bockt sich fröhlich durch die Halle. Zu keinem Zeitpunkt wirklich aggressiv gegen die Menschen. Hackl pfeift – manchmal ja auch eine gute Idee, weil man mit dem ungewohnten Geräusch die Aufmerksamkeit des Pferdes bekommt. Das interessiert das Pony zwar nur so mittel, aber nach seinem kurzen Ausbruch, kommt er brav auf den lustig wippenden Mann zu. Der Kommentator behauptet, dass es daran liegt, dass Bernd Hackl die Pferdesprache spricht, was wie eine coole, magische Fähigkeit wirkt. Ich würde behaupten, dass dieses Pferd einfach neugierig ist. Hackl stoppt ihn etwas mit der Körperachse und in dem Moment wird er für Hidalgo spannend und er kommt mal gucken. Das kann man vielleicht auch schon als Sprechen der Pferdesprache bezeichnen, wenn man das Pferd stoppen kann und erkennt, dass dem vor allem auch ein bisschen langweilig ist. Man kann aber auch erklären, was da passiert und man kann auch mal deutlich machen, dass das kein gefährliches Pferd ist. Stattdessen wird Hidalgo als Stinkstiefel bezeichnet, der Besitzerin über den Mund gefahren und sie in die Ecke geschickt. Hey, alles Verständnis für Letzteres. An dieser Stelle meine Hochachtung an alle Trainer*innen und Reitlehrer*innen, die sich mit Leuten rumschlagen, die überfordert sind und sich das nicht eingestehen können, sich maßlos selbst überschätzen und in vielen Fällen einem guten Training ihrer Pferde eher im Weg stehen. Ich könnte das nie. Ich hätte nie die Geduld. Und diese spezielle Besitzerin hat sich bestimmt weh getan im Umgang mit dem recht frechen Pony, das definitiv mal ein paar Ansagen braucht. Sie hat auch sicherlich kein Bock mehr als Flummi auf seinem Rücken zu hüpfen oder als Fähnchen an der Longe zu hängen. Aber sie tut auch nicht viel, um etwas an diesem Zustand zu ändern und sie hat wohl auch die Situation nicht so ganz gut eingeschätzt, dass sie in der Lage sei, ein Pferd selbst auszubilden. Es ist nämlich absolut nie die Schuld eines sechs Monate alten Fohlens, dass es bei Leuten landet, die nicht mehr mit ihm umgehen können, wenn es vierjährig voll im Saft steht. Aber zurück zu Bernd Hackl, der jetzt erstmal ein bisschen an dem Pferd rumdrückt. Auch die Idee ist ja gar nicht so blöd, aber was mache ich dann daraus? Das Tier hat wohl Schmerzen im Kieferbereich und im Genick. Ist es jetzt eine sehr gute Idee an diesem Kopf mit einer Longe, also einem recht langen Hebel rumzuziehen? Ich würde ja sagen, nein. Als das Pony nun von Hackl longiert wird, schluckt der erstmal in guter alter Cowboy-Manier Staub – also fast. Mann gegen Tier. Das ist es, was hier erzählt wird. Und im Gegensatz zu dem Mädchen, das sofort losgelassen hat, beißt sich der Cowboy da durch. Der hat laut Kommentator aber auch kein Patentrezept für dieses schwierige Tier. Naja, doch. Oder zumindest hat er einen Trainingsplan, den er ja im Laufe der Sendung irgendwie verfolgt. Aber er will das Pferd dazu bei sich haben. Auch das ist vielleicht nicht ganz doof, wenn man bedenkt wie groß die Überforderung auf Seiten der Besitzerin ist. Die, die mit den Pferden sprechen – oder über sie Interessant ist es auch einmal zu schauen, wie die beiden Profis mit und über ihre vierbeinigen Schützlinge sprechen. Bernd Hackl „kumpelt“ erst einmal alle ein bisschen an. „Dickerchen“, „mein Bur“, „Burschi“, „mein Freund“ und so. Sandra gurrt „Mein Schaaaatz“, „Oh Maus“ etc. häufig in Kombination mit ihrem unverwechselbaren „Prüüüüüma!“ (Okay, die T-Shirts sprechen schon für ein gewisses Maß an Selbstironie – und natürlich Geschäftstüchtigkeit). Jaja, der coole Bernd mit seinen Kumpels und die feinfühlige Sandra mit ihren armen, traumatisierten Schützlingen. Auch das macht ja eine Menge mit unserer Wahrnehmung. Stellt euch vor, ihr seht ein Pony, das mit geblähten Nüstern und hoch erhobenem Kopf eine Mülltonne anstarrt, hinter der es einen Gepard vermutet. (Ich denke, jede*r hat ein Bild vor Augen!) Jetzt geht jemand hin und sagt: „Ach komm, mein Burschi! Auf geht’s. Wir gehen da jetzt vorbei! Brauchst dich nicht so anstellen, Dickerchen.“. Wir sind geneigt, die Reaktion des Ponys als übertrieben zu bewerten, es für unangebracht hysterisch zu halten und zu denken, dass ein Cowboy mit festem Schritt dem Tier jetzt guttut. Gleiche Situation, aber diesmal steht – oder besser kauert – eine Frau daneben und sagt: „Oh, armer Schaaaatz. Hast du so Angst vor der Mülltonne? Hat die Mülltonne dir mal was getan? Komm ein bisschen draufzugehen, ja? Ein Schrittchen nur. Schaffst du das? Dankeschön! Prüüüüümaaa!“ Zumindest Leute mit weniger Erfahrung denken jetzt vielleicht: Mann, das Pferd hat echt Angst vor der Tonne, es ist bestimmt traumatisiert und nur Sandra konnte ihm die Sicherheit geben, damit es daran vorbeigeht. Diese Art der Ansprache lenkt unsere Wahrnehmung einerseits und andererseits bedient sie ganz schlimme Geschlechterklischees: Die sorgende, empathische Frau und der handelnde, vernünftige Mann. Das zieht sich vor allem durch diese Folge durch, wie ein roter Faden. Wie man ein Pferd durchcheckt, wie man es „resettet“ aber leider nicht: Warum es keinen Vet-Check vor der Sendung gibt. Zunächst aber einmal zurück zum Fall von Bernd Hackl, der als erstes den Tierarzt geholt hat. Tja, Männer sind halt vernünftig. Der Doc bemängelt erstmal die leichte Fettleibigkeit des Wallachs und checkt dann mal Wirbel, Zähne etc. durch. Wir erfahren, dass ein beherzter Osteopath ein blockiertes Kiefergelenk schnell wieder reinschiebt, und dann kann’s auch direkt losgehen mit dem Training. Gut, ich kenn' das so: ein paar Tage locker longieren, spazieren gehen etc., aber egal. Die Herren haben’s repariert, jetzt läuft der Gaul wieder, zumindest körperlich, nur erzogen werden muss er noch. Grundsätzlich gibt es an den folgenden Szenen erstmal insofern nicht so viel zu meckern, als hier genau das passiert, was ich erwarte: Hackl erklärt, was er tut, das wird gezeigt und er erklärt auch, warum er das tut – nämlich um Hidalgo zu „re-setten“, weil irgendwo auf dem Weg der Ausbildung was schief gelaufen ist. Tatsächlich wäre es wohl unsinnig, jetzt zu versuchen, den irgendwo abzuholen, da man nicht den Eindruck gewinnen konnte, dass das Pony konsequent trainiert wurde. Die Idee ist, ihm über Druck und Nachgeben, das unerwünschte Verhalten auszutreiben und ihn auf Spur zu bringen. Ist jetzt nicht komplett blöd. Über die Ausführung lässt sich dann streiten. Aber, und das finde ich wichtig, das ist ja auch okay. Und in dem Fall kann man auch streiten: Der Trainer hat eine Einschätzung gegeben, die kann ich teilen oder nicht. Er schlägt eine Lösung vor und zeigt seine Arbeit. Das kann ich plausibel und zielführend finden, oder auch nicht. Das kann ich nicht, wenn mir quasi magische Fähigkeiten der Profis vorgegaukelt werden und mir niemand erklärt, was das soll. Im 3. Teil gibt es eine Bildreihe vom Wassertraining, was ebenfalls an den "Pferdeflüsterer"-Spielfilm erinnert, denn im Wasser trainiert Hackl auch Nervig ist natürlich, dass permanent vom Cowboy gesprochen wird und auch die Zeitlupenszenen mit der musikalischen Untermalung sind mir ein Tacken zu ästhetisch. Da kippt es wieder ins Spielfilmhafte eben ins Fiktionale. Nicht überraschend, gibt es doch auch im „Pferdeflüsterer“ diverse Join-Up ähnliche Szenen in Zeitlupe. Auch die Szene, in der Hackl der Besitzerin erklärt, wie er mit ihrem Pferd gearbeitet hat, ist grundsätzlich okay. Allein der Kommentator versaut’s, indem er mutmaßt, dass die Erinnerungen an ihr durchgedrehtes Pferd (mit dem ja nun auch erst einmal gearbeitet wurde) der Grund sind, weshalb die Besitzerin es nicht direkt hinkriegt. Es ist ja gar nicht schlimm, dass irgendwas nicht direkt klappt, vor allem wenn es etwas Neues ist. Aber so wird nur wieder darauf verwiesen, wie gefährlich und gemein das Pferd ist. Bernd nimmt Hidalgo in Schutz, ist ganz begeistert, von dem „schlauen Bur‘“ und freut sich, dass er schon jetzt wieder die Fehler seiner Besitzerin ausbügelt. Und die? Naja, die bezeichnet es als unfair von ihrem Pferd, dass es sich nicht präziser ausgedrückt hat, was genau sein Problem ist. Aber sie hofft, dass Hidalgo wieder ein Freund zum Reiten werden kann. Oha, ich hoffe, das war nur ungeschickt ausgedrückt. Ansonsten noch mal von hier aus: „Nein, dein Pferd ist nicht unfair. Pferde sind nie unfair. Der hat einfach nur gelernt, welches Verhalten zielführend ist. So sind die nun mal. Du hast das Pferd, seit er ein halbes Jahr alt ist, das heißt, dass er beinahe sein komplettes Verhalten Menschen gegenüber von dir gelernt hat.“ Hidalgo und seine Besitzerin sind vielleicht ein gutes Beispiel für den gepatzten Immenhof-Traum. Sie wollte einen Freund und das hat nicht geklappt. Und das kann nur sein, weil das Pony gemein ist. Zum Glück ist jetzt der Bernd da. Auf dem Weg zu einem Happy-End wird vor allem an den Pferden gewerkelt. Der möchte jetzt beim nächsten Besuch, dass Hidalgos Besitzerin ihren „Burschi“ über Fässer springen lässt. Man kann sich jetzt fragen, was das soll. Mein Tipp: Das soll die Besitzerin trainieren, dass sie genauer in ihrer Hilfengebung wird und sieht, dass, wenn sie sich richtig anstellt, der kleine Wallach eigentlich ganz nett ist. Während Bernd beständig das Pony lobt, bleiben Kommentator und Besitzerin stur bei der Geschichte vom wilden Hidalgo, der sich nicht halten lässt. In jedem Fall fehlt hier die Einsicht, dass ein grundsätzlich braves Pony verzogen wurde. Das wäre allerdings auch dem Mythos von Bernd, dem Cowboy, der auf magische Weise mit dem Pferd kommuniziert, etwas abträglich. Zu Hackls Ehrenrettung muss man sagen, dass er in dieser Folge zumindest auch nicht von sich behauptet, der große Cowboy-Horsewhisperer-Guru zu sein – das macht diese Sendung aus ihm. Im nächsten Schritt wird aus Hidalgo nun ein Reitpferd. Also zumindest setzt sich „der Cowboy“ mal drauf. Allerdings passiert das eher so indianermäßig ohne Sattel und nur am Knotenhalfter. Ob das sein muss, bleibt auch hier die Frage. In erster Linie ist „der Horseman“ mal wieder verdammt cool. (Gut, Chapeau, für das draufspringen ohne Sattel, ich würde hoffnungslos vor den Bauch hüpfen und in 100 Jahren nicht hochkommen. Ob das jetzt bei dem recht kleinen Pferd und dem doch recht wuchtigen Mann so eine gute Idee ist, wage ich allerdings zu bezweifeln). Wie gesagt, über die Methode lässt sich streiten. Wenn man jedoch das, was der Hackl selbst sagt und erklärt und macht von dem trennt, was der Kommentator daraus macht, sieht das zumindest nach einer Lösungsstrategie und einem Ausbildungskonzept aus. Das kann man und muss man manchmal natürlich kritisieren, aber das kann man bei der Farbauswahl für neue Küchenschränke auch. Nach dem sehr emotionalen Finale bei Sandra Schneider, das in Teil 3 genauer betrachtet wird, wirkt das Ende von Bernds Fall wie ein merkwürdiger Wurmfortsatz. Dort steht nämlich noch der abschließende Reitversuch an. Nach zwei Jahren soll sich die Besitzerin das erste Mal wieder auf ihr Pferd setzen. Sie ist nervös. Das ist verständlich. Wäre ich auch, wenn mein letzter Reitversuch so böse geendet wäre. Es bleibt aber dabei, dass die komplette Schuld dafür dem Pferd gegeben wird. Ob der dicke „Burschi“ wohl endlich wieder funktioniert? Erst reitet Bernd und das sieht einigermaßen gesittet aus. Unter seiner Besitzerin ist das ach so böse Pony so vorsichtig, dass es einen wirklich rührt. Sie sitzt – wie gesagt, durchaus verständlicher Weise – recht spannig und verkrampft oben drauf, lässt ihm kaum Zügel und fällt viel nach vorne. Und der Bur‘? Der ist sockencool und extrem brav. Zum Glück bemerkt das Bernd zumindest nebenbei: „Er nutzt nichts aus.“ Genau, im Gegenteil, Hidalgo ist gefällig und kooperativ und gibt sich alle Mühe seiner „jungen Reiterin“ alles Recht zu machen. Lieb trägt er die unsichere Reiterin auch im Trab und Galopp, reagiert auch auf die durch den unruhigen Sitz etwas unverständlichen Hilfen fein und ohne Widersetzlichkeit. Tja, und dann sind auch schon alle wieder glücklich. Noch ein paar weibliche Tränchen von Hidalgos Besitzerin. Dem Pony wird noch schnell attestiert, dass es ein Lump mit „Scheiße im Kopf“ sei, aber alles nicht so wild, das wird schon. Mit gutem Unterricht für die Besitzerin glaube ich das auch. In Teil 3 wird dann die Darstellung des Falls Emmy Lou genauer betrachtet. Dabei geht’s auch um die Inszenierung von Weiblichkeit. Wie Bernd Hackl immer wieder als Cowboy und Chef im Ring dargestellt wird, so zeichnet die Sendung ein Bild von Sandra Schneider, das veraltete Frauen-Klischees aufruft. Die finde ich gerade in der Pferdewelt besonders deplatziert. Zwar wird Reiten immer noch als „Mädchen-Sport“ wahrgenommen – oder direkt mal gar nicht als Sport. Aber es ist eine der ganz wenigen Disziplinen, in denen Frauen gegen Männer antreten. Der Umgang mit Pferden ist körperlich, was auch eher männlich konnotiert ist. Reiten ist für Mädchen eine der wenigen Gelegenheiten viel unbeobachtete Zeit außerhalb des Hauses zu verbringen. Und Reiterinnen sind häufig hart im Nehmen. Man könnte – und sollte sich vielleicht – mal länger Gedanken über den emanzipatorischen Charakter der Reiterei machen, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein ander‘ Mal erzählt werden. Mehr krititische Beiträge zu den VOX-Pferdeprofis gibt es nicht nur in TEIL 1 & TEIL 3, sondern auch hier: MEIN SENF ZU DEN VOX-PFERDEPROFIS: FÜR THEMENMONAT KLICKEN Von Lisa gibt es leider keine Bücher, aber sie hat für den Enthüllungsroman "Die Pferdemafia - zwischen Pferdeprofis und Mustang Makeover" einige Gastbeiträge geschrieben - viel Spaß beim Lesen:
11.07.2018
Nicola Steiner Horsemanship
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Ein kulturwissenschaftlicher Blick auf die Sendung von Lisa Eggert Die Autorin mit Reitbeteiligungspferd "Manni" Warum gibt’s die eigentlich, diese Vox-Pferdeprofis? Also, nicht, dass ich an der Existenzberechtigung von Sandra Schneider und Bernd Hackl persönlich zweifeln möchte – daran, ob sie berechtigterweise als Expert*innen bezeichnet werden, vielleicht schon. Profis sind sie halt deshalb, weil sie nun mal ihr Geld mit Pferden verdienen (Das tut allerdings auch ein Schweinebauer, der seinen Stall für Pferde umgebaut hat oder der Futterlieferant, insofern ist der Begriff auch einfach hohl, weil auch die nicht zwangsläufig Plan von Pferden haben müssen). Nein, warum gibt es so eine Sendung? Wieso geht ein Fernsehsender wie VOX hin und legt solch ein Help-Format auf? Und für wen soll das eigentlich sein? Für Reiter*innen – falls ihr euch wundert, was diese Sternchen sollen, ich hab‘ da so ‘nen Fimmel mit gendern; ist mir halt wichtig, niemanden bloß „mit zu meinen“, sondern möglichst alle mit zu nennen. Nochmal, für Reiter*innen allein kann die Sendung nicht gemacht worden sein, dafür sind wir einfach zu wenige. Außerdem hätte man dann Werbedeals mit Eskadron und Professional Choice abgeschlossen – was vielleicht auch schön wäre, weil Sandra von Eskadron zwar auch bunt aber immerhin farblich extrem gut abgestimmt gekleidet würde. Nein – und vielleicht ist das auch schon der Knackpunkt – Reiter*innen oder überhaupt Leute, die Ahnung von Pferden haben, sind gar nicht die primäre Zielgruppe. Das heißt jetzt nun aber nicht, dass die deshalb machen können was und wie sie wollen. Es heißt aber, dass es kein Format ist, das Pferdeleuten etwas beibringen will. Es zeigt sehr wohl aber einen Ausschnitt aus „unserer Welt“ und vielleicht liegt ein gerüttelt‘ Maß an Ärger über die Sendung darin, dass wir uns falsch dargestellt fühlen – dass da eine falsche Geschichte über Pferde, Reiten und Horsemanship erzählt wird. Mich interessiert nun aber erst einmal, wie diese Geschichte erzählt wird und das schon so von Berufs wegen. Ich promoviere in der Literaturwissenschaft und habe neben dem Fimmel für Sternchen in Worten einen für’s Erzählen – und einen für Pferde. Und daher dachte ich, dass es vielleicht mal eine gute Idee sei, sich die Erzählstruktur und ein paar Motive bei den Pferdeprofis genau anzuschauen. Ich gelobe auch, möglichst wenig mit Fachbegriffen um mich zu werfen. Es geht mir auch eher darum, zu den verschiedenen Aspekten der Sendung mal ein paar Gedanken zu sammeln und vielleicht kommen von euch auch noch einige dazu – das würde mich freuen. Und los geht’s! Sorry, liebe Reiter*innen, ihr seid gar nicht gemeint. Meine erste, steile These hab ich schon genannt. Wir – wenn ich wir schreibe, meine ich diese Pferdeleute, die ja auch so unendlich unterschiedlich sind, dass ein Verallgemeinern auch wieder schwierig ist, ich mach’s trotzdem. (Schon wieder den Schreibfaden verloren ...) Also: Wir sind nicht das angestrebte Publikum. Wer das genau ist, das weiß ich nicht. Tierfreund*innen oder Leute, die samstags sowieso die ganze Zeit Vox schauen und am Vorabend nicht mehr umschalten wollen? Ist vielleicht auch egal. Spannender ist eher zu schauen, was bei diesen Leuten „befriedigt“ werden soll. Das ist neben dem Voyeurismus, den alle Reality-Formate bedienen, sicher die Lust an Geschichten über Freiheit und Abenteuer und Freundschaft (auch zu Tieren). Solche Geschichten gibt es – vor allem in populären Genres – immer schon. Der erste Roman, also das erste Buch, das man als Roman bezeichnen kann, ist Don Quichote. Eine Abenteuergeschichte mit prominentem Pferd (Link zu Wikipedia Rocinante). Für die Pferdeprofis ist aber sicher ein anderes Buch wichtiger und vermutlich die Grundlage jeder Folge: Nicolas Evans „Der Pferdeflüsterer“ – obwohl es Spaß machen könnte zu überlegen, wer von den beiden Profis der abgehalfterte Ritter Don Quichotte ist und wer sein dümmlicher Helfer Sancho. Beim „Pferdeflüsterer“ muss man erst einmal diese ganze Liebesgeschichte abziehen. Dann bleibt aber Folgendes: Ein junges Mädchen und seine ehrgeizige, aber überforderte Mutter (= passive, inkompetente Besitzer*innen), ein Pferd, das durch einen Unfall, also nicht von irgendwem verschuldet, traumatisiert und jetzt nicht mehr händelbar ist und ein Mann, der als einziger in der Lage ist, den dreien zu helfen (= unsere beiden Profis). Am Ende steht immer die Heilung bzw. die Lösung des Problems. Es ist eigentlich eine recht simple Geschichte, die einem da immer mal wieder samstags aufgetischt wird. Sie lebt von der Aura, die um die beiden aufgebaut wird und die sich vor allem aus dem Kontrast zu den Besitzer*innen ergibt. Fiktion oder Dokumentation oder nichts davon? Das Problem an der Nummer: Der Fiktionsvertrag. Das ist ein literaturwissenschaftliches Konzept, das in etwa besagt: Es gibt so etwas wie eine unausgesprochene Abmachung zwischen den fiktionalen Texten und Filmen und deren Leser*innen und Zuschauer*innen. In diesem Vertrag steht ungefähr: „Glaubt mir nicht alles, ich bin nur Fiktion. Auch wenn etwas ganz echt und realistisch wirkt, es ist und bleibt erfunden.“ Es gibt immer Signale, an denen wir erkennen, dass etwas erfunden ist. Das beginnt mit offensichtlich unrealistischem – niemand versucht ernsthaft sich feste vom Boden abzustoßen, um auf dem Besen aus der Stallgasse zu fliegen und damit der leidigen Fegearbeit zu entgehen, obwohl „Harry Potter“ das vielleicht so machen würde. Andere Fiktionsmarker (also Dinge, die sagen: Hey, das hier ist nicht echt!) sind beispielsweise die Gattungsbezeichnung „Roman“ oder beim Film die Art wie die Kamera die Bilder zeigt. Nach diesem kleinen theoretischen Umweg kommen wir auch wieder zurück zu den Pferdeprofis. Denn hier wird schon mal in der Ankündigung von „Doku“ gesprochen – also eben kein Spielfilm wie „Der Pferdeflüsterer“, „Ostwind“ oder „Treue“ (der vielleicht der schönste Film in dieser Reihe ist – Gott, was hab‘ ich als Kind geweint!). In Teil 2 & 3 beschäftigt Lisa sich auch mit der Bildsprache im Vergleich zuSzenen aus dem Film "Pferdeflüsterer" -  im Vergleich dieser beiden Bilder ... Dann werden viele Techniken benutzt, die man sonst vor allem aus dokumentarischen Formaten kennt. Zu Beginn jeder Folge sprechen Hackl und Schneider direkt in die Kamera. Sie brechen also die sogenannte „vierte Wand“. Dieses Konzept kann man sich gut vorstellen, wenn man an amerikanische Sitcoms denkt, die häufig Räume mit drei Wänden zeigen, die vierte Wand, die den Raum schließt, ist der Blick der Kamera. Indem uns Hackl und Schneider quasi „direkt“ ansprechen, machen sie mehr oder weniger klar: „Ich spreche hier als ich selbst, das ist keine Rolle.“ Sie haben sich ja auch keine Pseudonyme zugelegt, sondern im Gegenteil, sie profitieren genau als die beiden realen Personen von der Publicity, die sie durch die Sendung bekommen. ... ist mir die Ähnlichkeit des Vorspanns mit einem Vorspann des Begründersdes Natural Horsemanship mit seiner Frau aufgefallen. Wollen die VOX-Profis durch diese Bildsprache einen Anschein von Kompetenz erwecken? Ein weiteres typisches Element, das vermittelt hier ginge es um „Reales“, ist das Bewerbungsvideo, das meist gezeigt wird und häufig eher Heimvideo-Qualität hat. Heimvideos haben ja etwas sehr „Authentisches“ – daraus haben gefühlte Tausend Zusammenschnitt-Sendungen Ende der Neunziger / Anfang der Zweitausender Jahre ihren Witz geholt, in denen die Heimvideos von „echten Menschen“ bei „echten Missgeschicken“ aneinandergereiht wurden. Als fiktionales Element kommt aber bei den gezeigten Bewerbungsvideos die dramatische Musik hinzu, die aus eher wenig spektakulären Szenen etwas macht, das vor allem den unerfahrenen Zuschauer*innen das Herz stillstehen lassen soll. Die meisten Reiter*innen denken so etwas wie: „Tja, ist halt nicht erzogen, der Gaul.“ Oder weitaus häufiger: „Wie wäre es mit ‘nem Tierarzt, das Vieh hat mindestens was am Rücken, geht schon im Schritt lahm, klemmt den Schweif ein und ist gemessen an dem, was man an Schmerz so erahnen kann, noch extrem lieb zu seinen Menschen.“ Aber auch die Kameras der Produktionsfirma unterstützen den dokumentarischen Charakter der Sendung. Meist stehen wir neben den Pferdeprofis oder den Besitzer*innen. Der Blick der Kamera entspricht häufig dem, den wir hätten, würden wir an der Bande auf dem Rosenhof oder einer der zig Ranches, auf die es Bernd Hackl im Laufe der Staffeln verschlagen hat, stehen. Wir sind dabei. Auch in Interview-Sequenzen werden die Einzelnen meist in der Halbtotalen – also bis zum Bauch – gezeigt; ein Ausschnitt, den man auch hat, wenn man sich mit jemandem unterhält, der / die vor einem steht. Schließlich ist es nun so, dass alle, die in der Sendung auftreten, mit ihren Klarnamen genannt werden. Die Höfe sind keine Kulissen. Die Pferde gehören – so leid es einem manchmal tut – wirklich diesen Menschen und die Tierärzt*innen und Physiotherapeut*innen, die immerhin seit einigen Staffeln auch mal konsultiert werden, üben auch im echten Leben diese Berufe aus. Warum sollte man denn jetzt davon ausgehen, dass das hier etwas mit Fiktion zu tun hat? VOX oder Martin Rütter oder wer auch immer für diese Sendung mit verantwortlich ist, würde sich vermutlich dagegen sperren zu sagen, dass hier etwas erzählt oder konstruiert wird. Ich versuche im Folgenden mal dafür zu argumentieren, dass hier eine Geschichte erzählt wird und zwar ziemlich nah entlang der Vorlage von Nicholas Evans. Dieser Vorspann. Oder wie man für einen kurzen Moment denken kann, VOX würde ein Serienkind aus McLeods Töchter und Heartland züchten. Beginnen wir nochmal am Anfang und zwar mit dem Vorspann. Was wir da sehen, sind Bernd Hackl und Sandra Schneider bei der Arbeit mit einer ganzen Menge Weichzeichner und Leuchteffekt. Bei diesem Bild assoziert Lisa Bruder & Schwester Die beiden galoppieren durch eine wohl bayrische Landschaft, die aber auch – vielleicht dank des Weichzeichners – Kanada sein könnte. Bernd longiert, Sandra schmust, süße Fohlen auf grünen Wiesen und dieser Hauch von Freiheit und Abenteuer – das ist wohlmöglich dem Leuchteffekt zu verdanken. Wenn man jetzt nicht wüsste worum es geht, könnte man glatt denken, dass es hier nicht um ein dokumentarisches Help-Format geht, sondern um eine neue Vorabendserie. Ich stelle mir das so vor: Sandra und Bernd sind Halbgeschwister, die von ihrem vor Kurzem verstorbenen Vater die Gabe geerbt haben, gewaltfrei mit Pferden zu kommunizieren. Dieses Bild symbolisiert aus Lisas Sicht die Gabe gewaltfrei mit Pferden zu kommunzieren - ein Image das im Kontrast zur Otto-Folge steht  Allerdings hat Bernd im Streit mit dem Vater vor einigen Jahren die elterliche Ranch verlassen – vielleicht irgendwas mit der Mutter oder so. Jetzt, nach dem Tod des Vaters, kehrt er von seinen Reisen zurück und findet die völlig überforderte Sandra vor. Nach kurzen aber heftigen Streitigkeiten raufen die beiden sich zusammen und beschließen die Ranch gemeinsam weiter zu führen und Menschen und ihren Pferden zu helfen. Irgendwann taucht der Alex auf, macht das alles in richtig, und irgendwen finden wir auch noch für Bernd. Ich sehe da ungeahnte Möglichkeiten, schlimme Schicksalsschläge und viele, viele gerettete und geheilte Problempferde. Aber mal meine durchgehende Phantasie bei Seite. Wenn man sich anschaut, was hier an Bildern aufgerufen wird, sind das tatsächlich die fast mythischen Vorstellungen von Cowboys und der unendlichen Freiheit des Wilden Westens. Viele Englischreiter*innen bemängeln – zu Recht – das fast notorisch auf jedes Pferd ein Westernsattel geknallt wird, komme, was da wolle. Solange es darum geht, das hier Pferde geritten werden, die sich zumindest mal ein bisschen unkooperativ zeigen, kann ich das vielleicht auch verstehen. Ich reite selbst seit Jahren im Westernsattel und würde mich auch ungern auf ein Pferd, von dem ich weiß, dass es mal einen Hüpfer macht, setzen und dann in einem Springsattel, der sich schon so für mich wie ein Schleudersitz anfühlt, Platz nehmen. Aber in den allermeisten Fällen, sind das keine schlimmen Buckler oder Steiger bzw. sieht der Sitz von Frau Schneider auch im Westernsattel alles andere als stabil aus, sodass es bei ihr zumindest egal wäre, welcher Sattel auf dem Zossen liegt. Es scheint bei der Sattelwahl aber noch um etwas Anderes zu gehen. Bernd Hackl wird eh von diesem unsäglichen Moderator konsequent als „der Cowboy“ bezeichnet und Sandra Schneider propagiert vor der VOX – sowie vor anderen Kameras – gerne gewaltfreies und irgendwie alternatives Reiten. Mit den Bildern von einem lahmenden Totilas und anderen z.B. aus dem Maul blutenden Pferden im Dressurviereck oder Pferden, die im Springparcours zusammenbrechen (völlig egal, ob ein Aortenabriss, wie in dem Fall, an den ich denke, auch in der Box passieren kann) im Hinterkopf erscheint der Englischsattel wie der Inbegriff von Folter und Qual. Gleiches gilt wohl für das Gebiss, das auch gerne als erstes aus dem Training verbannt wird. (Edit: Wegen der Bildzitate sei darauf hingewiesen, dass diese von Lisa & mir selbst abfotografiert wurden. Diese sind nach Par. 51 UrhG zulässig. Wegen eines anderen Bildzitats hat mich Bernd Hackls Verlag erfolglos verklagt - zu finden in diesem Blogbeitrag Pferde brechen .. unterhalb des Videos vergleicht Lisa die VOX-Profis mit dem Immenhof) Warum dreht Vox nie auf dem Immenhof? Vor einigen Jahren war der Englischsattel – auch der nur mäßig sitzende – noch nicht zum Symbol für Unterdrückung geworden, da durfte auch er noch für Freiheit und Unbeschwertheit stehen – nämlich auf dem Immenhof. Diese ältere, aber auch sehr wichtige Darstellung von Pferden und Menschen ist eben deshalb so interessant, weil sie einerseits die kindlichen Vorstellungen vieler heutiger Reiter*innen geprägt hat und andererseits so absolut das Gegenteil von dem zeigt, was in den VOX-Pferdeprofis erzählt wird. Auf dem Immenhof gibt es keine Problempferde oder -Ponys. Die Probleme des Immenhofs sind vor allem die des Erwachsenwerdens – inklusive der Angst das kindliche Paradies zu verlieren. Deshalb ist es auch völlig okay, dass die Tiere hier vermenschlicht werden, oder dass man sich mal etwas ungelenk ohne Sattel auf das Pony schwingt. Hier greift zum einen der Fiktionsvertrag, der uns ein „Bitte nicht nachmachen!“ zuraunt, zum anderen wird hier halt etwas völlig anderes erzählt. Pferde sind Freunde, treue Begleiter, Spielkameraden, die für das oft besungene Stückchen Zucker alles für dich tun. Man könnte fast glauben, dass die Pferdeprofis den harten Einbruch der Realität zeigen. Die passiven Besitzer*innen, die allzu häufig die Tiere irgendwo „gerettet“ haben, werfen diesen dann mangelnde Dankbarkeit vor, sie haben das Vertrauen in ihre Kameraden verloren, weil diese sie arglistig getäuscht haben, indem sie sich ständig unberechenbar benehmen. Der Kommentator und Robert Redford Unterstützt werden diese Einschätzungen, die jeden echten Pferdemenschen mit Schnappatmung zurücklassen, von dem Kommentator. Die Stimme aus dem Off – ebenfalls ein Signal, das uns zeigen soll: Hier wird’s dokumentarisch – erzählt Geschichten, die häufig märchenhaft erscheinen. So, werden Pferde durch Sandra Schneiders bloße Anwesenheit beruhigt oder widerspenstige Gäule ergeben sich sofort der natürlichen Autorität des Cowboys. Robert Redford geht in die Hocke, das macht Bernd Hackl nicht .... Erinnert ihr euch noch an den Film „Der Pferdeflüsterer“? Da gibt es diese Szene der ersten Begegnung zwischen Tom Booker, alias Robert Redford, und dem Pferd Pilgrim. Warum weiß man eigentlich nicht, wie das Pferd hieß, das Pilgrim gespielt hat? Ich finde, es hat einen tollen Job gemacht. Auf jeden Fall lässt Booker das Pferd aus dem Stall, das ihn erstmal halb über den Haufen rennt und in sicherem Abstand misstrauisch beäugt. Ein bisschen rührende Musik. Booker wirft ein Steinchen, das Pferd schlägt nervös mit dem Kopf, lässt sich aber mit einem Heben des Lassos beruhigen und das war’s! ... aber die Bildsprache ist doch eine ähnliche, oder was meint ihr? Auf irgendeine magische Art, hat der Mann Kontakt zu diesem Tier aufgebaut, die Mutter ist begeistert, dass er sich dem wilden Pferd nähern konnte, und die Zuschauer*innen mit ihr. Achtet mal darauf, was der Kommentator der Pferdeprofis meistens so sagt und legt das mal gedanklich über die eben beschriebene Szene. Das absolut Schlimme ist jedoch, dass Robert Redford als Tom Booker eine hundertfach bessere Figur macht. Anstatt wie Sandra Schneider notorisch zu streicheln oder wie Bernd Hackl erstmal ordentlich klar zu machen, wer hier die Cowboyjeans anhat, lässt er das Pferd tatsächlich erst einmal schauen, wer denn da plötzlich steht. Auch der nächste Schritt ist entscheidend: Er macht seine Arbeit von der Mitarbeit der Besitzerinnen abhängig. Die kann vielleicht von den Pferdeprofis vorausgesetzt werden, wird aber häufig auch nicht gezeigt. Auch werden die Besitzer*innen auch nie zur Verantwortung gezogen, weder wenn es um nicht erkannte Erkrankungen geht, noch bei offensichtlichen Fehlern in der Erziehung – im letzten Teil werde ich auf diesen Punkt nochmal eingehen, weil gerade die jüngste Staffel da ganz schreckliche Signale sendet. Auch hier ist der Film-Pferdeflüsterer etwas cooler. Immerhin verlangt er die Mitarbeit, raunzt die Mutter kurz an, als ihr ständig klingendes Telefon das Pferd aufscheucht und versucht die Beziehung von Pferd und Reiterin zu verstehen und auch mit ihr zu arbeiten. Bei allem Kitsch und Klischee, so viel Zuwendung an das eigentliche Problem, das immer am anderen Ende des Führstricks zu suchen ist, sieht man bei den VOX-Pferdeprofis selten. Stattdessen hört man immer wieder Dinge, die man angeblich sehen müsste. Die Erklärungen für das pferdische Verhalten – hat keinen Bock, sieht etwas nicht ein, will sich nicht fügen etc. – mal ganz außer Acht gelassen, soll man Pferde sehen, die sich sichtlich entspannen, obwohl sie nach wie vor mit durchgedrücktem Rücken an der Longe strampeln. Oder entspannte Reiter*innen, die sich nun endlich wieder sicher auf ihren Pferden fühlen und trotzdem im Spaltsitz krampfend auf dem Tier sitzen und mehr aus Verzweiflung als vor Glück lächeln. Man sieht auch viel zu häufig immer noch lahme Pferde, die teilweise noch muskulär abgebaut haben, aber als ebenfalls glückliche, entspannte Freizeitpferde aus der Sendung verabschiedet werden. Und am allerschlimmsten – und das bringt mich zu sowas wie einer Einzelanalyse einer bestimmten Folge: Ein Pferd, das als unreitbar nun in die Frührente geschickt wird und diese dann mit lächerlichen vier Stunden auf der Weide fristen muss. Auf jeden Fall sorgt der Kommentator dafür, dass wir die Geschichte genau richtig verstehen. Das heißt: Sandra und Bernd können auf quasi-magische Weise aus gefährlichen, wilden und traumatisierten Pferden brave Ponys machen, die endlich als dankbare und verlässliche Kameraden ihren Besitzer*innen das zurückgeben, was diese doch verdient haben. Wichtig ist, dass man die Magie und die Aura der beiden immer schön aufrechterhalten muss, auch wenn hier entweder nicht alles glattgeht, sie, außer das Tier endlich mal einem Tierarzt vorzustellen nichts gemacht haben, oder etwas schlicht geübt haben (erinnert sich noch jemand an eine der ersten Folgen, in der Sandra ein Problem beim Hufe geben auf ganz abgefahrene Weise gelöst hat: Sie hat es geübt!). Niemand kann das so wie die beiden. Leider hat sich gerade Sandra Schneider in ihrem Internet-Auftritt diese krude Mischung aus das Gegenteil tun, von dem was gesagt wird, und behaupten man wäre allein im Besitz des heiligen Grals des Pferdetrainings, zu Eigen gemacht. (Hier hat Lisa mich gebeten, meine React-Video auf Youtube-Videos von Sandra Schneider einzufügen, isbd. auf "Quäle Dein Pferd nicht") In TEIL 2 und TEIL 3 schaue ich mir mal die Folge „Emmy Lou und Hidalgo“ ganz genau an. Wie wird hier vom Pferd erzählt? Was für Bilder von Pferden, Pferdemenschen und dem Umgang mit dem Partner Pferd werden hier konstruiert? Wie geht die Sendung eigentlich mit ihren Darsteller*innen – menschliche wie tierische – um? MEIN SENF ZU DEN VOX-PFERDEPROFIS: FÜR THEMENMONAT KLICKEN Von Lisa gibt es leider keine Bücher, aber für den Enthüllungsroman "Die Pferdemafia - zwischen Pferdeprofis und Mustang Makeover" hat sie einige Gastbeiträge geschrieben - viel Spaß beim Lesen:
28.06.2018
Nicola Steiner Horsemanship
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Eigentlich haben wir uns eine Actioncam gekauft, um Tutorials fürs Westernreiten zu machen - herausgekommen ist aber erst einmal nur ein zweiteiliges Westernquiz und ein Video von Impressionen vom Turnier (Playlist oben). Denn wer "A" sagt, muss ja bekanntlich auch "B" sagen und der Kauf einer Actioncam zieht für uns einen Rattenschwanz an Ausgaben hinter sich her, aber dazu unten mehr ... Beim dritten Video in der Playlist oben (Murphys Law auf dem Westernturnier) haben wir uns selten dämlich angestellt, als wir auf Youtube die schlechteste Bildqualität ever erblickten: Wir dachten, wir hätten vergessen, PAL einzustellen oder die Fotos im Video würden die Qualität verringern, dabei war das nur der 360-P-Club von Youtube: Was neu hochgeladen wird, hat in den ersten Stunden nur diese geringe Qualität ... Das war zu einfach. Die Ruine Eibach in Lindlar-Scheel (Handy-Bild) - mehr Fotos von unserem Ausreitgelände auf www.12oaks-ranch.de/ausritte/ Wer jetzt denkt, dass es im Horsemanship-Blog technisch zugeht, der irrt, denn davon verstehe ich nichts. Als typischer Fall von Frauen & Technik war ich mir einfach nicht darüber bewusst, dass Einstellungen einer Helmkamera vor allem eines bedeutet: Abkürzungen wie "w" für wide oder "n" für narrow - zumindest bei der GoPro Hero 4 black. amzn.to/2JYGKOM.  Auf die fiel die Wahl, weil ich nicht nur eine Actioncam, sondern vor allem ein externes Mikro wollte, damit ich auf dem Pferd sitzend oder bei Bodenarbeits-Tutorials quatschen kann, während meine Kinder mich mit ihren Handys filmen. Denn das habe ich ja HIER von den Ton- und Kameramännern des WDR gelernt: Wenn man nicht gerade 2.000 Euro für eine Kamera ausgeben will, dann lieber mit dem Handy filmen, aber der Ton macht ja bekanntlich die Musik ... Zwergenhöhle (Handyfoto) - mehr Fotos www.12oaks-ranch.de/ausritte/ In meinem Fall Windgeräusche und da fiel der Markenname "Sennheiser". Gegoogelt, gefunden, aber ein anderes und zwar eines, das man wasserdicht als Gehäuse um besagte Actioncam basteln kann. Das Mikro amzn.to/2JYKHD4 muss ich mir zwar noch zulegen (oder einen Sponsor finden), aber die Actioncam habe ich schon und damit begann nicht nur das Abenteuer Technik (dazu am Ende mehr), sondern auch ein Horsemanship-Abenteuer nach dem anderen. Ich habe die Helmkamera nämlich wie besessen getestet und dabei gequatscht wie ein Wasserfall: Über die Erziehung von Tieren, über die Horsemanship-Technik Annäherung und Rückzug sowie das Kalt-Warm im Horsemanship-Ostereiersuchen und, und, und ... könnt ihr alles in folgender Playlist hören und sehen. Die Fotos geben einen kleinen Vorgeschmack (die ersten vier sind aus dem Bildarchiv, nix GoPro) ... doch dann wurde es gefährlich bei den Dreharbeiten und das erzähle ich unterhalb dieser Sagenweg-Playlist. Die Ruine Neuenberg - Video inkl. Zwergenhöhle: HIER Auch wenn ich mit Lucky zeigen konnte, dass ich in Sachen Horsemanship wohl doch nicht völlig verblödet bin, habe ich mit Painthorse-Stute Fancy jeden Fehler gemacht, den man sich nur denken kann (3. Video der Playlist oben: Outtakes & Fails). Nach einer langen Verletzungspause des Pferdes bin ich zuerst mit Larissa und den Ponys gestartet und habe mich dann mitten im Wald von der "Herde" getrennt. Wohlwissend, dass man im Horsemanship alle Übungen kleinschrittig aufbaut, habe ich eigentlich so alles an Fehlern gemacht, die im Horsemanship als No-Go gelten. Denn obwohl Fancy emotional aufgebracht war, hatte ich auch noch den Hund angeleint, habe aber die Schwierigkeitsgrade sogar noch mehr erhöht: Filmen, quatschen und dann auch noch mit dem Pferd schimpfen, als sie fast auf den Hund getreten war. Schockschwere Not ... Schloß Gimborn Marienheide, Handyfoto. Die Bilder unten sind v. d. GoPro Den Hund musste ich dann frei lassen und danke seitdem jeden Tag dem lieben Gott, dass sie den Ansturm an Autos am Dassiefener Berg schadlos überlebt hat. Als dann auch noch eine Kuhherde auftauchte, war das Chaos perfekt und ich habe sprichwörtlich die Hosen herunter gelassen. Meine Nerven lagen nun endgültig blank, aber erst mal wurde es dann doch noch ein netter Ausritt - also so für 15 Minuten (2. Video in der Playlist oberhalb), aber dann war ich unkonzentriert und fahrig, was dazu führte, dass Fancy in den Zügel getreten ist, der ihr bis zur Brust rutschte, worauf sie mit quasi gefesseltem Vorderbein in der Gegend herum hüpfte. Ob ich sie befreien konnte, seht ihr im 3. Video der Sagenweg-Playlist. Die GoPro macht alles rund, wenn sie knipst statt zu filmen:  Unter der Playlist auch Bäume & experimentelle Galoppfotos Danach dachte ich, dass es vielleicht doch besser ist, beim Filmen das Pferd zu Hause zu lassen und bin zu Fuß über Gänseküken und mit dem Auto über eine Horde von durchgeknallten Leuten gestolpert, die verkleidet durchs Dorf johlten, während ich an der Ampel stand. Die waren auf dem Weg zu einem Jux-Fußballturnier und diesem wilden Umzug mit Bollerwagen, Luftballons und Bierkisten musste ich dann auch mit der GoPro einfangen - übrigens mein erstes Video in der 4k-Was-auch-Immer-Bildauflösung. Bevor es jetzt aber doch mal technisch wird - weil Test und so - schnell noch die Playlist mit diesen kurzweiligen bis herzerwärmenden Zufallsfilmchen. Das mit dem 4k sollte man aber tunlichst sein lassen, denn wie ich erfahren habe, ist damit eine nachträgliche Bildstabilisierung erschwert, weil man die Geschwindigkeit nicht reduzieren kann und man kann wohl auch nicht 60 frames per second schießen. Das ist mir zu kompliziert: Ich bestelle mir jetzt einfach ein Gimbal und mache aus der Actioncam fluggs eine Steadycam - sich die GoPro Hero 5 oder 6 mit eingebauter Bildstabilsierung zu kaufen, wäre zu einfach gewesen. Aber hinterher ist man ja immer schlauer: All diese Fakten, die ich jetzt so weiß, habe ich Youtube-Videos entnommen, denn die Beschreibung, die der Actioncam beiliegt, ist mehr als dürftig. Wenn man sie HIER per Internet sucht, erhält wohl schon ausführliche Infos, nur nicht zu der Frage, worauf ich eine Antwort suche: Kann ich in den Einstellungen das Bild stabilisieren? Dass das nur bei Hero 5 & 6 geht, hat mir dann Wochen später ein Saturn-Mitarbeiter verraten. Merke: Wenn du halbwegs durch Menü steigst, dann gehe auf 2,7 k und überlege Dir, ob Du wide (für Panorama-Sicht) oder narrow (ohne Fischaugen-Effekt, aber dafür auch mangels Panorama nur das Objekt im Bild) auswählst. Am Besten überlegst Du Dir das zuhause, weil im Zoo zum Beispiel ist Wide zumindest dann nicht mehr der Bringer, wenn die Tiere eher weit weg sind, wenn man dann aber blind wie ein Maulwurf ist (so wie ich: entweder ohne oder mit nicht angepasster Brille) erkennt man im Zoo nicht einen Buchstaben des umfangreichen GoPro-Menüs und muss an der einmal eingestellten Einstellung eisern festhalten - bis zum bitteren Ende, dachte ich, um jetzt herauszufinden, dass man die Einstellungen auch über die App an Larissas Handy ändern kann - ihr wisst schon: Hinterher .... Zum Glück gab es im Zoom Erlebnispark ein paar Tiere in Reichweite und die Bootsfahrt ist ein wahrer Actioncam-Genuss geworden - oberstes Video in der Badewannen-Playlist. Diese Badewannen-Videos habe ich deswegen gemacht, weil ich persönlich immer Videos auf Youtube suche, die 45 bis 60 Minuten lang sind. Dann stelle ich mir den Laptop auf einen Stuhl neben die Wanne und chille im Schaumbad, was das Zeug hält. Wer weiß, vielleicht gibt es ja auch Leute, die das ähnlich handhaben und da wollte ich dann auch ein paar Videos zu beisteuern. Vom Zoo habe ich keine GoPro-Bilder, aber experimentelle Fotos - manche scharf und andere rattenscharf bis unkenntlich Neben dem Zoo-Video ist darin auch ein Teil des Sagenwegs zu Fuß und ein Video vom Ausritt mit Hund und Handpferd. Ponys sind bekanntlich gechillter als die Vollblut-angehauchte Paintstute Fancy, die in den Parelli-Horsenalitys (HIER geht es zum Themenmonat) als Right-Brain-Extrovert (RBE) einzuordnen ist und dafür hat sie sich tapfer gehalten - ich nicht, denn ich bin auch ein RBE, wenn es um Parellis Humanalitys geht und neige nicht nur zur Hysterie, wenn der Hund unangeleint über die Strasse rennt und trotz Auto nicht kommt oder das Postauto den Weg so versperrt, dass man mit Pferd und Hund durch einen schmalen Durchgang von Postauto und Zaun muss - Adrenalin pur. Als waschechte RBE in Menschengestalt werde auch ich hibbelig beim Bedienen der Kamera und in Ermangelung eines Handbuches to go ging vieles über Learning by doing. Bei mir leider mehr Doing als Learning, aber immerhin sind meine Youtube-Follower von meinen Sagenweg-und-Co-Videos begeistert, auch wenn sie beim Anschauen - mangels Bildstabilisierung - gelegentlich seekrank wurden - ich hoffe, es hat sich niemand übergeben. Wie gesagt: Vom nächsten Youtube-Geld wird ein Gimbal gekauft. Das passiert, wenn man weder kurz noch lang oder Piep & Piep-Piep unterscheiden kann: Galoppbild-Video HIER Um aber anderen, die sich auch ins Abenteuer GoPro stürzen, doch noch ein paar hilfreiche Tipps an die Hand zu geben, habe ich euch in der Playlist ganz am Ende des Blogbeitrag  (unter der Fotogalerie) genau solche zusammen gestellt - also die von den anderen Youtubern - meine eigenen sollte ihr meiden wie der Teufel das Weihwasser, denn ich habe von Technik null Ahnung und davon zu viel. Das beweist mein Abenteuer in Täglich-grüßt-das-Murmeltier-Tradition mit der Quick-Capture-Funktion, die mir einige schlaflose Nächte beschert hat: Warum schieße ich immer Hunderte von Fotos, obwohl ich doch eigentlich filmen will? Die Lösung war für betagte Leute wie mich wohl zu einfach: Fürs Filmen muss man den Auslöser ganz kurz drücken, dann macht es Piep, Piep, Piep (Übersetzung: Kamera ist an) Pause und noch einmal Piep (Film läuft) und bei Fotos drückt man den Auslöserknopf lang - das ergibt Piep, Piep, Piep (siehe oben), Pause, Piep, Piep - ist wie beim Morsealphabet und jetzt lausche ich ständig darauf, was meine GoPro mir gerade sagen will: Jawoll, sie redet mit mir - das ist wie im Horsemanship: Kommunikation ist gegenseitig. Und plötzlich war der Weg weg: Abholzarbeiten (Video: HIER). Mehr Fotos unterhalb der Buchtipps Fazit: Die GoPro ist eine tolle Sache, wenn man sie erst einmal verstanden hat und da steht ihr wahrscheinlich nicht ganz so auf der Leitung wie ich - mein Sohn konnte die GoPro sofort bedienen - also liegt es wohl an mir. Im folgenden Link belehren euch die, die sich mit so was auskennen und nein ... es sind nicht die Gelben Seiten ... www.off-the-path.com/de/gopro-einstellungen/ Fazit: Da ich Mutter zweier technikbegabter Kinder bin, bin ich heilfroh, dass ich die GoPro als neues Spielzeug habe und seitdem ist das Wort Langeweile ein Fremdwort für mich, ich film' und film' und schneide und schimpfe .... Unboxing-Videos und chaotische Inbetriebnahmen kann ich Euch daher leider nicht ersparen - wäre ja noch schöner ;) Nach dieser letzten Chaos-Playlist kommen dann wie gewohnt meine Bücher, schreiben kann ich besser als filmen: Bitte kaufen, damit ich mir das Mikro von Sennheiser amzn.to/2JYKHD4 leisten kann - denn das wäre nicht nur das Tüpfelchen auf dem "i", sondern die nächste Gelegenheit für einen weiteren chaotischen Test - hoffentlich ohne Postauto in engen Strassen, ohne Leute, die einfach nicht weiterfahren, während sich der Hund fast am Halsband erhängt und auch ohne in Zügeln gefesselte Pferde. Kein GoPro-Foto, aber findet statt ;) Als Schlußbemerkung sei gesagt, dass man sich schwer täuscht, falls man denkt: "Na die 230 Euro für die GoPro kriege ich so gerade noch zusammen gekratzt", denn das ist nur die Spitze des Eisbergs. Da ist der Kauf des Zubehörsets von ccbetter noch harmlos, denn da bekommt man immerhin 44 Teile für 24 Euro (unboxing video #2), denn man stellt mit Schrecken fest, dass das eigene uralte Handy nicht Go-Pro-App tauglich ist (Modell fünf Jahre alt oder so) und muss dann immer entweder die Tochter fragen, dass sie die GoPro vom ihrem brandneuen Handy aus steuert oder das Ganze nach Gefühl machen (mein Regelfall, weil der Tochterservice ist zur Zeit nicht verfügbar - also nur selten), weswegen sich der Kauf eines neuen Handys auf Dauer wohl auch nicht vermeiden lassen wird. Eine Alternative wäre wohl auch die GoPro Hero 4 silver, denn die hat ein Display hinten und man sieht, was man filmt, aber Frau Youtube sagt, die ist schlechter, weil weniger Einstellungen, schlechtere Bildqualität, bla, bla .. also sind wir froh und glücklich mit der Black Edition, denn nicht nur die Filme sondern auch die Bilder sind rattenscharf, selbst wenn gerade die Fotos nur Zufallsprodukte sind, sind immer noch genug Vorzeigbare dabei und alle anderen haben immerhin einen experimentellen Touch. Doch auch mit dem Handykauf ist es noch nicht getan, denn die GoPro hat keinen eigenen Bildstabilisator und der von Youtube kürzt 5-Minuten-Videos auf eine,wenn man damit stabilisiert also habe. Wer meint, das ginge mit kostenlosem MovieMaker, der ist auch auf dem Holzweg. Das habe ich einmal versucht und das Ergebnis ist so schrecklich, dass ich das Ergebnis umgehend gelöscht habe: Da wird alles schwarz. Also habe ich mir jetzt ein neues Schnittprogramm angeschafft und damit geht die Technik-Odyssee von vorne los: Jetzt kann ich zwar die Kamera bedienen, aber das Schnittprogramm nicht - stöhn.   Ob das Bild als moderne Kunst durchgeht? Hier die Tipps von Leuten, die sich mit so etwas auskennen - Videos, die ich als hilfreich empfand und tschüss.
10.04.2018
Nicola Steiner Horsemanship
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Infos & Termine zu unseren Reitferien: www.12oaks-ranch.de/reitferien/ Aktuelle Termine: 12oaks-ranch.de/reitferien/ Die Kamerafrau, die vor zwei Jahren den Wellendorf-Beitrag (Video unten / von den Dreharbeiten berichte ich HIER) gedreht hat, hat uns für einen Beitrag empfohlen, in dem es um das Ende der Osterferien geht, was ja auch ein Ende der Reitferien ist. Zu Ostern hatten wir einen Schnuppertag im Angebot und der war am Donnerstag, aber bei 18 teilnehmenden Kindern, wäre uns das Kamerateam wohl im Weg gewesen. Macht nichts, denn am nächsten Tag war bei uns auch schon wieder full house: Ein gutes Dutzend reitbegeisterte Mädels waren zum Ferienreitunterricht gekommen.  Heute erzähle ich Euch wie dieser Dreh im Detail abgelaufen ist, denn für diesen Beitrag von vier Minuten, war der WDR (Lokalzeit Köln) drei Stunden bei uns und danach wurde im Studio stundenlang geschnitten, damit der Beitrag schon am selben Tag auf Sendung gehen konnte. Den Job der Einverständniserklärungen hatte ich der Reporterin abgenommen, denn bei Kindern kommt noch Bürokratie hinzu. Somit sind wir mitten eingestiegen ins Geschehen "Reiterhof". Los gehen sollte es mit dem Putzen der Pferde, wo wir normalerweise nur die Sattellage putzen, aber fürs TV einmal etwas mehr, denn Fancy hat bei der "Probe" durch die Reporterin gewaltig gestaubt. Fancy und Lucky sind zwar regelrechte Putzmimosen, aber wir wollten ja, dass möglichst viele Kinder etwas mit den Pferden vor der Kamera machen dürfen: Also haben wir bei Fancy ein Mädel rechts und ein Mädchen links mit Bürsten bewaffnet, worauf Fancy erst mal giftig guckte: Zwei Bürstenquäler? Diesen Unmut habe ich durch sekündliche Leckerli-Eingabe vertuschen können (Fancy hat schon einmal für Dreharbeiten des WDR zur Verfügung gestanden: HIER geht es zum Making Of in Sachen Zirkuslektionen). Bei Lucky war das nicht ganz so einfach, aber er lässt sich von Kindern putzen, die er schon lange kennt und denen er vertraut: Gut, dass Hobbyfotografin Maya auch mit von der Partie war (die hat zwei tolle Ponybilder gemacht: s.u.). Endlich gesattelt, wollten wir natürlich zeigen, dass wir kein stinknormaler Ponyhof sind, sondern uns als Natural Horsemanship Zentrum verstehen. Dort soll es nicht nur den Kindern, sondern auch den Pferden Spaß machen: Jetzt war auch Putzgiftspritze Fancy beim "Hufball"-Spielen begeistert. Interviewt wurde auch unsere allerkleinste Reitschülerin, die erzählt hat, dass man sich bei Pferden tatsächlich erst mal durchsetzen soll. Das stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit (Links dazu weiter unten), aber man kann den Kindern in einer halben Stunden Unterricht pro Woche ja nicht alles erklären, was das Horsemanship zu bieten hat. Bei unseren Feriencamps versuchen wir genau das, aber da war unsere Kleinste noch nicht dabei. Also habe ich ein wenig rebelliert und darauf bestanden, dass der Aufsager der Chefin (also meiner einer) sich nicht aufs Reiten bezog, sondern auf die Bodenarbeit. Das Redaktionsteam war von meiner spontanen Idee schnell überzeugt. Gesagt, getan: Ich fand es toll, dass ich dadurch auch ein wenig Bodenarbeit zeigen konnte und dass das Pferd auch durchaus eigene Ideen einbringen darf, damit es motiviert ist. Und das wurde sogar rein genommen in den Beitrag: hurra. Ich habe ja mal beim Radio gearbeitet und da waren die längsten Beiträge zwei Minuten dreißig. Der hier war über vier Minuten und das ist ja wirklich selbst fürs Fernsehen so richtig lang: cool. Dennoch habe ich mich ganz besonders gefreut, dass einige meiner Follower nicht nur in Facebook-Kommentaren schrieben, dass sie da gerne Kind gewesen wären, sondern auch fanden, dass das Interview mit mir zu kurz war ... na ja, es ging ja auch nicht um mich, sondern um die Kinder, aber dahin geschmolzen bin ich trotzdem. Daraufhin habe ich einfach kurzerhand ein zusätzliches Video (ebenfalls in folgender Playlist) gedreht: Mit Erklärungen dazu, dass man im Horsemanship nicht so sehr Minister des Nein, sondern Botschafter das "Ja" sein will. Diese Formulierung habe ich bei Parelli geklaut und was damit gemeint ist, könnt ihr im BLOG der Instruktorin Ursula Schuster nachlesen; meine Interpretation dieser Idee HIER. Und Queenies Spin am Boden, der aus Zeitgründen im Beitrag nur angedeutet werden konnte ... den haben wir auch auf die Schnelle nachgestellt, was ihr in besagtem dritten Video der Playlist seht: Drei Drehungen am Stück. Das zweite Video ist übrigens das allererste Video, das die Lokalzeit Köln bei uns gedreht hat, aber da ging es um die Wettervorhersage - auch wieder mit Reitferienkindern ... Vier Minuten sind lang im TV und doch kurz: Zirkuslektionen waren dieses Mal nicht dabei Genial fanden wir ja, dass die Reporterin Sabine Büttner reiten kann - zwar bisher nicht Western, aber sie hat sich in kürzester Zeit von Larissa den Westernspin beibringen lassen und dabei eine richtig gute Figur gemacht. Während die beiden das erarbeitet haben, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und Kameramann und Tontechniker Löcher in den Bauch gefragt, was sie mir für eine Kamera für Youtubeaufnahmen empfehlen würden und das ging ab 2.000 Euro los: Unerschwinglich. Im "Billigsektor" wurde zwar Canon, Sony und Panasonic als ganz gut bezeichnet, aber die Empfehlung war überraschend: Dann schon lieber mit dem Handy filmen, sagten die beiden. Dazu reklamierte ich nun unsere allgegenwärtigen Tonprobleme. Auch hier wussten die beiden Rat, denn es gibt von Sennheiser ein Funkmikrofon, das an einige Handys angeschlossen werden kann (z.B. von Sennheiser: Evolution EW G2 oder Rhode Filmmaker Kit). Windschutz drauf (und zwar als flauschiger Puschel, sonst wird das nichts) und ab geht die Lucy. Apropos Lucy ... äh ... Mikrofon: Statt Mikrofon habe ich eine GoPro actioncam gekauft, weil man daran ein tolles Mikro von Sennheiser befestigen kann, worauf ich gerade spare (oder hoffe, dass sich ein Sponsor findet). Bis dahin teste ich die Helmkamera und das wird der nächste Blogbeitrag, der im Mai erscheint - Videos gibt es schon (Playlist am Ende des Beitrags) und auch einen weiteren Produkttest und ein Bit, das uns der Sponsor Mr. T von Natural Texan Horsemanship zur Verfügung gestellt hat: HIER nachzulesen. Dem "armen" Kameramann haben wir übrigens übel mitgespielt: Den wollten wir nämlich auch aufs Pferd setzen, weil er erwähnte, in der Jugend mal ein klein wenig geritten zu sein. Das war der Running Gag während der gesamten Dreharbeiten ".. und jetzt setzen wir Dich drauf ...": Irgendwie schön, dass die meisten Journalisten ein illustres Völkchen sind, die Spaß verstehen und mit einer ordentlichen Portion Humor gesegnet sind. Feierabend - die letzten beiden Fotos sind von Maya Faulhaber. Die, die schon so lange bei uns ist, dass Lucky sich brav von ihr putzen lässt Für all die, denen das Interview mit mir zu kurz war und die mehr übers Horsemanship erfahren wollen .... ich habe ja auch ein paar Bücher geschrieben und mich dort quasi selbst interviewt. Wer bis jetzt fand, dass es zu kurz war, sagt nach den Büchern dann bestimmt: Das war zu lang ;) Andererseits: Es soll Menschen geben, die nach dem ersten Buch von mir auch ein zweites gekauft haben - vielleicht geht es ja so gerade noch mit der Länge ;) ;) ;) Das Obere "Tod eines Pferdes" ist ein journalistisches Buch - eine Vorausschau gibt es HIER: Tod ei­nes Pfer­des: Zir­kus­lek­tio­ne... Steiner, Nicola8,99€BuchJetzt probelesen ZUM BoD BUCHSHOP
Tweets von Nicola Steiner @TwelveOaksRanch

Pressebericht zum Pferd, das zu Tode gestürzt ist

 

Nachdem die Zeitschriften HORSEMAN, MEIN PFERD & REITERREVUE Peter Pfister, der bei einem Kurs in Leichlingen den Tod des Pferdes Evita verursacht hat, ziemlich einseitig ein Forum gegeben habe, gibt es jetzt endlich einen gut recherchierten Bericht mit einem Video, wie es wirklich war.

 

Hier klicken, um zum Zeitungsbericht des General-Anzeigers zu wechseln (including: neue Stellungnahme der Reitbeteiligung)

Janiks Gamer-Blog: The-Bomber-secret.blogspot.de

12.06.2016
The Bomber
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Auf meinem Blog ist es zur Zeit etwas ruhiger, weil ich im Sommer mein Pferd trainiere, Turniere reite und da weniger Zeit mit Youtube verbringe. Da ich mich auch für Pferde interessiere, wird es spätestens nächsten Winter einige zum Teil sehr lustige Lets Plays rund ums Pferd geben: Starstable, Appassionata (einen kleinen Vorgeschmack veröffentliche ich in den nächsten Tagen / Wochen). Bis dahin könnt ihr euch im Partnerblog so einiges ansehen und durchlesen. Obwohl es im Grunde ein Horsemanship-Blog ist, hat meine Mutter im Juni den Themenmonat-Youtube eingeläutet, u.a. deswegen, weil sie für ein Pferdekursportal ein dreiteiliges Interview gegeben hat und wir auch unsere Haus- & Hoffotografin vorstellen wollen, die sich auch gerne auf Youtube herumtreibt und vom Geschichtenweber über den Lets Player einiges interessantes zu bieten hat. Deswegen sind auch Gemeinschaftsprojekte geplant, z.B. zu den Themen "Dressurreiterin goes Reining" oder dem Horse & Dog Trail (aber auch einige gemeinsame Lets Plays (; ) - was das ist, seht ihr im Video unterhalb des Fotos, wo meiner Mutter auf einer Messe reitet: HIER GEHT ES ZUM THEMENMONAT

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